Ratgeber·Aktenschränke

Ordnerhöhen und Fachbodenlast: die Maßeinheit, die niemand definiert hat

Lena Moritz, Fachredaktion Möbel und Einrichtung

Von Lena MoritzFachredaktion Möbel und Einrichtung

Zuletzt geprüft am 29. August 2026

8 Min Lesezeit · Daten und Änderungsverlauf

Eine **Ordnerhöhe (OH)** ist die Maßeinheit, in der der Büromöbelhandel Schrankhöhen angibt — normiert ist sie nicht. Der Ordner selbst misst **320 mm hoch, 80 mm breit und 280 mm tief**, die schmale Ausführung hat 55 mm Rücken. Ein Fachabstand von exakt 320 Millimetern reicht trotzdem nicht: ohne Griffraum bekommt man den Ordner nicht heraus. Deshalb rechnet ein Teil des Handels mit **360 Millimetern** je Ordnerhöhe — derselbe Anbieter nennt an einer Stelle 320 mm und an anderer 36 cm. Bei der Fachbodenlast klafft dieselbe Lücke: **EN 16121** setzt für Büro und Bibliothek eine Flächenlast von **1,0 kg/dm²** an, macht **32 kg** auf einem Boden von 80 × 40 cm. Eine geschlossene Reihe voller Breitordner bringt allein an Papier schon rund **30 Kilogramm** auf denselben Boden. Der Handel gibt dort, wo er überhaupt etwas angibt, 50 bis 60 kg an. In unseren drei Vergleichen nennt **keines von siebzehn** Angeboten eine Ordnerhöhe, und nur **fünf** beziffern überhaupt eine Tragfähigkeit.

Es gibt in diesem Segment eine Maßeinheit, die jeder Fachhändler benutzt, die auf keinem Angebot im allgemeinen Onlinehandel auftaucht und die niemand verbindlich festgelegt hat. Sie heißt Ordnerhöhe, abgekürzt OH, und sie ist der Grund, warum ein Schrank mit drei Fächern nicht drei Ordnerreihen fasst.

Der Beleg dafür, wie unscharf die Einheit ist, steht bei ein und demselben Händler. Im Büromöbel-Lexikon heißt es: „Eine Ordnerhöhe beträgt ca. 320 mm und entspricht der Höhe eines DIN A4 genormten Ordners." Zwei Klicks weiter, in der Sortimentsbeschreibung für Schränke mit fünf Ordnerhöhen, steht: „Eine Ordnerhöhe entspricht dabei 36 cm, also der Höhe eines DIN A4-genormten Aktenordners." Dieselbe Begründung, dasselbe Haus, vier Zentimeter Unterschied.

Das ist kein Flüchtigkeitsfehler. Es sind zwei verschiedene Größen, die denselben Namen tragen.

Was der Ordner misst

Fangen wir bei dem an, was feststeht. Der verbreitete breite A4-Ordner misst 320 mm × 80 mm × 280 mm in Höhe, Rückenbreite und Tiefe und fasst rund 600 Blatt bei 80 g/m². Die schmale Ausführung hat 55 mm Rücken und rund 350 Blatt. Die Gegenprobe am meistverkauften Einzelmodell, dem Leitz 1080, liefert 81 × 318 × 285 mm. Die Zahlen wandern um wenige Millimeter, die Größenordnung steht.

Genormt ist an diesem Ordner allerdings nur, was in ihm steckt. Das Papierformat A4 mit 210 × 297 mm ist in DIN EN ISO 216 festgelegt, einer Norm, die auf der 1922 eingeführten DIN 476 aufbaut. Die Zweifachlochung im Abstand von 8 cm ist ebenfalls festgelegt. Der Ordner selbst ist es nicht: Seine Außenmaße sind Marktkonvention, keine Norm. Deshalb gibt es auch keine Stelle, an der stünde, wie hoch eine Ordnerhöhe zu sein hat.

Warum 320 Millimeter nicht reichen

Ein Fachboden im Abstand von exakt 320 Millimetern schließt bündig mit der Oberkante des Ordners ab. Was fehlt, ist der Griffraum: Ein Ordner wird nach vorn gekippt und am Rückenloch herausgezogen, und dafür braucht er Luft nach oben. Zwei bis vier Zentimeter sind das Mindeste, damit die Bewegung ohne Verkanten funktioniert — bei prall gefüllten Ordnern eher mehr.

Genau daher kommt die zweite Zahl. 320 Millimeter ist der Ordner, 360 Millimeter ist das Fach. Wer beide Angaben nebeneinanderlegt, hat keinen Widerspruch vor sich, sondern zwei Enden derselben Rechnung. Nur sagt keine der beiden Quellen dazu, welches Ende sie meint.

Für den Kauf folgt daraus eine schlichte Regel: Die Ordnerhöhe ist keine Maßangabe, sondern eine Ansage über den Zweck. Verlässlich ist nur die Zentimeterangabe des konkreten Schranks, geteilt durch die Zahl der Fächer.

Angabe Wert Was sie bedeutet
Ordner, Höhe 320 mm das Möbelstück, das hineinsoll
Ordnerhöhe im Lexikon ca. 320 mm der Ordner, ohne Griffraum
Ordnerhöhe im Sortiment 36 cm der Fachabstand, mit Griffraum
Fach in einem 90-cm-Schrank mit 3 Fächern 30 cm zu wenig für beides

Die letzte Zeile ist der Punkt, an dem die Frage aus dem Theoretischen herausführt. Drei der fünf niedrigen Schränke in unserem Homeoffice-Vergleich werben mit drei Fächern auf 90 Zentimetern Höhe. Das sind rechnerisch 30 Zentimeter je Fach — zwei Zentimeter zu wenig für den Ordner allein, sechs zu wenig für den Ordner samt Griffraum. Die Böden sind bei allen dreien verstellbar, man nimmt einen heraus und hat zwei ordentliche Reihen. Ein Baufehler ist das nicht. Eine Angabe, die man vor dem Kauf gelesen haben will, schon.

Was ein Fachboden tragen soll

Bei der zweiten Zahl dieses Ratgebers ist die Lage besser: Hier gibt es eine Norm. EN 16121 setzt für Regale in Büro- und Bibliotheksnutzung eine Flächenlast von 1,0 kg/dm² an. Ein Fachboden von 80 × 40 Zentimetern hat 32 Quadratdezimeter Fläche. Macht 32 Kilogramm.

Das ist keine Verbotsgrenze und keine Zusicherung. Es ist die Annahme, gegen die die Konstruktion geprüft wird. Ein Schrank, der die Norm erfüllt, hält diese Last aus, ohne dass sich der Boden bleibend durchbiegt — mehr sagt der Wert nicht, und weniger auch nicht.

Wo der Handel eigene Zahlen nennt, liegen sie darüber. Ein Fachhändler für Stahlschränke wirbt mit „hohe Belastbarkeit der Fachböden (standardmäßig bis zu 50 kg)". Das Datenblatt eines einzelnen Stahlfachbodens desselben Hauses, 915 × 480 mm, nennt „Max. 60 kg Traglast" — auf 43,9 Quadratdezimetern wären nach Norm 44 Kilogramm zu erwarten, angegeben sind 60. Beides sind plausible Handelsangaben, und beide liegen über der Normannahme.

Die Zahlen gibt es. Nur nicht im Angebot

Bei der Recherche zu den Produktbildern dieses Clusters haben wir zu jedem Modell die Seite des Herstellers aufgesucht. Dabei kam etwas heraus, das die Ausgangslage verschiebt:

Modell Angabe im Angebot Angabe beim Hersteller
Jan Nowak JAN H 50 kg je Fachboden
Jan Nowak JAN II 45 kg je Fachboden
Jan Nowak SARA V3 45 kg je Schublade
BISLEY DF4 60 kg je Schublade
BISLEY Light 50 kg je Schublade

Fünf Tragfähigkeiten, keine davon im Angebot. Sie sind weder unbekannt noch geschätzt: Sie stehen auf der Seite des Unternehmens, das den Schrank baut, zwei Klicks von der Kaufseite entfernt.

Für die Rechnung oben heißt das Entwarnung und Bestätigung zugleich. Entwarnung, weil die Hersteller mit 45 bis 60 Kilogramm über der Normannahme von 32 liegen — eine volle Ordnerreihe ist für diese Böden kein Grenzfall. Bestätigung, weil man das nur weiß, wenn man nachsieht: Wer sich auf die Angebotsseite verlässt, hat 32 Kilogramm als einzige begründbare Erwartung, und die ist eben knapp.

Daraus folgt eine Faustregel, die für dieses ganze Segment gilt: Bei einem Markengerät lohnt der Blick auf die Herstellerseite fast immer. Bei einer reinen Plattformmarke gibt es keine, und dann bleibt nur die Rechnung.

Was eine volle Reihe wirklich wiegt

Jetzt die Gegenrechnung, und sie fällt anders aus, als man erwartet.

Ein Blatt A4 mit 80 g/m² wiegt 5 Gramm. Das ist die Fläche von 0,0625 m² mal die Grammatur, und es ist der Grund, warum ein Ries zu 500 Blatt 2,5 Kilogramm wiegt. Ein breiter Ordner fasst rund 600 Blatt. Das sind 3 Kilogramm allein an Papier, bevor das Ordnerkorpus überhaupt mitgewogen ist.

Auf eine Fachbreite von 80 Zentimetern passen bei 80 Millimetern Rückenbreite zehn Ordner nebeneinander; nach Abzug der Seitenwände sind es in der Praxis neun. Eine geschlossen gefüllte Reihe bringt damit rund 30 Kilogramm Papier auf einen Boden, für den die Norm 32 Kilogramm ansetzt.

Anders gesagt: Ein sauber vollgestellter Fachboden schöpft die Normannahme praktisch aus. Nicht mit Reserve, sondern auf Kante. Wer zusätzlich Ordner quer obendrauf legt oder Papierpakete ablegt — was in jedem realen Büro passiert —, liegt darüber.

Drei Folgerungen daraus:

  1. Ein Boden ohne Angabe ist kein Freibrief. Fehlt die Traglast im Angebot, ist 32 Kilogramm bei 80 × 40 Zentimetern die begründete Erwartung, nicht 50.
  2. Die schmale Ausführung entschärft nichts. Ein 55-mm-Ordner wiegt mit rund 1,75 Kilogramm Papier weniger, aber es passen entsprechend mehr nebeneinander — vierzehn statt zehn. Das Reihengewicht bleibt fast gleich.
  3. Nach unten räumen ist keine Geschmacksfrage. Der DGUV Grundsatz 315-410 verlangt Standsicherheit im ungünstigsten Fall. Dreißig Kilogramm auf dem obersten Boden sind ein anderer Schrank als dreißig Kilogramm auf dem untersten.

Die Maße der Hängeregistratur

Für Schubladenschränke gilt eine eigene Maßlehre, und sie ist ausnahmsweise präzise. Die Laufbreite — der Abstand zwischen den beiden Schienen, auf denen die Mappen hängen — „beträgt genau 333 mm". Das ist die Zahl, die darüber entscheidet, ob eine Mappe in eine Schublade passt oder nicht, und sie ist der Grund, warum Hängeregisterschränke in der Breite so wenig variieren.

Für die Tiefe rechnet man anders. Als Faustregel gilt eine durchschnittliche Füllstärke von etwa 10 Millimetern je Standardmappe; Einstellmappen mit Boden fassen bis zu 60 Millimeter. In eine durchschnittlich gefüllte Schreibtischschublade passen rund 80 Mappen hintereinander.

Diese drei Zahlen ergeben zusammen den Grund, warum bei Schubladenschränken die Auszugssperre kein Komfortmerkmal ist. Achtzig Mappen zu je zehn Millimetern sind achtzig Zentimeter Papierpaket. Zehn Millimeter Papier sind rund hundert Blatt, also ein halbes Kilogramm. Eine volle Schublade liegt damit in der Größenordnung von vierzig Kilogramm, und sie zieht dieses Gewicht beim Öffnen vor die Kippkante des Schranks. Bei zwei gleichzeitig geöffneten Schubladen ist es das Doppelte.

Genau diesen Fall meint die Unfallversicherung, wenn sie Standsicherheit „im ungünstigsten Fall" verlangt. Die Sperre sorgt dafür, dass er nicht eintritt.

Was in den Angeboten steht

Zum Abgleich haben wir alle siebzehn Modelle aus unseren drei Vergleichen auf diese beiden Angaben hin durchgesehen.

Angabe genannt nicht genannt
Ordnerhöhen 0 von 17 17
Tragfähigkeit oder Fachbodenlast 5 von 17 12

Keine Ordnerhöhe, nirgends. Die Maßeinheit, in der der Fachhandel dieses Segment ausschließlich beschreibt, kommt im allgemeinen Onlinehandel nicht ein einziges Mal vor. Verkauft wird in Zentimetern und in Fächern — zwei Angaben, aus denen sich die dritte erst errechnen lässt.

Fünf Tragfähigkeiten. Vier davon stehen bei den niedrigen Schränken für das Homeoffice, eine einzige bei den sechs hohen Stahlschränken, und dort nur beim Schwestermodell: „Tragkraft pro Boden: ca 50 kg". Bei den sechs Hängeregisterschränken nennt keines eine Zahl. Das ist bemerkenswert, weil gerade dort das Gewicht in der Schublade hängt und nicht auf einem Boden liegt.

Die Angabe fehlt also ausgerechnet dort am häufigsten, wo sie am meisten trüge.

In vier Schritten nachrechnen

  1. Höhe durch Fächer teilen. Weniger als 32 Zentimeter je Fach heißt: Der Ordner passt nicht. Weniger als 36 heißt: Er passt, geht aber schwer heraus.
  2. Die Ordnerhöhen-Angabe ignorieren, wenn eine Zentimeterangabe danebensteht. Die Zentimeter sind die belastbare Zahl.
  3. Bodenfläche in Quadratdezimetern mal 1,0 kg. Das ist die Normannahme. 80 × 40 cm ergibt 32 kg, und eine volle Ordnerreihe wiegt fast genau so viel.
  4. Von unten einräumen. Die Rechnung aus Schritt 3 gilt je Boden; die Standsicherheit des Schranks hängt daran, auf welcher Höhe die Kilos liegen.

Wo diese Zahlen im Regal landen

Wie die Ordnerrechnung bei konkreten Modellen ausfällt, steht im Vergleich der Aktenschränke fürs Homeoffice. Welche Norm hinter der Flächenlast steht und was sich 2023 geändert hat, im Ratgeber zu EN 16121 und der DGUV-Regel. Warum die Auszugssperre bei Schubladenmöbeln über die Prüfbedingung entscheidet, im Vergleich der Hängeregistraturschränke. Und wie man einen hohen Schrank misst und sichert, im Ratgeber Aktenschrank kippsicher aufstellen.

Häufige Fragen

Wie viele Zentimeter ist eine Ordnerhöhe?

Es gibt keinen normierten Wert. Verbreitet sind zwei Zahlen: 320 Millimeter, das ist die Höhe des Ordners selbst, und 360 Millimeter, das ist der Fachabstand, den man braucht, um ihn auch wieder herauszubekommen. Ein und derselbe Händler führt beide Angaben auf verschiedenen Seiten — im Lexikon „ca. 320 mm", in der Sortimentsbeschreibung „36 cm". Wer nach Ordnerhöhen kauft, sollte deshalb immer die Zentimeterangabe des konkreten Schranks danebenlegen.

Welche Maße hat ein DIN-A4-Ordner?

Die verbreitete breite Ausführung misst 320 × 80 × 280 Millimeter in Höhe, Rückenbreite und Tiefe und fasst rund 600 Blatt bei 80 g/m². Die schmale Ausführung hat 55 Millimeter Rücken und fasst rund 350 Blatt. Ein Händlerdatenblatt zum meistverkauften Modell nennt 81 × 318 × 285 mm — die Zahlen schwanken also um wenige Millimeter. Genormt ist am Ordner nur, was in ihm steckt: das Papierformat A4 mit 210 × 297 mm nach DIN EN ISO 216 und die Zweifachlochung im Abstand von 8 Zentimetern.

Wie viel darf ein Fachboden tragen?

EN 16121 setzt für Regale in Büro- und Bibliotheksnutzung eine Flächenlast von 1,0 kg/dm² an. Auf einem Fachboden von 80 × 40 Zentimetern sind das 32 Quadratdezimeter und damit 32 Kilogramm. Das ist der Wert, gegen den die Konstruktion geprüft wird — keine Verbotsgrenze, aber die Erwartung, die hinter einem Schrank ohne eigene Angabe steht. Wo der Handel eine eigene Zahl nennt, liegt sie höher: „standardmäßig bis zu 50 kg" bei einem Anbieter, „Max. 60 kg Traglast" auf dem Datenblatt eines einzelnen Stahlfachbodens von 915 × 480 mm.

Wie schwer ist ein voller Aktenordner?

Ein Blatt A4 mit 80 g/m² wiegt 5 Gramm. Ein breiter Ordner fasst rund 600 Blatt, das sind 3 Kilogramm allein an Papier; das Ordnerkorpus kommt hinzu. Auf eine Fachbreite von 80 Zentimetern passen bei 80 Millimetern Rückenbreite zehn Ordner nebeneinander — abzüglich Seitenwänden praktisch neun. Eine geschlossen gefüllte Reihe liegt damit bei rund 30 Kilogramm Papier und damit sehr nah an dem, was die Norm für den ganzen Boden ansetzt.

Welche Maße gelten in der Hängeregistratur?

Die Laufbreite, also der Abstand der beiden Schienen, „beträgt genau 333 mm". Für die Mappe selbst rechnet man mit einer durchschnittlichen Füllstärke von etwa 10 Millimetern; Einstellmappen fassen bis zu 60 Millimeter. In eine durchschnittlich gefüllte Schreibtischschublade passen etwa 80 Mappen hintereinander. Aus diesen drei Zahlen ergibt sich, warum ein voller Hängeregisterschrank ein Gewichtsproblem und kein Platzproblem ist.

Warum steht in den Angeboten keine Ordnerhöhe?

Weil der Onlinehandel in Zentimetern und Fächern verkauft, nicht in Ordnerhöhen. Von siebzehn Angeboten in unseren drei Vergleichen nennt keines eine Ordnerhöhe; fünf beziffern überhaupt eine Tragfähigkeit. Die Angabe „drei Fächer" sagt dabei nichts über die Fachhöhe — auf 90 Zentimetern Gesamthöhe sind drei Fächer rechnerisch 30 Zentimeter, und ein Ordner braucht 32.

Wie viele Ordner passen auf einen laufenden Meter Fachboden?

Bei der breiten Ausführung mit 80 Millimetern Rückenbreite zwölf, bei der schmalen mit 55 Millimetern achtzehn — jeweils rechnerisch und ohne Abzug für Seitenwände. In einem 80 Zentimeter breiten Fach sind es entsprechend zehn breite Ordner, praktisch neun. Die Zahl ist deshalb interessant, weil sie mit der Fachbodenlast zusammengeht: Neun volle breite Ordner bringen allein an Papier rund 27 Kilogramm auf den Boden.

Wer diesen Beitrag verantwortet

Lena Moritz, Fachredaktion Möbel und Einrichtung

Lena Moritz

Fachredaktion Möbel und Einrichtung

Schreibt über Büromöbel, Ablagesysteme und Polstermöbel.

Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Einrichtungsprodukte, Möbel und Stauraum

Wie wir einordnen

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Beitrag geht — Sitzhöhenspannweite, Traglastfenster, Kabinenvolumen, Kabinenmaß. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen. Bei Gepäck und Büromöbeln der Punkt, an dem sich Preisklassen wirklich trennen.
Aufwand für Aufbau und Betrieb
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Elektrofachkraft, Reinigung, Folgekosten je Verbrauchsmaterial.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit den Händlerdatenblättern übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, einschließlich dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
29.08.2026
Geändert
29.08.2026
Geprüft
29.08.2026
Quellen
17

Belege

  1. [1]Büromöbel-Lexikon: OrdnerhöheHändler- oder Marktdatenoffice-4-sale.deErste der beiden Angaben desselben Anbieters: „Aktenschränke und Sideboards werden nach Ordnerhöhen (OH) eingeteilt, welche den Abstand zwischen zwei Einlegeböden definieren. Eine Ordnerhöhe beträgt ca. 320 mm und entspricht der Höhe eines DIN A4 genormten Ordners." Abgerufen am 29.08.2026.
  2. [2]Stauraummöbel mit 5 Ordnerhöhen, SortimentsbeschreibungHändler- oder Marktdatenoffice-4-sale.deZweite Angabe desselben Anbieters, abweichend von der ersten: „Ordnerhöhe ist das Standardmaß zur Beschreibung der Höhe von Stauraummöbel-Typen wie Regalen, Sideboards und Aktenschränken. Eine Ordnerhöhe entspricht dabei 36 cm, also der Höhe eines DIN A4-genormten Aktenordners. Der Abstand zwischen zwei Einlegeböden bietet dementsprechend genau dafür den Platz und jeder weiß somit, wie viele Aktenordner das Aufbewahrungsmöbel übereinander aufnehmen kann." Abgerufen am 29.08.2026.
  3. [3]Aktenordner — Maße und FassungsvermögenQuellede.wikipedia.orgQuelle der Ordnermaße: breite Ausführung „320 mm × 80 mm × 280 mm (H × B × T)" mit „ca. 600 Blätter mit einer Grammatur von 80 g/m²", schmale Ausführung 55 mm Rücken mit rund 350 Blatt. Zur Lochung: in Deutschland ist „eine Zweifachlochung im Abstand von 8 cm üblich". Abgerufen am 29.08.2026.
  4. [4]Leitz 1080, Ordner A4 breit — HändlerdatenblattHändler- oder Marktdatenplate.deGegenprobe am meistverkauften Einzelmodell: 81 × 318 × 285 mm (B × H × T), Rückenbreite 80 mm, Fassungsvermögen rund 600 Blatt bei 80 g/m². Abgerufen am 29.08.2026.
  5. [5]Papierformat A4 nach DIN EN ISO 216Quellede.wikipedia.orgA4 misst 210 × 297 mm. Maßgeblich ist DIN EN ISO 216 „Schreibpapier und bestimmte Gruppen von Drucksachen - Endformate - A- und B-Reihen und Kennzeichnung der Maschinenlaufrichtung", die auf der 1922 erstmals festgelegten DIN 476 aufbaut. Abgerufen am 29.08.2026.
  6. [6]Papiergewicht: was ein Blatt A4 wiegtHändler- oder Marktdatenstaehlin.deQuelle der Gewichtsrechnung: „Standard-Kopierpapier in DIN A4 hat eine Grammatur von 80 g/m². Multiplizieren Sie nun die Fläche von 0,0625 m² mit 80 g/m² ergibt sich ein Gewicht von 5 Gramm pro Blatt." Ein Ries zu 500 Blatt wiegt rund 2,5 kg. Abgerufen am 29.08.2026.
  7. [7]Prüfinstitut Catas zur Fassung EN 16121:2023Institution oder Normcatas.comQuelle der Flächenlast: für Regale in Büro und Bibliothek „1.0 kg/dm²". Dokumentiert außerdem die Erhöhung der statischen Auflast auf der Oberseite „from 750 N to 1000 N". Abgerufen am 29.08.2026.
  8. [8]DIN EN 16121:2024 — Behältnismöbel für den Nicht-WohnbereichInstitution oder Normwebstore.ansi.orgDie geltende Norm für Sicherheit, Festigkeit, Dauerhaltbarkeit und Standsicherheit, deutsche Fassung EN 16121:2023. Abgerufen am 29.08.2026.
  9. [9]Stahl-Aktenschränke, Sortimentsbeschreibung eines FachhändlersHändler- oder Marktdatenbetriebseinrichtung.deQuelle der Handelsangabe zur Fachbodenlast: „hohe Belastbarkeit der Fachböden (standardmäßig bis zu 50 kg)". Zur Maßeinheit heißt es dort nur funktional: „Die Abkürzung „OH" steht für Ordnerhöhe. Sie gibt an, wie viele Standard-Ordner übereinander in ein Fach passen." — ohne Millimeterangabe. Abgerufen am 29.08.2026.
  10. [10]Stahlfachboden 920 × 500 mm, DatenblattHändler- oder Marktdatenbetriebseinrichtung.deEinzelner Fachboden desselben Anbieters, 915 × 480 × 25 mm, Herstellerangabe „Max. 60 kg Traglast", Eigengewicht 2 kg, pulverbeschichteter Stahl. Abgerufen am 29.08.2026.
  11. [11]Hängeregistratur — Laufbreite und FüllstärkeQuellede.wikipedia.orgQuelle der Registraturmaße: „Die Laufbreite der Hängeregistratur beträgt genau 333 mm." Als Faustregel wird eine durchschnittliche Füllstärke von etwa 10 mm je Standardmappe genannt; Einstellmappen fassen bis zu 60 mm. In eine durchschnittlich gefüllte Schreibtischschublade passen etwa 80 Mappen hintereinander. Abgerufen am 29.08.2026.
  12. [12]DGUV Grundsatz 315-410: Sicherheitsanforderungen an BüromöbelInstitution oder Normpublikationen.dguv.deStandsicher sind „Schränke mit Flügeltüren, wenn die Höhe der obersten Ablage über der Standfläche nicht mehr als das Vierfache der Sockel-/Gestelltiefe beträgt". Der Bezug zur Beladung: die Standsicherheit muss im ungünstigsten Fall gegeben sein. Abgerufen am 29.08.2026.
  13. [13]Jan Nowak, Modell JAN H — HerstellerseiteHerstellerangabejannowak.comQuelle einer der fuenf Herstellerangaben zur Fachbodenlast: maximale Fachlast 50 kg je Boden bei 900 × 1950 × 400 mm, vier verstellbaren Einlegeboeden und Stahlblech von 0,6 mm. Das zugehoerige Angebot nennt keine Tragfaehigkeit. Abweichung beim Eigengewicht: Hersteller 41 kg, Angebot 46 kg. Abgerufen am 29.08.2026.
  14. [14]Jan Nowak, Modell JAN II — HerstellerseiteHerstellerangabejannowak.comMaximale Fachlast „45 kg" je Boden bei 1150 × 1850 × 400 mm, fuenf Einlegeboeden davon vier verstellbar, RAL 9003 weiss, Eigengewicht 48,2 kg gegen 50 kg im Angebot. Abgerufen am 29.08.2026.
  15. [15]Jan Nowak, Modell SARA V3 — HerstellerseiteHerstellerangabejannowak.comTragkraft 45 kg je Schublade bei 460 × 1020 × 620 mm und drei Schubladen. Abgerufen am 29.08.2026.
  16. [16]BISLEY Hängeregistraturschrank DF4 — HerstellershopHerstellerangabestore.bisley.de„60kg je Schublade" bei 1321 × 800 × 622 mm, „100% Auszug", „Doppelauszugssperre", „Anti-Kipp-Funktion" und „TÜV/GS zertifiziert". Keine dieser Angaben steht im Angebot. Abgerufen am 29.08.2026.
  17. [17]BISLEY Hängeregistraturschrank LIGHT — HerstellershopHerstellerangabestore.bisley.de50 kg Tragkraft je Schublade, „Vollauszug (100%)" und „Doppelauszugssperre mit Ausrollsicherung" bei 711 × 800 × 622 mm. Im Angebot fehlen Auszugstyp und Tragkraft. Abgerufen am 29.08.2026.

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