Ratgeber·Monitorarme
VESA-Standard, Lochbilder und Adapter — was wirklich passt
Von Matthias KönigFachredaktion Bürotechnik
Zuletzt geprüft am 28. August 2026
13 Min Lesezeit · Daten und Änderungsverlauf
VESA regelt den Abstand der vier Schraubenlöcher an der Rückseite eines Bildschirms und die Größe des Gewindes — sonst nichts. Für Monitore sind zwei Muster üblich: 75×75 und 100×100 Millimeter, beide mit M4-Gewinde. Ab etwa 34 Zoll kommt 200×100 dazu, ab 43 Zoll 200×200 und größer, dort meist mit M6 oder M8. Gemessen wird von Lochmitte zu Lochmitte, waagerecht und senkrecht. Die Angabe „VESA-kompatibel" allein sagt nichts darüber, welches dieser Maße gemeint ist.
Zwei Zahlen entscheiden darüber, ob eine Halterung an Ihren Bildschirm passt, und beide stehen auf dessen Rückseite. Der Angebotstitel „VESA-kompatibel" nennt keine davon. Er sagt nur, dass überhaupt Löcher vorhanden sind. Welche, bleibt offen.
Dieser Text beantwortet drei Fragen: was der Standard regelt, wie Sie Ihr eigenes Lochbild in zwei Minuten bestimmen, und was zu tun ist, wenn es keins gibt oder nicht passt.
Was die Norm regelt, und was nicht
VESA ist die Video Electronics Standards Association, ein Industriegremium. Der Standard, um den es hier geht, heißt genau genommen Flat Display Mounting Interface, kurz FDMI, und wird auch als VESA Mounting Interface Standard (MIS) geführt. Seine erste Fassung stammt von 1997; 2006 kam die Erweiterung um die großen Muster für Fernseher dazu.
Geregelt sind zwei Dinge:
- der Abstand der vier Schraubenlöcher, waagerecht und senkrecht, gemessen von Lochmitte zu Lochmitte;
- die Gewindegröße der Löcher — M4 bei den kleinen Mustern, M6 oder M8 bei den großen.
Nicht geregelt ist alles andere, und daraus entsteht das häufigste Missverständnis: VESA sagt nichts über die Tragkraft. Ein Arm mit VESA 100×100 kann für 8 Kilogramm ausgelegt sein oder für 20. Was er trägt, steht in seiner eigenen Angabe und nirgends sonst. Ebenso wenig geregelt sind die Tiefe der Gewindelöcher, die Form der Rückseite und ob dort überhaupt Platz für einen Arm ist.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Das Lochbild ist eine Ausschlussbedingung — passt es nicht, ist alles andere gleichgültig. Aber es ist nur eine von dreien. Die anderen beiden sind das Traglastfenster und die Befestigung am Tisch.
Die Lochbilder, die es gibt
Der Standard kennt mehrere Gruppen. Für Monitore am Schreibtisch sind drei davon relevant, die vierte und fünfte betreffen sehr kleine und sehr große Geräte.
MIS-D — 75×75 und 100×100 Millimeter, Gewinde M4. Das sind die beiden Quadrate, die praktisch jede Tischhalterung kann. Sie decken den Bereich von etwa 12 bis 24 Zoll ab und darüber hinaus auch die meisten 27- und 32-Zoll-Panels. Wenn nur ein Muster an Ihrem Monitor sitzt, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eines dieser beiden.
MIS-E — 200×100 Millimeter, Gewinde M4. Ein liegendes Rechteck, gedacht für etwa 23 bis 31 Zoll und in der Praxis vor allem bei breiten Panels anzutreffen. Das ist das Maß, an dem Ultrawide-Käufe scheitern: Ein Arm, der nur 100×100 kann, passt daran nicht.
MIS-F — 200×200 Millimeter und größer, in 200-Millimeter-Schritten, Gewinde M6 oder M8. Ab etwa 31 Zoll aufwärts, und ab hier wird es unübersichtlich: 200×200, 300×300, 400×200, 400×400, 600×400 bis hinauf zu 1000×800. Die Gewindegröße wechselt mit — wer eine M4-Schraube in ein M6-Loch dreht, hat nichts befestigt.
MIS-B und MIS-C — 20×50 und 35×75 Millimeter, Gewinde M4. Sehr kleine Displays ab vier Zoll und bis etwa acht Kilogramm. Am Schreibtisch begegnen sie einem selten.
Viele große Bildschirme tragen mehrere Muster gleichzeitig. Der Dell UltraSharp U4919DW, ein 49-Zoll-Ultrawide, hat 100×100 und 200×100 — acht Löcher in der Rückseite. Das ist die angenehme Variante, weil dann beide Armklassen infrage kommen. Verlassen sollte man sich darauf nicht.
Warum es überhaupt mehrere Muster gibt
Die Frage klingt akademisch und erklärt, warum die Verwechslung so hartnäckig ist. Die Antwort ist Statik.
Vier Schrauben in einem 100-Millimeter-Quadrat halten ein leichtes Panel zuverlässig. Wächst der Bildschirm, wächst nicht nur sein Gewicht, sondern auch sein Hebel: Ein breiteres Gehäuse kippt stärker um die waagerechte Achse durch die Schrauben. Ein Muster, das sich in die Breite zieht — 200 statt 100 Millimeter waagerecht — vergrößert genau den Abstand, der dieses Kippen aufnimmt. Deshalb ist MIS-E ein liegendes Rechteck und kein größeres Quadrat: Bei einem Ultrawide ist die Breite das Problem, nicht die Höhe.
Ab etwa 31 Zoll reicht auch das nicht mehr, und MIS-F wechselt zusätzlich das Gewinde. M4 hat einen Kerndurchmesser von gut drei Millimetern; bei 30 oder 40 Kilogramm ist das die Grenze. M6 und M8 tragen deutlich mehr, brauchen dafür aber tiefere Löcher im Gehäuse — was bei einem flachen Monitor niemand unterbringt und bei einem Fernseher sehr wohl.
Für den Schreibtisch heißt das: Je größer der Bildschirm, desto wahrscheinlicher ist ein anderes Muster als 100×100, und desto teurer wird ein Fehlkauf, weil die Arme in dieser Klasse mehr kosten.
Ihr eigenes Lochbild in zwei Minuten
Sie brauchen ein Lineal oder einen Zollstock, sonst nichts.
- Bildschirm hinlegen, Display nach unten auf eine weiche Unterlage. Ein Handtuch reicht; ein harter Tisch ohne Unterlage kann das Panel beschädigen.
- Die vier Gewindelöcher suchen. Sie sitzen mittig auf der Rückseite, oft unter einer aufgesteckten Blende oder hinter dem Standfuß. Manche Hersteller verschließen sie mit Kunststoffstopfen.
- Waagerecht messen, von der Mitte des linken Lochs zur Mitte des rechten.
- Senkrecht messen, von der Mitte des oberen zur Mitte des unteren.
Das Ergebnis ist Ihr Lochbild, immer in der Reihenfolge waagerecht × senkrecht: 100 × 100, 200 × 100, 200 × 200.
Die Falle: Wer nur senkrecht misst, liest bei 100×100 und bei 200×100 denselben Wert. Die waagerechte Messung ist die entscheidende. Wenn Sie acht Löcher finden, hat der Bildschirm zwei Muster — messen Sie beide.
Alternativ steht das Maß im Datenblatt des Monitors, meist unter „VESA" oder „Wandmontage". Wo es dort fehlt, ist Messen der schnellere Weg als die Suche.
Nicht jedes Loch an der Rückseite ist ein VESA-Loch
Beim Messen fällt oft auf, dass mehr als vier Schrauben zu sehen sind. Die wenigsten davon gehören zur Halterung.
Gehäuseschrauben halten die Rückwand zusammen. Sie sitzen meist am Rand, haben Kreuzschlitz statt metrischem Gewinde und sind nicht dafür gedacht, Last aufzunehmen. Wer dort einen Arm anschraubt, hängt den Bildschirm an seiner Kunststoffabdeckung auf.
Aufnahmen des Originalstandfußes sitzen dagegen häufig genau dort, wo man das VESA-Muster erwartet — manche Hersteller nutzen dieselben vier Löcher für beides, andere legen eine eigene Aufnahme daneben. Im ersten Fall wird der Standfuß abgeschraubt und der Arm kommt an dieselbe Stelle; im zweiten Fall bleiben nach dem Abbau des Fußes vier ungenutzte Löcher zurück, die nicht das VESA-Muster sind.
Die verlässlichste Unterscheidung: VESA-Löcher tragen ein metrisches Innengewinde, in das eine M4-Schraube ohne Kraft ein paar Umdrehungen greift, und sie sitzen symmetrisch zur Mitte des Bildschirms. Alles, was außermittig oder am Rand liegt, ist es nicht.
Manche Modelle verdecken das Muster mit einer aufgeclipsten Blende oder mit Gummistopfen. Beides lässt sich abnehmen; wo es klemmt, steht im Handbuch, an welcher Stelle man ansetzt.
Wenn der Monitor keine Löcher hat
Das kommt vor, vor allem bei Consumer-Modellen mit fest verbautem Standfuß und bei sehr flachen Designgeräten. Es gibt zwei Auswege, und sie sind unterschiedlich gut.
Die Adapterplatte des Herstellers. Manche Monitorhersteller bieten für solche Modelle ein eigenes Zubehörteil an, das anstelle des Standfußes oder auf dessen Aufnahme verschraubt wird und ein VESA-Muster nach außen führt. Das ist die saubere Lösung: Sie ist für dieses Gehäuse konstruiert, und die Kräfte gehen dorthin, wo der Hersteller sie vorgesehen hat.
Der universelle Klemmadapter. Ein Rahmen, der den Bildschirm an Ober- und Unterkante oder am Standfuß greift und auf der Rückseite ein VESA-Muster anbietet. Er funktioniert, hat aber drei Nachteile, die bei größeren Panels schwerer wiegen:
- Er verlängert den Hebel. Der Bildschirm sitzt einige Zentimeter weiter vom Arm entfernt, und dieselbe Masse erzeugt am Gelenk ein größeres Moment.
- Er wiegt selbst etwas, meist ein halbes bis ein Kilogramm. Das zählt zum Gewicht, das der Arm halten muss, und kann ein Panel über die Obergrenze schieben.
- Er fügt eine Schraubebene hinzu. Jede zusätzliche Verbindung ist eine Stelle, an der sich etwas lockern kann.
Für einen leichten 24-Zöller ist ein Klemmadapter unbedenklich. Für ein schweres oder gebogenes Panel ist er die schlechteste der verfügbaren Lösungen — dort lohnt es sich, vor dem Armkauf zu prüfen, ob der Monitorhersteller ein eigenes Teil anbietet.
Adapterplatten zwischen zwei Mustern — etwa von 100×100 auf 200×100 — sind der harmlosere Fall. Sie sitzen flach an der Rückseite und verlängern den Hebel kaum. Trotzdem gilt: Wo ein Arm das Maß direkt kann, ist das die bessere Wahl.
Schrauben: die Zahl, die im Handbuch steht
Das Gewinde ist genormt, die Länge nicht. Und sie ist der Punkt, an dem bei der Montage tatsächlich etwas kaputtgeht.
Die Gewindelöcher an der Rückseite eines Monitors sind flach — dahinter sitzt Elektronik oder die Rückseite des Panels. Eine Schraube, die zu weit hineinreicht, drückt gegen ein Bauteil oder durch eine Platine. Das merkt man oft nicht sofort, sondern erst an einem Bildfehler.
Was zu tun ist:
Die Angabe im Handbuch nachlesen. Dell schreibt für den U4919DW: „Für die Wandmontage durch Dritte wird die Verwendung eines 200 mm × 100 mm VESA-kompatiblen Wandmontagesatzes mit M4 × 10 mm Schrauben empfohlen." Zehn Millimeter — das ist die Zahl, an die man sich hält.
Die Schrauben aus dem Lieferumfang des Arms bevorzugen. Sie sind für den Normalfall bemessen. Wo die Rückseite gewölbt ist und die mitgelieferte Schraube nicht greift, gehören Distanzhülsen dazwischen, keine längeren Schrauben. Auch die liegen den meisten Armen bei.
Beim Eindrehen auf Widerstand achten. Wenn die Schraube stoppt, bevor die Platte anliegt, ist sie zu lang oder das Gewinde ist zu flach. Weiterdrehen macht es nicht besser.
Bei den großen Mustern kommt der Gewindewechsel dazu: MIS-F arbeitet mit M6 oder M8. Eine M4-Schraube in einem M6-Loch dreht sich mit. Sie hält nichts, auch wenn sie fest wirkt.
Wenn das Maß passt und es trotzdem nicht geht
Ein passendes Lochbild ist die Voraussetzung, aber keine Garantie. Drei Dinge gehen trotz richtiger Maße schief, und alle drei sieht man erst beim Anbauen.
Die Rückseite ist nicht plan. Viele Monitore sind hinten gewölbt oder tragen eine erhabene Blende um die Löcher. Die VESA-Platte des Arms liegt dann nur an drei Punkten auf und verkantet. Die Lösung sind Distanzhülsen — kurze Röhrchen, die zwischen Platte und Gehäuse kommen und den Abstand ausgleichen. Sie liegen den meisten Armen bei und werden regelmäßig übersehen, weil in der Anleitung nur ein kleines Bild dazu steht.
Die Anschlüsse werden verdeckt. Bei flachen Panels sitzen HDMI, DisplayPort und Strom direkt unterhalb oder neben dem VESA-Muster. Eine breite VESA-Platte kann den Zugang so weit verengen, dass ein gewinkelter Stecker nicht mehr passt. Das lässt sich vor dem Kauf nur schwer prüfen; wer weiß, dass es eng wird, sollte gewinkelte Adapter für die Kabel einplanen.
Der Arm kollidiert mit dem Gehäuse. Besonders bei stark gebogenen Panels läuft der Arm beim Schwenken gegen die Rückseite, bevor der gewünschte Winkel erreicht ist. Der Neigungsbereich, den ein Hersteller angibt, gilt für ein flaches Gehäuse — bei einem Curved-Monitor ist er praktisch kleiner.
Keines dieser drei Probleme steht in einem Datenblatt, und keines ist ein Defekt. Sie sind der Grund, warum die Montage eines Monitorarms öfter eine halbe Stunde dauert als die versprochenen fünf Minuten.
Schnellwechselplatten
Ein Detail, das erst beim Anbauen zählt und deshalb in kaum einem Vergleich vorkommt: Wie kommt der Bildschirm an den Arm?
Bei der einfachen Bauart wird der Monitor gehalten und gleichzeitig verschraubt. Bei einem leichten 24-Zöller geht das allein. Bei zwei Bildschirmen oder bei einem 15-Kilo-Panel wird daraus eine Zweipersonenaufgabe — einer hält, einer schraubt.
Die Schnellwechselplatte löst das mit einem zweiteiligen VESA-Kopf: Die eine Hälfte wird am Monitor verschraubt, während der noch flach liegt. Die andere sitzt am Arm. Zum Montieren wird der Bildschirm nur noch eingehängt und rastet ein oder wird mit einer einzelnen Schraube gesichert.
Der zweite Nutzen zeigt sich später: Zum Reinigen, Umbauen oder Verkaufen lässt sich der Bildschirm in Sekunden abnehmen, ohne die vier VESA-Schrauben zu lösen. Wie er danach stehen soll, steht im Ratgeber zu Monitorhöhe und Sehabstand.
Herstellerbezeichnungen dafür sind uneinheitlich — Schnellverschluss, Quick-Release, InstaMount und ähnliche. Wer allein montiert und einen schweren Bildschirm hat, sollte in der Produktbeschreibung gezielt danach suchen; die Angabe steht selten in der Spezifikationstabelle und fast immer im Fließtext.
Was „VESA-kompatibel" im Angebot bedeutet
Wenig. Der Begriff steht in Angebotstiteln von Monitoren wie von Halterungen und sagt in beiden Fällen nur, dass es überhaupt eine genormte Aufnahme gibt.
Bei einem Monitor heißt „VESA-kompatibel", dass vier Gewindelöcher nach Norm vorhanden sind. Welches Muster, steht damit nicht fest. Bei Bildschirmen ab etwa 32 Zoll lohnt es sich, im Datenblatt nachzusehen oder nachzumessen, bevor der Arm bestellt wird.
Bei einer Halterung ist die Angabe noch weniger wert, weil sie oft in einer Sammelformel steht: „VESA 75/100" ist eindeutig, „VESA-Standard" oder „VESA-kompatibel bis 200" ist es nicht. Bei den Armen aus unseren Vergleichen nennen drei von fünf im Schwerlastsegment das Maß präzise, zwei nur als Bereich.
Was Sie im Angebot suchen sollten, sind die Zahlen, nicht das Wort: „75×75 und 100×100" oder „75×75, 100×100, 200×100, 200×200". Steht dort nur „VESA-kompatibel", ist die Frage offen — und bei einem Rechteckmuster am Bildschirm ist das der wahrscheinlichste Grund für einen Rückversand.
Fünf Minuten vor der Bestellung
Die Reihenfolge ist wichtig: Wer erst den Arm aussucht und dann misst, hat die Auswahl umsonst getroffen.
1. Lochbild messen. Bildschirm auf ein Handtuch legen, Blende oder Stopfen abnehmen, waagerecht und senkrecht von Lochmitte zu Lochmitte messen. Notieren Sie beide Zahlen in dieser Reihenfolge. Finden Sie acht Löcher, notieren Sie beide Muster.
2. Gewicht ohne Standfuß nachschlagen. Im Datenblatt des Monitors, meist als „Gewicht ohne Standfuß" oder „weight excluding stand". Die Zahl auf dem Karton ist das Versandgewicht und damit zu hoch. Findet sich nichts, hilft die Personenwaage: Panel abschrauben, wiegen, notieren.
3. Plattendicke messen. An der Stelle, an der die Klemme sitzen soll, also mittig hinter dem Sitzplatz, nicht an der dünnsten Ecke. Bei Platten mit Umleimer misst man die tragende Stärke, nicht die Kante. Was zu tun ist, wenn die Platte aus dem zulässigen Bereich fällt, steht im Ratgeber zur Befestigung.
4. Im Angebot der Halterung die drei Werte suchen. Lochbild als Zahlen, Traglastfenster mit beiden Grenzen, Klemmbereich als Spanne. Fehlt einer davon, ist er offen, und offen heißt beim Monitorarm regelmäßig: passt nicht.
5. Beim Gewicht Abstand halten. Liegt Ihr Panel dicht an der Obergrenze, ist ein Arm der nächsten Klasse die ruhigere Wahl. Liegt es dicht an der Untergrenze, gilt dasselbe in die andere Richtung — ein zu leichter Bildschirm lässt sich an einem zu starken Arm nicht auf Höhe halten.
Die drei Zahlen vor dem Klick
VESA ist die erste von drei Prüfungen, und sie ist die einzige, die eindeutig ausfällt: Das Maß passt oder es passt nicht.
- Das Lochbild — waagerecht × senkrecht, an der Rückseite gemessen. Muss der Arm können, sonst hilft nichts.
- Das Gewicht ohne Standfuß — muss ins Traglastfenster des Arms passen, und zwar nach oben und nach unten.
- Die Plattendicke des Tisches — muss im Klemmbereich der Halterung liegen.
Wer diese drei Zahlen kennt, bevor er bestellt, hat den größten Teil der Fehlkäufe in diesem Segment ausgeschlossen. Die Vergleiche zu Einzelarmen bis 27 Zoll, Doppelarmen und Schwerlastarmen führen sie für die dort verglichenen Modelle jeweils in einer Tabelle auf.
Häufige Fragen
Wofür steht VESA?
VESA ist die Video Electronics Standards Association, ein Industriegremium. Der hier gemeinte Standard heißt genau genommen Flat Display Mounting Interface, kurz FDMI, und wird auch als VESA Mounting Interface Standard (MIS) geführt. Er stammt in seiner ersten Fassung von 1997 und wurde 2006 um die größeren Muster für Fernseher erweitert.
Regelt VESA auch, wie schwer mein Monitor sein darf?
Nein und das ist das häufigste Missverständnis. Der Standard beschreibt Lochabstände und Gewindegrößen. Wie viel eine Halterung trägt, steht ausschließlich in deren eigener Angabe. Ein Arm mit VESA 100×100 kann für 8 Kilogramm ausgelegt sein oder für 20; das Lochbild sagt darüber nichts.
Mein Monitor hat gar keine Löcher. Was jetzt?
Dann gibt es zwei Wege. Manche Hersteller bieten eine eigene Adapterplatte an, die anstelle oder oberhalb des Standfußes verschraubt wird. Das ist die bessere Lösung, weil sie für dieses Gehäuse konstruiert ist. Universelle Klemmadapter, die den Bildschirm an Rahmen oder Standfuß greifen, funktionieren auch, verlängern aber den Hebel und sind bei schweren Panels heikel.
Woran erkenne ich 200×100 gegenüber 100×100?
An der Anordnung: 100×100 ist ein Quadrat, 200×100 ein liegendes Rechteck. Wer nur den senkrechten Abstand misst, liest bei beiden 100 Millimeter; deshalb ist der waagerechte Abstand die entscheidende Messung. Viele große Bildschirme tragen beide Muster gleichzeitig, dann sind acht Löcher vorhanden.
Wie lang dürfen die Schrauben sein?
So lang, wie das Handbuch des Monitors sagt, und keinen Millimeter länger. Dell gibt für den 49-Zöller U4919DW zum Beispiel M4 × 10 mm an. Zu lange Schrauben stoßen im Gehäuse auf Bauteile, und was dahinter sitzt, ist die Elektronik oder die Rückseite des Panels. Wenn beim Eindrehen Widerstand kommt, bevor die Platte anliegt: aufhören.
Was ist eine Schnellwechselplatte?
Ein zweiteiliger VESA-Kopf: Die eine Hälfte wird am Monitor verschraubt und bleibt dort, die andere sitzt am Arm. Zum Montieren wird der Bildschirm eingehängt statt gehalten und gleichzeitig verschraubt. Bei einem 15-Kilo-Panel ist das der Unterschied zwischen einer Zweipersonen- und einer Einpersonenmontage.
Wer diesen Beitrag verantwortet

Fachredaktion Bürotechnik
Schreibt über Monitorarme, Konferenzaudio und Dokumentenkameras.
Technik-Redakteur mit Schwerpunkt Consumer Electronics und Audio
Wie wir einordnen
Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:
- Eignung für den Zweck
- Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Beitrag geht — Sitzhöhenspannweite, Traglastfenster, Kabinenvolumen, Kabinenmaß. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
- Belegte Spezifikationen
- Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
- Verarbeitung und Haltbarkeit
- Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen. Bei Gepäck und Büromöbeln der Punkt, an dem sich Preisklassen wirklich trennen.
- Aufwand für Aufbau und Betrieb
- Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Elektrofachkraft, Reinigung, Folgekosten je Verbrauchsmaterial.
- Transparenz des Anbieters
- Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit den Händlerdatenblättern übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.
Vollständige Methodik, einschließlich dem, was wir nicht tun
Aktualisierung und Quellen
- Veröffentlicht
- 28.08.2026
- Geändert
- 28.08.2026
- Geprüft
- 28.08.2026
- Quellen
- 6
Änderungsverlauf
- 28.08.2026 — Erstveröffentlichung. Lochbilder und Gewindegrößen gegen die MIS-Übersicht geprüft, Schraubenlänge am Beispiel eines Herstellerhandbuchs belegt.
Belege
- [1]VESA — Video Electronics Standards Association, Übersicht der frei verfügbaren StandardsInstitution oder Normvesa.orgFührt das Flat Display Mounting Interface (FDMI) als kostenlos beziehbaren Standard. Abgerufen am 28.08.2026.
- [2]Flat Display Mounting Interface — Übersicht der MIS-BezeichnungenInstitution oder Normen.wikipedia.orgMIS-B 20×50 mm, MIS-C 35×75 mm, MIS-D 75×75 und 100×100 mm, MIS-E 200×100 mm, jeweils M4; MIS-F ab 200 mm in 200-mm-Schritten mit M6 oder M8. Erstfassung 1997, Erweiterung 2006. Abgerufen am 28.08.2026.
- [3]Dell UltraSharp U4919DW, BenutzerhandbuchHerstellerangabedl.dell.comDer 49-Zoll-Ultrawide trägt 100×100 und 200×100 Millimeter. Dell schreibt: „Für die Wandmontage durch Dritte wird die Verwendung eines 200 mm x 100 mm VESA-kompatiblen Wandmontagesatzes mit M4 x 10 mm Schrauben empfohlen." Abgerufen am 28.08.2026.
- [4]VESA-Norm: was der Standard bedeutet — Übersicht der LochbilderHerstellerangabemonitorhalterung.deListet die gängigen Muster von 75×75 bis 1000×800 und den Übergang von M4 auf M6 ab 200×200. Beschreibt die Messung von Lochmitte zu Lochmitte. Abgerufen am 28.08.2026.
- [5]Übersicht der VESA-Standards MIS-D, MIS-E und MIS-FHändler- oder Marktdatenvesa-adapter.comOrdnet die Muster Bildschirmgrößen zu (MIS-D etwa 12–24 Zoll, MIS-E etwa 23–31 Zoll, MIS-F ab 31 Zoll) und warnt ausdrücklich vor zu langen Schrauben. Abgerufen am 28.08.2026.
- [6]Befestigungsmöglichkeiten von Monitorhalterungen an SchreibtischenHerstellerangabemonitorhalterung.deÜbersicht der Befestigungsarten und ihrer Voraussetzungen am Tisch.
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