Übersicht·Rollregale

Rollregale: was 22 Angebote über ihre Last verraten

Lena Moritz, Fachredaktion Möbel und Einrichtung

Von Lena MoritzFachredaktion Möbel und Einrichtung

Zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026

23 Min Lesezeit · Daten und Änderungsverlauf

„Rollregal" meint dreierlei: ein Regal auf Lenkrollen, einen Akten- oder Bücherwagen und eine Rollregalanlage auf Schienen im Archiv. Für alle drei entscheidet die Last — und genau die fehlt im Angebot oft oder ist unvollständig. Von **22 kaufbaren Angeboten** am Stichtag 5. Oktober 2026 nennen **13** überhaupt eine Tragkraft, **11** eine Last je Ebene und **keines** die Tragkraft einer einzelnen Rolle. Elf widersprechen sich an mindestens einer Stelle selbst. Wo ein Regal auf Rollen den Abschlag nennt, bleiben vom Titelwert 17 bis 29 Prozent. Bei Anlagen auf Schienen gilt seit 2023: Handschub nur bis **1.000 kg** je Wagen. Und ein Raum voller Standregale mit Ordnern bringt mit **2,1 kN/m²** mehr auf die Decke, als eine Bürodecke nach Eurocode tragen muss.

Drei Dinge heißen Rollregal

Wer „Rollregale" sucht, bekommt drei verschiedene Produkte, und keine der Seiten, die die Suche oben anzeigt, sagt das dazu. Archivhersteller meinen Anlagen auf Schienen, Baumärkte und Möbelversender Regale auf Lenkrollen, Transportspezialisten Wagen mit Böden.

Die Unterscheidung ist keine Wortklauberei, denn jede Bedeutung hat eine andere Frage und eine andere Zahl, an der sich alles entscheidet:

Bedeutung typische Frage die Zahl, die entscheidet Tiefenseite
Regal auf Lenkrollen Was trägt es, wenn es rollt? Tragkraft rollend gegen Titelwert Metallregale mit Rollen
Aktenwagen Wie viele Ordner und Mappen, wie schwer? 3,53 kg je Ordner, 46 g je Millimeter Registratur Aktenwagen
Bücherwagen Was wiegt eine volle Lage? 26 kg je Meter Bücher Bücherwagen
Rollregalanlage auf Schienen Welcher Antrieb, wie viel Platz? 1.000 kg je Wagen bei Handschub Rollregalanlage im Archiv
alle mit viel Last auf wenig Fläche Hält der Boden das? kN/m² gegen die Nutzlast der Decke Bodenbelastung durch Regale
Anlagen im Betrieb Muss geprüft werden? Antrieb von Hand oder elektrisch Prüfung von Rollregalen

Die Suchvorschläge zeigen, wie verschieden die Erwartungen sind. Zu „rollregale" ergänzt die Suchmaschine Archiv, Archivsysteme, Lager, Schwerlast, Bibliothek, Werkstatt, Prüfung und Kosten; zu „rollregalanlage" Archiv, Prüfung, gebraucht, Hersteller und Preis; zu „aktenwagen" mit Rollen, Hängeregister, abschließbar und klappbar; zu „bücherwagen" Bibliothek, Schule und Kita. Wer „rollregal schwerlast" eingibt, sucht etwas anderes als jemand, der „rollregalanlage prüfung" eingibt — und beide landen auf denselben Seiten.

Die drei Vergleiche behandeln, was man fertig kaufen kann. Die drei Ratgeber behandeln die Anlage auf Schienen, die man nicht im Versand bestellt, sondern plant, und die zwei Fragen, die alle Bauformen betreffen: den Boden darunter und die Prüfung.

Gemeinsam ist allen sechs Seiten eine Beobachtung, die in diesem Bereich immer wiederkehrt: Die Last ist die wichtigste Eigenschaft eines Regals auf Rollen, und sie ist die Angabe, die am häufigsten fehlt, unvollständig ist oder sich selbst widerspricht. Diese Übersicht zählt nach, wie häufig.

Nicht behandelt werden hier Rollregale für Küche, Bad und Nische, die in den Suchvorschlägen ebenfalls auftauchen, und Werkstatt- oder Werkzeugwagen. Sie haben andere Lasten und andere Fragen. Wo es Überschneidungen gibt, etwa beim schmalen Bücherwagen für die Lücke neben dem Schreibtisch, steht das auf der jeweiligen Tiefenseite.

Was 22 Angebote über ihre Last verraten

Für die drei Vergleiche in diesem Bereich wurden am 5. Oktober 2026 insgesamt 22 Angebote ausgelesen, deren Kaufbarkeit an diesem Tag in einer Kaufbox geprüft war: sieben Regale auf Rollen, sieben Aktenwagen, acht Bücherwagen. Für jedes wurde notiert, welche Lastangaben das Angebot selbst macht.

Angabe im Angebot Regale auf Rollen (7) Aktenwagen (7) Bücherwagen (8) gesamt (22)
irgendeine Tragkraft 6 2 5 13
Last je Ebene, Fach oder Lage 5 1 5 11
Tragkraft einer einzelnen Rolle 0 0 0 0
mindestens zwei Feststeller mit Anzahl 3 6 6 15
Widerspruch oder Datenfehler im eigenen Angebot 3 3 5 11
Höhe zu Tiefe über 5 0 0 2 2

Die Zahlen lesen sich je nach Zeile unterschiedlich.

Die Tragkraft fehlt bei neun von 22. Bei den Aktenwagen ist das die Regel: Fünf von sieben nennen keine Zahl, darunter alle vier Hängemappenwagen eines Markenherstellers. Bei den Bücherwagen fehlt sie bei allen drei aus Kunststoff. Bei den Regalen auf Rollen nennt nur eines gar keine.

Die Last je Ebene nennt die Hälfte. Sie ist die Angabe, die man braucht, um eine Beladung zu planen, denn eine Gesamtzahl verteilt sich nicht von selbst gleichmäßig. Bei den Aktenwagen nennt sie ein einziger, und auch der nur für eine von zwei Etagen.

Die Tragkraft je Rolle nennt niemand. Das ist die auffälligste Zeile und Gegenstand des nächsten Abschnitts.

Feststeller sind die beste Nachricht. 15 von 22 nennen mindestens zwei feststellbare Rollen, die Zahl, die der DGUV Grundsatz 315-410 für rollbare Büromöbel verlangt. Drei weitere erwähnen Feststeller ohne Anzahl.

Die Widerspruchszeile zählt Angebote, in denen sich Titel, Stichpunkte und Detailtabelle an mindestens einer Stelle widersprechen oder eine Angabe offensichtlich falsch ist. Das sind elf, genau die Hälfte. Auch dazu weiter unten mehr.

Die Auszählung bewertet keine Produkte; sie zählt, was die Angebote sagen. Ein Wagen ohne Tragkraftangabe kann trotzdem viel tragen. Man weiß es nur nicht, und wer ihn belädt, rechnet ohne Grundlage.

Die Angabe, die in keinem Angebot steht: Tragkraft je Rolle

Von 22 Regalen und Wagen auf Rollen nennt kein einziges, was eine einzelne Rolle trägt. Das ist bemerkenswert, weil die Rolle das Bauteil ist, über das die gesamte Last auf den Boden geht, und weil die Rollenhersteller für ihre eigenen Produkte genau diese Angabe machen.

Wie man sie ausrechnet, sagen die Rollenhersteller auch. Schwalb empfiehlt als Faustregel, bei vier Rollen die Gesamtbelastung durch drei zu teilen, weil durch unebene Böden oder ungleiche Lastverteilung nicht immer alle vier gleichmäßig tragen. Blickle nennt eine Formel mit Eigengewicht, Zuladung, Zahl der tragenden Rollen und einem Sicherheitsfaktor, für manuellen Betrieb im Innenbereich 1,0 bis 1,5.

Mit dieser Regel lässt sich für jedes Angebot mit Tragkraft rechnen, was eine Rolle mindestens tragen müsste:

Angebot Last für die Rechnung je Rolle (÷ 3)
Lagerregal mit Rollen, Tragkraft rollend 200,03 kg plus 12,29 kg Eigengewicht 212 kg 70,8 kg
dasselbe Regal mit der Titelzahl von 680 kg 693 kg 230,9 kg
Tischwagen für Akten, 250 kg Traglast 250 kg plus Eigengewicht ab 83 kg
Bücherwagen, 150 kg Traglast, rund 18 kg Eigengewicht 168 kg 56 kg

Die zweite Zeile zeigt, warum die Angabe fehlt, wo sie am nötigsten wäre. Ein Regal, dessen Titel 680 Kilogramm nennt, rollt mit 200. Würde jemand die Titelzahl auf Rollen übertragen, bräuchte jede Rolle mehr als 230 Kilogramm Tragfähigkeit. Ob die eingebauten Rollen das können, steht nirgends.

Für den Käufer gibt es zwei Wege. Entweder er fragt den Verkäufer nach der Tragkraft je Rolle und rechnet selbst. Oder er hält sich an die rollende Tragkraft, wo sie angegeben ist, und belädt nicht darüber. Was er nicht tun sollte: die größte Zahl im Angebot für die halten, die beim Schieben gilt.

Für den Boden ist die Rolle ebenfalls eine Größe. Der Eurocode bemisst Decken neben der Flächenlast für eine Einzellast auf einem Quadrat von 50 Millimetern, bei Büros 2,0 Kilonewton. Wie Rollen und Füße dazu stehen, rechnet der Ratgeber zur Bodenbelastung vor.

Elf Angebote widersprechen sich selbst

Die Hälfte der ausgezählten Angebote enthält mindestens eine Stelle, an der sich die eigenen Angaben widersprechen oder eine Angabe offensichtlich nicht stimmen kann. Eine Auswahl, nach Art des Fehlers:

Rechnung geht nicht auf. Ein Regal wirbt im Titel mit 1.700 Kilogramm; sechs Ebenen zu je 272 Kilogramm sind 1.632. Ein Designwagen nennt 5 Kilogramm je Regal und 1 Kilogramm für die obere Ablage, zusammen 16, und in der Detailtabelle 6 Kilogramm als Höchstgewicht für den ganzen Wagen.

Maße passen nicht zusammen. Ein Regal steht im Titel mit 165 Zentimetern Höhe, in der Tabelle mit 176,5. Ein Kunststoffwagen hat laut Tabelle die Maße „10T x 10B x 10H Millimeter", einen Würfel von einem Zentimeter. Ein anderer nennt im Text 38 × 17 × 77 Zentimeter und in der Tabelle 38 × 31 × 20. Ein Tischwagen führt in der Detailtabelle eine Höhe von „0,1H cm".

Begriffe falsch. Zwei Bücherwagen eines Herstellers führen ihre Lagenlast in der Detailtabelle als „Gewichtskapazität Mindestgewicht: 50 Kilogramm" — ein Wagen hat kein Mindestgewicht. Einer vertauscht zusätzlich Breite und Tiefe.

Text und Tabelle verschieden. Ein klappbarer Aktenwagen nennt bei Amazon 59 Kilogramm, im Datenblatt eines Fachhändlers 60, aufgeteilt auf 20 und 40 je Etage.

Keiner dieser Fehler macht ein Produkt schlecht. Aber jeder macht eine Rechnung unsicher, und die meisten betreffen genau die Zahlen, auf die es bei einem Regal auf Rollen ankommt: Last und Höhe. Wer ein solches Angebot kauft, sollte die widersprüchliche Angabe beim Verkäufer klären, bevor er belädt — oder mit der kleineren Zahl rechnen.

Die Tiefenseiten nennen jeden dieser Fälle mit Zitat und Fundstelle. Diese Übersicht zeigt nur, wie häufig sie sind: in jedem zweiten Angebot.

Ordner, Bücher, Kartons: die Gewichte, mit denen dieser Bereich rechnet

Jede Lastfrage in diesem Bereich beginnt mit dem Gewicht des Lagerguts. Weil die Angebote dazu nichts sagen, rechnen die Tiefenseiten mit Werten, die aus Normen, Herstellerangaben und Archivquellen stammen. Zusammengestellt ergeben sie eine Tabelle, die sich für jedes Regal und jeden Wagen verwenden lässt:

Lagergut Gewicht Herkunft
ein Blatt A4, 80 g/m² 5 g Papiermaß A4 = 1/16 m²
breiter Ordner, voll 3,53 kg 0,53 kg leer laut Hersteller, 600 Blatt
breiter Ordner, Durchschnitt eines Aktenlagers 2,2 kg Dienstleisterangabe
ein Meter breiter Ordner, voll 43,6 kg 3,53 kg auf 81 mm Rücken
ein Millimeter dicht gefüllte Hängeregistratur 46 g 108 µm Blattdicke laut Papierdatenblatt
ein Meter Bücher, Rückenhöhe unter 35 cm 26 kg DIN 67700, Tab. 45
ein Meter Bücher, 35 bis 45 cm 53 kg DIN 67700, Tab. 45
ein Meter Bücher, über 45 cm 83 kg DIN 67700, Tab. 45
ein Buch, unter 35 cm 0,74–1,04 kg 26 kg bei 25 bis 35 Bänden je Meter
Archivschachtel 2,0–2,5 kg Dienstleisterangabe
ein laufender Meter kartoniertes Archivgut, dicht bis 77 kg 26 × 35 × 100 cm mal 850 kg/m³

Die Tabelle hat eine Spanne, die man kennen sollte. Der volle Ordner wiegt nach Herstellerangaben 3,53 Kilogramm, der Durchschnittsordner eines Aktenlagers 2,2. Ein Meter Archivgut liegt je nach Packdichte zwischen 20 und 77 Kilogramm. Wer plant, nimmt den oberen Wert; wer den eigenen Bestand kennt, wiegt eine Stichprobe und ersetzt die Tabelle durch die eigene Zahl.

Mit diesen Werten wird aus jeder Lastfrage eine Multiplikation. Neun breite Ordner auf einer 76 Zentimeter breiten Ebene: 31,8 Kilogramm. Eine 77 Zentimeter breite Lage Bücher: 20 Kilogramm. Ein vier Meter langer Fahrwagen einer Rollregalanlage mit sechs Fachböden je Seite voller Ordner: rund 2.090 Kilogramm. Ein Raum mit fünf laufenden Metern Ordnern je Quadratmeter: 218 Kilogramm je Quadratmeter.

Die Zahlen in der Tabelle sind keine Messungen dieses Bereichs, sondern Fundstellen. Jede Tiefenseite nennt die Quelle mit Abrufdatum, und wo sich zwei Quellen widersprechen, stehen beide da.

Regal auf Rollen: was von der Titelzahl übrig bleibt

Das meistbewertete Regal auf Rollen bei Amazon trägt laut Titel 680 Kilogramm. Im dritten Stichpunkt stehen drei Zahlen: 680,39 Kilogramm auf Nivellierfüßen, 299,82 auf stehenden Rädern und 200,03 „mit Rädern in Bewegung". Auf Rollen bleiben 29 Prozent. Ein zweites Angebot wirbt mit 1.700 Kilogramm und schreibt, nach der Radmontage solle man es nicht über 294 Kilogramm belasten: 17 Prozent.

Diese beiden sind die ehrlichen. Von sieben Regalen auf Rollen im Vergleich der Rollregale aus Metall nennen zwei einen Abschlag für den rollenden Zustand. Eines ist als Wagen gebaut und nennt nur die Fahrlast. Vier lassen offen, ob ihre Zahl auf Rollen gilt.

Für die Praxis heißt das: Bei einem Regal auf Rollen ist die Titelzahl die Obergrenze für das Regal auf Füßen, nicht für das Regal, das man schiebt. Wo der Abschlag fehlt, ist er nicht null, sondern unbekannt.

Zwei weitere Grenzen gelten für alle Regale auf Rollen im Büro. Der DGUV Grundsatz 315-410 verlangt mindestens zwei Rollen mit Feststellern und sieht Regale als standsicher an, wenn die oberste Ablage nicht höher liegt als das Fünffache der Gestelltiefe. Alle sieben Regale im Vergleich bleiben darunter, eines mit 4,8 nur knapp. Und der Druck auf den Fußboden darf 4 Newton je Quadratmillimeter nicht überschreiten, was bei kleinen harten Rollen auf empfindlichen Böden eine Rolle spielt.

Mit vollen Ordnern auf allen Ebenen bleibt im Vergleich nur ein Regal unter seiner eigenen rollenden Grenze. Wer ein Regal auf Rollen für Akten kauft, rechnet deshalb zuerst die Ordner: neun breite Ordner auf 76 Zentimetern wiegen 31,8 Kilogramm, und die Frage ist, ob die Ebene das rollend trägt.

Aktenwagen: Ordner und Hängemappen in Kilogramm

Ein voller breiter Ordner wiegt 3,53 Kilogramm: 0,53 Kilogramm Ordner nach Herstellerangabe, 600 Blatt zu fünf Gramm. Ein Millimeter dicht gefüllter Hängeregistratur wiegt 46 Gramm, berechnet aus der Blattdicke eines gängigen Kopierpapiers. Mit diesen beiden Zahlen lässt sich jeder Aktenwagen nachrechnen — und das ist nötig, denn von sieben kaufbaren Wagen im Vergleich der Aktenwagen nennen zwei eine Tragkraft.

Die Hängemappenwagen eines Markenherstellers werben mit 80 bis 100 Mappen. Das setzt 7,1 bis 8,2 Millimeter je Mappe voraus. Für eine normal gefüllte Standardmappe rechnet man mit 10 Millimetern, und dann passen 64 bis 76. Voll tragen diese Wagen 30 bis 35 Kilogramm Papier, ohne dass irgendwo steht, ob sie das dürfen. Bei Hängemappenwagen ist das weniger kritisch als bei Regalen: Mehr Papier, als die Schiene fasst, passt nicht hinein.

Bei Wagen mit Ablageböden ist es anders. Der empfohlene Tischwagen nennt 250 Kilogramm gesamt und 80 für die obere Etage; zwei Etagen voller Archivkartons lägen mit rund 129 Kilogramm weit darunter. Ein klappbarer Transportwagen nennt 59 Kilogramm und, beim Fachhandel, die Aufteilung auf 20 und 40 Kilogramm je Etage — sechs breite Ordner auf der leichteren Etage wären schon zu viel.

Bei Hängemappenwagen kommt ein Maß hinzu, das nichts mit Gewicht zu tun hat: der Schienenabstand. Deutsche A4-Hängemappen brauchen rund 330 Millimeter; der Markenhersteller nennt 330, das Lexikon zur Hängeregistratur 333. Wagen für das amerikanische Letter-Format haben engere Schienen. Ein Angebot, das „für Briefform" und „A4" zugleich schreibt, wurde deshalb aus dem Vergleich ausgeschlossen: Mehrere Käufer melden, dass ihre A4-Mappen nicht passen.

Sechs der sieben Aktenwagen nennen die zwei Feststeller, die der Büromöbel-Grundsatz verlangt. Für Personalakten und Patientenunterlagen kommt eine Frage hinzu, die keine Tragkraft beantwortet: ob der Wagen abschließbar ist. Im Vergleich ist es einer.

Bücherwagen: 26 Kilogramm je Meter

Für Bücher gibt es einen Wert mit Normbezug: Die Bibliotheksbaunorm DIN 67700 setzt für Bücher mit weniger als 35 Zentimetern Rückenhöhe 26 Kilogramm je Meter Fachboden an. Hundert Bücher wiegen damit 74 bis 104 Kilogramm, je nachdem, ob 25 oder 35 auf einen Meter passen.

Gegen diese Zahl gerechnet, trennt sich das Feld im Vergleich der Bücherwagen in drei Gruppen. Vier Metallwagen eines Herstellers nennen eine Last je Lage zwischen 33 und 50 Kilogramm und tragen eine volle Lage Bücher mit Reserve; die Lage nutzt 25 bis 67 Prozent davon. Ein schmaler Designwagen erlaubt 5 Kilogramm je Regal, eine volle Reihe Bücher wiegt dort 15,3. Drei Wagen aus Kunststoff nennen keine Last, und zwei davon stehen mit 78 Zentimetern Höhe auf 15 Zentimetern Tiefe über der Fünfergrenze.

Der Designwagen ist ein Lehrstück für die Lastzeile der Auszählung. Er nennt eine Tragkraft, und zwar zwei verschiedene: 5 Kilogramm je Regal im Stichpunkt, 6 Kilogramm für den ganzen Wagen in der Tabelle. Er selbst wiegt laut derselben Tabelle 7,5 Kilogramm, mehr als er tragen soll. Für die Lücke neben dem Schreibtisch gibt es im Vergleich eine Alternative mit 32 Zentimetern Breite und 33 Kilogramm je Lage, die eine volle Lage Bücher mit drei Vierteln Reserve trägt.

Der Bibliotheksfachhandel ist kein Gegenmodell in allem. Ein Ausstatter führt 24 Bücherwagen; zehn nennen eine Tragkraft, 14 eine Kapazität in Bänden, einer beides. Die Bändezahlen setzen bis zu 50 Bände je Meter voraus, die Norm rechnet mit 25 bis 35.

Ein Muster betrifft die Metallwagen: Bei drei von vier beschreiben Rezensionen Bohrungen oder Teile, die beim Aufbau nicht passen. Wer einen solchen Wagen kauft, legt die Fachböden vor der ersten Schraube an den Rahmen und reklamiert innerhalb der Frist, statt mit einer Schraube weniger zu leben.

Rollregalanlage: wenn das Regal auf Schienen fährt

Die vierte Bedeutung des Wortes ist die älteste. Der Hersteller Bruynzeel datiert das Prinzip auf ein Patent des Schweizer Ingenieurs Hans Ingold von 1947: Regale auf Fahrwagen, die auf Schienen zusammengeschoben werden, sodass nur dort ein Gang offen ist, wo jemand arbeitet. Solche Anlagen gibt es nicht im Versandhandel. Eine Suche nach Rollregalanlagen auf Amazon ergab am Stichtag kein einziges Angebot einer Anlage auf Schienen. Sie werden geplant, montiert und übergeben.

Drei Zahlen aus dem Ratgeber zur Rollregalanlage im Archiv fassen zusammen, was dabei zählt:

  • Platz: Archivberatungen rechnen mit 9 statt 5 laufenden Metern Akten je Quadratmeter. Mit den Gangbreiten der DIN 67700 gewinnt eine Anlage 43 Prozent, wenn sich drei Doppelregale einen Gang teilen, 67 Prozent bei sechs und 89 Prozent bei zwanzig. Die Werbung nennt alles von 50 Prozent bis zum Vierfachen.
  • Antrieb: Seit der DGUV Information 208-061 von 2023 darf ein Wagen per Handschub höchstens 1.000 Kilogramm tragen; die zurückgezogene Vorgängerregel erlaubte 2.000. Mit Archivkartons ist die Grenze je nach Lagergut nach 1,1 bis 4,2 Metern Regallänge erreicht.
  • Schiene: Nach der Gütebestimmung RAL-RG 614 darf sie sich höchstens einen Millimeter je Meter neigen.

Eine Rollregalanlage ist damit ein Bauprojekt, und ihr Angebot ist ein Bauangebot: mit Grundriss, bemaßten Schienen, Radlasten und Hinweisen auf bauseitige Maßnahmen. Wer bisher Regale im Versand gekauft hat, wechselt die Welt. Der Ratgeber erklärt die Regeln, die dabei gelten, und was in einer Anfrage stehen sollte, damit Angebote vergleichbar werden.

Was der Boden unter Regalen aushält

Je mehr Regale auf einer Fläche stehen, desto wichtiger wird die Frage, die kein Regalangebot beantwortet: Was trägt die Decke? Der Eurocode bemisst Büroflächen mit 2,0 Kilonewton je Quadratmeter, Wohnräume mit 1,5 oder 2,0, Bibliotheken mit mindestens 6,0.

Der Ratgeber zur Bodenbelastung durch Regale rechnet mit dem Weg, den die Norm für Bücher und Akten selbst vorschreibt: aus Stellfläche, Regalhöhe und Gewicht. Drei Ergebnisse stechen heraus:

  • Ein einzelnes Regal an der Wand ist in einem Büro kein Problem. Mit fünf Ebenen voller Ordner verteilt es sich auf rund ein Viertel der Büronutzlast.
  • Ein Raum voller Standregale mit Ordnern erreicht nach dem Faustwert der Archivberatungen 2,1 kN/m² — allein aus Papier und Ordnern, ohne Regale, ohne Personen, und damit mehr als die 2,0, für die eine Bürodecke bemessen ist.
  • Eine Bürodecke nimmt rechnerisch 4,7 laufende Meter volle Ordner je Quadratmeter auf; Standregale stellen 5. Eine Bibliotheksdecke nimmt 7,9 Meter dichtes Archivgut auf; Rollregalanlagen stellen 9.

Für Wohnungen gilt dieselbe Rechnung mit kleineren Zahlen. Eine Bücherwand an einer Wand verteilt sich auf einen Bruchteil der 1,5 kN/m², für die eine Wohnungsdecke mit Querverteilung bemessen ist. Eine Privatbibliothek mit Regalreihen im Abstand einer Öffentlichen Bibliothek kommt allein an Büchern auf 1,6 kN/m², und ein Dachboden, der nur für 1,0 kN/m² bemessen ist, ist schon mit einem einzigen vollen Ordnerregal auf zwei Quadratmetern ausgelastet.

Die Konsequenz ist keine Panik, sondern eine Reihenfolge. Wer einen Büroraum zum Archiv macht oder eine Rollregalanlage plant, rechnet zuerst die Flächenlast und fragt bei Annäherung an die Nutzlast der Decke einen Statiker. Die DGUV Information 208-061 verlangt für Lagereinrichtungen ohnehin, dass die Belastbarkeit der Aufstellfläche vor dem Aufstellen nachgewiesen ist.

Prüfen: was nach der Montage und danach gilt

Die Suche fragt „müssen rollregale geprüft werden", und keine Seite der Herstellerwerbung beantwortet das. Die Antwort hängt am Antrieb.

Jede Anlage, deren Sicherheit von der Montage abhängt, muss nach § 14 Absatz 1 der Betriebssicherheitsverordnung vor jeder Inbetriebnahme nach einer Montage von einer befähigten Person geprüft werden. Für die Zeit danach unterscheidet die DGUV Information 208-043: Bei Regalen, die von Hand bewegt und beladen werden, kann in der Regel auf regelmäßige Prüfungen verzichtet werden; bei kraftbetriebenen ist immer mit Schäden verursachenden Einflüssen zu rechnen. Als bewährte Frist nennt die TRBS 1201 einmal pro Jahr.

Der Ratgeber zur Prüfung von Rollregalen übersetzt das in eine Prüfliste mit Maßen, die sich mit dem Zollstock messen lassen: höchstens 15 Millimeter Abstand der Regalunterkante zum Boden, mindestens 25 Millimeter zwischen festen Kanten, 50 bis 180 Millimeter zur Wand, eine Kippsicherung, wenn die oberste Ablage höher liegt als das Fünffache des Radachsenabstands.

Zwei weitere Anlässe kennt die Betriebssicherheitsverordnung in § 14 Absatz 3: Prüfungen nach prüfpflichtigen Änderungen, etwa wenn Wagen ergänzt oder Fachböden umgesetzt werden, und außerordentliche Prüfungen nach Ereignissen wie Unfällen, längerem Stillstand oder Naturereignissen. Sie gelten auch dort, wo auf die wiederkehrende Prüfung verzichtet wird. Und Wartung ist keine Prüfung: Ein Wartungsbericht ohne Prüfaussage einer befähigten Person ersetzt das Protokoll nicht.

Ein Missverständnis klärt er nebenbei. Die oft zitierte Schwelle von 200 Kilogramm Fachlast betrifft nicht die Prüfung, sondern das Belastungsschild: Bei handbeladenen Regalen darunter darf darauf verzichtet werden.

Welche Lösung für welchen Bestand

Die sechs Seiten dieses Bereichs beantworten Einzelfragen. Wer vor einer Entscheidung steht, braucht die Reihenfolge, in der man sie stellt. Die folgende Tabelle ordnet typische Ausgangslagen:

Ausgangslage naheliegende Lösung entscheidende Zahl wo nachlesen
20 bis 60 Hängemappen, täglich zwischen Arbeitsplätzen Hängemappenwagen Schienenlänge ÷ 10 mm je Mappe Aktenwagen
Ordner, die zwischen Räumen pendeln Tisch- oder Etagenwagen mit Tragkraftangabe 3,53 kg je Ordner, Last je Etage Aktenwagen
Bücher und Ordner im Lehrerzimmer oder in der Bibliothek Bücherwagen mit Lagenlast und Lagenhöhe über 32 cm 26 kg je Meter, 31,8 cm Ordnerhöhe Bücherwagen
Ordnerbestand, der selten umgestellt wird Regal auf Rollen, auf Füßen abgestellt rollende Tragkraft gegen Ordnergewicht Metallregale mit Rollen
Archivraum mit mehreren hundert laufenden Metern Rollregalanlage auf Schienen 9 lfm/m², 1.000 kg je Wagen bei Handschub Rollregalanlage, Bodenbelastung
Büroraum, der zum Aktenraum werden soll Standregale nach Statikprüfung 2,0 kN/m² gegen die Flächenlast Bodenbelastung
bestehende Anlage, Prüfpflicht unklar Gefährdungsbeurteilung, Prüfung nach Montage Antrieb von Hand oder elektrisch Prüfung

Die Tabelle folgt einer Reihenfolge, die sich bei jeder Ausgangslage bewährt. Zuerst der Bestand: Was soll aufbewahrt oder bewegt werden, in welcher Menge, und was wiegt es? Dann die Bewegung: Wandert der Bestand täglich, gelegentlich oder gar nicht? Dann der Raum: Wie viel Fläche steht zur Verfügung, und was trägt die Decke? Erst danach kommt das Produkt.

Wer die Reihenfolge umdreht und mit dem Produkt beginnt, landet häufig bei einem der Fehlkäufe, die die Tiefenseiten beschreiben: beim Regal auf Rollen, das rollend die Ordner nicht trägt, für die es gekauft wurde; beim Bücherwagen, dessen Lagen zu niedrig für Ordner sind; beim Hängemappenwagen, dessen Mappenzahl nur mit halb leeren Mappen aufgeht; bei der Rollregalanlage, die geplant wird, bevor jemand nach der Decke gefragt hat.

Zwei Grundsätze gelten über die Tabelle hinaus. Erstens: Was rollt, braucht eine Lastangabe für den rollenden Zustand. Wo sie fehlt, ist die Beladung eine Schätzung. Zweitens: Was viel Last auf wenig Fläche bringt, braucht einen Blick auf den Boden, bevor es geliefert wird.

Für den Fall, dass gar nichts rollen muss, ist die Antwort einfach: ein festes Regal. Ein Wagen, der elf Monate im Jahr an derselben Stelle steht, ist ein Regal mit schlechterer Standfestigkeit. Der Rollregal-Gedanke lohnt sich dort, wo Bestände wandern oder wo Platz knapp ist — nicht als Möbel um seiner selbst willen.

Fachhandel oder Versand: wo welche Angabe steht

Ein Teil der Antworten in diesem Bereich kommt nicht aus den Versandangeboten, sondern aus Datenblättern des Fachhandels. Der Vergleich zeigt, dass beide Welten ihre Lücken haben, nur an verschiedenen Stellen.

Bei Bücherwagen nennt der Bibliotheksausstatter, dessen 24 Wagen ausgezählt wurden, bei jedem Wagen den Raddurchmesser, bei vielen das Fachbodenmaß und die Kapazität in Bänden. Eine Tragkraft nennen aber nur zehn von 24. Bei den Versandangeboten nennen vier von acht eine Last je Lage, keiner einen Raddurchmesser.

Bei Aktenwagen nennt das Datenblatt eines Fachhändlers für den klappbaren Transportwagen die Last je Etage, 20 und 40 Kilogramm, den lichten Etagenabstand und die Raddurchmesser — das Versandangebot desselben Wagens nur eine Gesamtzahl. Ein anderer Fachhändler beschreibt einen Aktentransportwagen für 45 Ordner mit Maßen, Ordnerzahl je Ebene und Raddurchmesser, aber ohne Traglast.

Bei Rollregalanlagen gibt es nur den Fachhandel, und dort sind die Angaben am vollständigsten, weil eine Gütebestimmung sie verlangt: Grundriss mit bemaßten Schienen, Radlasten, Abstände, Spurweite, Hinweise auf bauseitige Maßnahmen. Dafür fehlt dort, was der Versand selbstverständlich liefert: eine Zahl, die man ohne Anfrage sieht.

Für Käufer folgt daraus kein Urteil über die Vertriebswege, sondern eine Arbeitsweise. Wer einen Wagen im Versand findet, sucht das Datenblatt des Herstellers oder eines Fachhändlers dazu; oft stehen dort die fehlenden Zahlen. Wer beim Fachhandel anfragt, verlangt die Tragkraft auch dort, wo das Datenblatt nur Kapazitäten nennt. Und wer zwei Quellen mit verschiedenen Zahlen findet, rechnet mit der kleineren.

Nachteile, die in der Werbung fehlen

Von den Seiten, die die Suche nach „rollregale" oben anzeigt, nennt nur das Lexikon Nachteile. Die Herstellerseiten zählen Vorteile auf, die Shops Preise. Die Tiefenseiten dieses Bereichs haben die Nachteile gesammelt, die sich aus Zahlen und Quellen belegen lassen.

Regale auf Rollen tragen rollend weniger, oft erheblich weniger, als ihr Titel sagt. Sie stehen auf Lenkrollen, die sich im Raum drehen, und eine schwenkende Rolle verkleinert die wirksame Standfläche. Kleine harte Rollen hinterlassen auf weichen Böden Spuren, und ohne Feststeller stehen sie nicht fest.

Aktenwagen und Bücherwagen verkaufen Kapazität statt Last: Mappenzahlen, die dünnere Mappen voraussetzen, Bändezahlen, die dünnere Bücher voraussetzen. Die Montage ist bei mehreren Metallwagen eine Schwachstelle, die erst nach dem Auspacken sichtbar wird. Und schmale Kunststoffwagen stehen bei 15 Zentimetern Tiefe so hoch, dass sie die Fünferregel des Büromöbel-Grundsatzes überschreiten.

Rollregalanlagen gewinnen Platz, aber sie verlieren Durchsatz: Weil immer nur ein Gang offen ist, können zwei Personen nicht ohne Absprache an zwei Stellen arbeiten. Sie bringen meist mehr Last auf dieselbe Fläche, als eine Bürodecke trägt. Sie sind Bauprojekte mit Statik, Schienenverlegung und Prüfung nach der Montage, und mit Elektroantrieb unterliegen sie einer wiederkehrenden Prüfpflicht.

Für alle gilt, dass die wichtigste Zahl, die Last, im Angebot oft fehlt, unvollständig ist oder sich widerspricht — in der Auszählung dieser Übersicht in jedem zweiten Fall.

Keiner dieser Nachteile spricht gegen die Bauform. Sie sprechen dafür, vor dem Kauf zu rechnen statt nach der Lieferung zu staunen.

Fünf Zahlen für jedes Angebot

Wer ein Regal oder einen Wagen auf Rollen kauft, kann jedes Angebot mit fünf Fragen prüfen. Sie brauchen keinen Fachhändler, nur das Angebot, einen Taschenrechner und, wo nötig, einen Zollstock.

  1. Steht eine Tragkraft für den rollenden Zustand da? Wenn nur eine Zahl im Titel steht, gilt sie im Zweifel für das Regal auf Füßen. Wo ein Abschlag genannt ist, lag er im Vergleich bei 71 und 83 Prozent.
  2. Steht eine Last je Ebene da, und reicht sie für das Lagergut? Breite der Ebene in Metern mal 43,6 Kilogramm für breite Ordner, mal 26 für Bücher.
  3. Was müsste eine Rolle tragen? Eigengewicht plus Zuladung, geteilt durch drei. Steht die Rollentragkraft nicht im Angebot — und das war in 22 von 22 Fällen so —, beim Verkäufer nachfragen.
  4. Wie verhält sich die Höhe zur Tiefe? Über dem Fünffachen gilt ein Regal nach dem Büromöbel-Grundsatz nicht mehr ohne Weiteres als standsicher.
  5. Sind mindestens zwei Rollen feststellbar? So verlangt es der Grundsatz für rollbare Büromöbel.

Widersprechen sich Angaben im selben Angebot, gilt die kleinere Zahl, bis der Verkäufer etwas anderes schriftlich bestätigt. Fehlt eine Angabe ganz, ist das keine Null, sondern eine offene Frage — und die gehört vor die Bestellung, nicht danach.

Für Anlagen auf Schienen kommen zwei Zahlen hinzu, die kein Angebot ersetzt: die Wagenlast gegen die Handschubgrenze von 1.000 Kilogramm und die Flächenlast gegen die Nutzlast der Decke. Beide stehen in den Ratgebern dieses Bereichs mit Rechenweg.

Wie diese Übersicht entstanden ist

Diese Übersicht und die sechs Seiten dahinter beruhen auf öffentlich zugänglichen Angaben, nicht auf eigenen Tests. Für die drei Vergleiche wurden am 5. Oktober 2026 die Angebotsseiten der genannten Produkte ausgelesen und die Kaufbarkeit an einer Kaufbox geprüft. Gezählt wurde, was die Angebote selbst sagen; wo sie sich widersprechen, steht das so auf der Tiefenseite.

Die Rechnungen verwenden Werte mit Fundstelle: die Bibliotheksbaunorm DIN 67700 für das Gewicht von Büchern, Herstellerangaben für Ordner und Papier, die DGUV Informationen 208-061 und 208-043 und den DGUV Grundsatz 315-410 für Sicherheitsanforderungen, den Eurocode 1 mit Nationalem Anhang für Nutzlasten, die Gütebestimmung RAL-RG 614 für verfahrbare Regale, die Handreichungen der Archivberatungen für Flächen- und Lastwerte. Jede Tiefenseite nennt ihre Quellen mit Abrufdatum.

Wo eine Zahl nicht zu finden war, steht das dort. Die Tragkraft einer Rolle hat keines der Angebote genannt, und sie wurde nicht geschätzt, sondern als Mindestwert aus der Faustregel der Rollenhersteller errechnet. Ein in Lexika verbreiteter Wert für die Bodenlast von Rollregalen, 12,5 kN/m², ließ sich auf keine Primärquelle zurückführen und wird deshalb nicht als belegter Wert verwendet.

Preise nennt dieser Bereich nicht. Sie ändern sich schneller als jede andere Angabe, und für die Fragen, um die es hier geht — Last, Platz, Boden, Prüfung — spielen sie keine Rolle.

Häufige Fragen

Was ist ein Rollregal?

Das Wort meint dreierlei: ein Regal auf Lenkrollen, einen Akten- oder Bücherwagen mit Böden und eine Rollregalanlage, bei der Regale auf Schienen zusammengeschoben werden, sodass nur ein Gang offen ist. Für die ersten beiden gibt es kaufbare Angebote, die Anlage auf Schienen wird geplant und montiert. Der Hersteller Bruynzeel datiert ihr Prinzip auf ein Patent von 1947.

Wie viel trägt ein Regal auf Rollen?

Weniger als die Titelzahl, wenn es rollt. Das meistbewertete Angebot nennt 680 kg auf Füßen und 200,03 kg in Bewegung, 29 Prozent; ein anderes 1.700 kg im Titel und 294 kg nach der Radmontage, 17 Prozent. Von sieben Regalen auf Rollen nennen zwei einen solchen Abschlag; vier lassen offen, ob ihre Zahl auf Rollen gilt.

Was trägt eine einzelne Rolle?

Das nennt keines von 22 ausgezählten Angeboten. Rollenhersteller empfehlen, bei vier Rollen die Gesamtlast durch drei zu teilen, weil auf unebenem Boden nicht alle vier gleichmäßig tragen. Ein Regal, das rollend 200 kg trägt und 12 kg wiegt, braucht damit Rollen mit mindestens rund 71 kg Tragfähigkeit.

Müssen Rollregale geprüft werden?

Nach der Montage ja, vor der Inbetriebnahme durch eine befähigte Person (§ 14 Abs. 1 BetrSichV). Wiederkehrend hängt es am Antrieb: Bei von Hand bewegten und beladenen Regalen hält die DGUV Information 208-043 einen Verzicht in der Regel für möglich, bei kraftbetriebenen Anlagen nicht. Die TRBS 1201 nennt einmal pro Jahr als bewährte Frist.

Wie viel Platz spart eine Rollregalanlage?

Archivberatungen rechnen mit 9 statt 5 laufenden Metern Akten je Quadratmeter, nach DIN 67700 mit 8,8 statt 4,2. Mit den Gangbreiten der Norm gewinnt eine Anlage 43 Prozent, wenn sich drei Doppelregale einen Gang teilen, 67 Prozent bei sechs und 89 Prozent bei zwanzig. Mehr Platz auf derselben Fläche heißt auch mehr Last auf derselben Decke.

Wie viele Ordner passen auf einen Aktenwagen?

So viele, wie die Ladefläche in Rückenbreiten fasst: Ein breiter Ordner ist 81 mm breit, auf 835 mm Ladefläche passen zehn. Jeder wiegt voll 3,53 kg, zehn also 35,3 kg. Für Hängemappen gilt die Schienenlänge geteilt durch 10 mm je normal gefüllter Mappe. Von sieben Aktenwagen im Vergleich nennen zwei, wie viel sie tragen dürfen.

Was trägt ein Bücherwagen?

Die Angebote mit Lastangabe nennen 33 bis 50 kg je Lage. Eine volle Lage Bücher wiegt nach DIN 67700 26 kg je Meter, auf 77 cm also 20 kg. Ein Designwagen erlaubt nur 5 kg je Regal, weniger als eine volle Reihe Bücher. Drei Kunststoffwagen nennen gar keine Last.

Hält eine Bürodecke ein Aktenarchiv aus?

Ein einzelnes Regal an der Wand ja. Ein Raum, der nach dem Faustwert der Archivberatungen mit Standregalen voller Ordner bestellt wird, bringt allein an Papier und Ordnern 2,1 kN/m² auf die Decke — mehr als die 2,0 kN/m², für die der Eurocode Büroflächen bemisst. Vor einer solchen Umnutzung gehört die Rechnung zum Statiker.

Wer diesen Beitrag verantwortet

Lena Moritz, Fachredaktion Möbel und Einrichtung

Lena Moritz

Fachredaktion Möbel und Einrichtung

Schreibt über Büromöbel, Ablagesysteme und Polstermöbel.

Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Einrichtungsprodukte, Möbel und Stauraum

Wie wir einordnen

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Beitrag geht — Sitzhöhenspannweite, Traglastfenster, Kabinenvolumen, Kabinenmaß. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen. Bei Gepäck und Büromöbeln der Punkt, an dem sich Preisklassen wirklich trennen.
Aufwand für Aufbau und Betrieb
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Elektrofachkraft, Reinigung, Folgekosten je Verbrauchsmaterial.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit den Händlerdatenblättern übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, einschließlich dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
05.10.2026
Geändert
05.10.2026
Geprüft
05.10.2026
Quellen
18

Änderungsverlauf

  • 05.10.2026 — Erstveröffentlichung mit der Auszählung über 22 Angebote aus drei Vergleichen, Stichtag 05.10.2026.

Belege

  1. [1]DGUV Grundsatz 315-410: Sicherheitsanforderungen an Büro-Arbeitstische, Büroschränke und aufrüstbare Raumgliederungselemente, Ausgabe Juli 2026Institution oder Normpublikationen.dguv.deMindestens zwei Rollen mit Feststellern; Regale standsicher bis zur fünffachen Gestelltiefe; Flächendruck auf den Fußboden höchstens 4 N/mm². Abgerufen am 05.10.2026.
  2. [2]DGUV Information 208-061: Lagereinrichtungen und LadungsträgerInstitution oder Normpublikationen.dguv.deHandschub bis 1.000 kg Nutzlast je verfahrbarer Einheit (4.3.5.9); Nachweis der Aufstellfläche vor dem Aufstellen (4.1.2.6); Maße für verfahrbare Regale (4.3.5); Belastungsschild (4.2.7.1). Abgerufen am 05.10.2026.
  3. [3]DGUV Information 208-043: Sicherheit von Regalen, Juni 2020Institution oder Normpublikationen.dguv.deHandbeladene Regale: Verzicht auf regelmäßige Prüfung in der Regel möglich; kraftbetriebene: immer schädigende Einflüsse. Abgerufen am 05.10.2026.
  4. [4]Betriebssicherheitsverordnung, § 14 Prüfung von ArbeitsmittelnInstitution oder Normgesetze-im-internet.dePrüfung vor jeder Inbetriebnahme nach einer Montage; wiederkehrende Prüfung nach den Fristen der Gefährdungsbeurteilung. Abgerufen am 05.10.2026.
  5. [5]BIB-Checkliste 35: Bauplanung von Firmenbibliotheken in Zahlen, 2. AuflageQuellebib-info.deNach DIN 67700, Tab. 45: Bücher unter 35 cm Rückenhöhe 26 kg je Meter Fachboden. Abgerufen am 05.10.2026.
  6. [6]DIN-Handbuch Eurocode 1, Band 1, Leseprobe: DIN EN 1991-1-1/NA, Tabelle 6.1DEInstitution oder Normapi.pageplace.deNutzlasten: Büro 2,0 kN/m², Wohnräume 1,5 bzw. 2,0 kN/m², Bibliotheken mindestens 6,0 kN/m²; Einzellast Büro 2,0 kN auf 50 × 50 mm. Abgerufen am 05.10.2026.
  7. [7]Hessisches Landesarchiv: Handreichung zur Aufbewahrung von Archivgut (2022)Institution oder Normarchivberatung.hessen.deFlächenbedarf: laufende Meter durch 5 bei Standregalen, durch 9 bei Rollregalen. Abgerufen am 05.10.2026.
  8. [8]Schwalb Räder und Rollen: TragfähigkeitHerstellerangabeschwalb-rollen.deBei vier Rollen die Gesamtbelastung durch drei teilen. Abgerufen am 05.10.2026.
  9. [9]Blickle: Ratgeber TragfähigkeitHerstellerangabeblickle.deSicherheitsfaktor für manuellen Betrieb im Innenbereich 1,0 bis 1,5; Lastaufnahme variiert ab vier Rollen. Abgerufen am 05.10.2026.
  10. [10]Bruynzeel: Compactus, Produktfamilie und GeschichteHerstellerangabebruynzeel.deAnfänge 1947, erfunden und patentiert von Hans Ingold in der Schweiz. Abgerufen am 05.10.2026.
  11. [11]Leitz Qualitäts-Ordner 180° 1080, HerstellerseiteHerstellerangabeleitz.com81 × 318 × 285 mm, 600 Blatt bei 80 g/m², 0,53 kg; voll 3,53 kg. Abgerufen am 05.10.2026.
  12. [12]Navigator Universal 80 g/m², Technische Daten 8247A80SHerstellerangabeks-buerosysteme.deDicke 108 µm; Grundlage der Rechnung 46 g je Millimeter Hängeregistratur. Abgerufen am 05.10.2026.
  13. [13]Akten-Archiv Rhein-Ruhr: DurchschnittswerteQuelleaktenarchiv-rheinruhr.deOrdner ca. 2,2 kg, Archivschachtel 2,0 bis 2,5 kg. Abgerufen am 05.10.2026.
  14. [14]Eichmüller Bibliothekseinrichtungen: Bücherwagen, SortimentsseiteHändler- oder Marktdateneichmueller.com24 Wagen; zehn mit Tragkraft, 14 mit Bändezahl, einer mit beidem; Raddurchmesser bei allen. Abgerufen am 05.10.2026.
  15. [15]kaiserkraft: CLAX Klappmobil, DatenblattHändler- oder Marktdatenkaiserkraft.deTragfähigkeit 60 kg, je Etage 20 / 40 kg, lichter Etagenabstand 395 mm, Raddurchmesser 95 / 175 mm. Abgerufen am 05.10.2026.
  16. [16]RAL-RG 614, Ausgabe November 2021, Teil 614/4Institution oder Normral-rg614.deAngebotsunterlagen für verfahrbare Regale: Grundriss mit bemaßten Bodenschienen, Radlasten, Abstände und Spurweite, bauseitige Maßnahmen; Schienenneigung höchstens 1 mm je Meter. Abgerufen am 05.10.2026.
  17. [17]Amazon Basics Lagereinheit mit 5 Regalböden, AngebotsseiteHändler- oder Marktdatenamazon.de680,39 kg mit Nivellierfüßen, 299,82 kg auf stehenden Rädern, 200,03 kg mit Rädern in Bewegung. Abgerufen am 05.10.2026.
  18. [18]AIRAJ Schwerlastregal 1180-6, AngebotsseiteHändler- oder Marktdatenamazon.de„1700 kg Tragfähigkeit" im Titel, 272 kg je Ebene, „Nach Radmontage belasten Sie nicht über 294 kg". Abgerufen am 05.10.2026.

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