Ratgeber·Rollregale
Bodenbelastung Regal: was Decke und Fachboden tragen
Von Lena MoritzFachredaktion Möbel und Einrichtung
Zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026
33 Min Lesezeit · Daten und Änderungsverlauf
Die Bodenbelastung eines Regals ergibt sich aus Fachmetern mal Gewicht je Meter, geteilt durch die Fläche, auf die man sie bezieht. Ein laufender Meter Bücher wiegt nach DIN 67700 im Mittel **26 kg**, voller breiter Ordner **43,6 kg**, dicht gepacktes Archivgut bis **77 kg**. Bei 5 laufenden Metern je Quadratmeter, dem Faustwert für Standregale im Archiv, sind das 1,0 bis 3,8 kN/m²; mit Ordnern **2,1 kN/m²** und damit schon mehr als die **2,0 kN/m²**, für die der Eurocode Büroflächen bemisst. Wohnräume liegen bei 1,5 bis 2,0, Bibliotheken bei mindestens 6,0 kN/m². Eine Rollregalanlage kommt auf 9 laufende Meter je Quadratmeter; die Archivberatungen setzen dafür 1.000 bis 1.560 kg/m² an, rund 10 bis 15 kN/m². Der Nachweis ist Sache eines Statikers, die Rechnung zur Einschätzung nicht.
Zwei Lesarten: Regalboden oder Fußboden
„Bodenbelastung Regal" meint in der Suche zweierlei. Die erste Lesart fragt, was der Boden eines Regals trägt, also der einzelne Fachboden. Die zweite fragt, was der Fußboden unter dem Regal trägt, also Estrich, Decke und Tragwerk. Die Suchvorschläge mischen beides: „regalboden belastbarkeit" steht neben „bodenbelastbarkeit wohnung" und „wie viel gewicht hält ein boden aus".
Für den Fachboden gibt es zwei Größen, die auf jedem Belastungsschild stehen sollen, das die DGUV Information 208-061 für ortsfeste und verfahrbare Regale vorsieht: die zulässige Fachlast, also die Last je Fachboden, und die zulässige Feldlast, also die Summe aller Fachlasten eines Regalfelds zwischen zwei Rahmen. Beide sind Herstellerangaben und gelten für gleichmäßig verteilte Last. Was passiert, wenn die Last nicht gleichmäßig liegt, steht im letzten Teil dieses Ratgebers.
Für den Fußboden gibt es keine Herstellerangabe. Die Last eines Regals wird dort zu einer Größe des Gebäudes, gemessen in Kilonewton je Quadratmeter, und ob sie zulässig ist, entscheidet die Bemessung der Decke. Diese zweite Lesart ist der Gegenstand der folgenden Abschnitte, weil sie seltener beantwortet wird und weil ein Fehler hier nicht einen Fachboden durchbiegt, sondern eine Decke.
Die Rechnung dafür ist einfach, und sie hat drei Zutaten:
- die Menge des Lagerguts in Fachmetern,
- das Gewicht je Fachmeter,
- die Bezugsfläche, auf die die Last verteilt wird.
Die ersten beiden Zutaten liefern Normen und Fachquellen, für die dritte gibt es drei sinnvolle Antworten, die zu sehr unterschiedlichen Zahlen führen. Wer sie verwechselt, kommt je nach Fall auf eine Last, die zehnmal zu klein oder dreimal zu groß ist. Das ist der häufigste Grund, warum Laienrechnungen zu Regallasten nicht zusammenpassen.
Eine Vorbemerkung zur Einheit: Ein Kilonewton je Quadratmeter entspricht rund 102 Kilogramm je Quadratmeter. Die Archivberatungen runden auf 100 und schreiben etwa „12,5–15 kN/m² (1250–1500 kg/m²)". Dieser Ratgeber rechnet mit 9,81 Metern je Quadratsekunde und rundet auf eine Nachkommastelle.
Was die Norm verlangt: Stellfläche, Regalhöhe, Wichte
Die Nutzlasten für Decken regelt der Eurocode 1, DIN EN 1991-1-1, mit seinem deutschen Nationalen Anhang. Für den Fall dieses Ratgebers enthält er einen eigenen Satz. In Abschnitt 6.3.2.2 heißt es, Lasten auf Lagerflächen für Bücher oder Akten sollten „anhand der Stellflächen und der Regalhöhen" mit geeigneten Wichten ermittelt werden. Die Norm verlangt also genau die Rechnung, die dieser Ratgeber vorführt: nicht einen Pauschalwert nachschlagen, sondern aus Regal und Lagergut ableiten.
Zwei weitere Regeln des Nationalen Anhangs betreffen Lagerräume unmittelbar. In Gebäuden der Kategorien E1.1, E1.2 und E2.1 bis E2.5, also Lager, Fabriken, Bibliotheken, ist nach NA.5 in jedem Raum die angenommene Nutzlast anzugeben. Und für Hochregale sollen die Einzellasten im jeweiligen Einzelfall bestimmt werden.
Die Unfallversicherung setzt den betrieblichen Rahmen. Abschnitt 4.1.2.6 der DGUV Information 208-061 „Lagereinrichtungen und Ladungsträger" verlangt, dass die Belastbarkeit der Aufstellfläche nachgewiesen ist, bevor Lagereinrichtungen aufgestellt werden. Die Gütebestimmung RAL-RG 614 verpflichtet Hersteller verfahrbarer Regale, sich die Beschaffenheit der Aufstellfläche vom Betreiber bestätigen zu lassen.
Für Bibliotheken wird die Handreichung zu Bau und Ausstattung Öffentlicher Bibliotheken von 2024 deutlicher. Bibliotheken brächten „mit gefüllten Regalen also hohe Lasten auf die genutzten Geschossdecken" und stellten deshalb erhöhte statische Anforderungen, „die in allen Fällen einen Einzelnachweis erfordern". Für Kompaktmagazine nennt sie keinen Mindestwert, sondern verlangt den Einzelnachweis ausdrücklich.
Die Praxisfolge aus diesen vier Quellen ist eindeutig. Die Rechnung in diesem Ratgeber ersetzt keinen Nachweis. Sie zeigt, ob ein Vorhaben in der Nähe der Grenze liegt, an der ein Nachweis nicht nur Formsache ist, und sie liefert dem Statiker die Zahlen, die er für den Nachweis braucht: Lagergut, Gewicht, Regalmaße, Aufstellung.
Nutzlasten nach Tabelle 6.1DE
Die Tabelle 6.1DE des Nationalen Anhangs ordnet jeder Nutzung einen Flächenwert qk und eine Einzellast Qk zu. Für die Fälle dieses Ratgebers:
| Kategorie | Nutzung (Auszug) | qk in kN/m² | Qk in kN |
|---|---|---|---|
| A2 | Wohnräume, Decken mit ausreichender Querverteilung | 1,5 | — |
| A3 | wie A2, ohne ausreichende Querverteilung | 2,0 | 1,0 |
| B1 | Büroflächen, Flure in Bürogebäuden | 2,0 | 2,0 |
| B2 | u. a. Kellerräume in Wohngebäuden | 3,0 | 3,0 |
| B3 | B1 und B2 mit schwerem Gerät | 5,0 | 4,0 |
| C1 | Flächen mit Tischen, z. B. Schulräume, Lesesäle, Lehrerzimmer | 3,0 | 4,0 |
| D3 | Verkaufsflächen mit erhöhten Einzellasten infolge hoher Lagerregale | 5,0 | 7,0 |
| E1.1 | Werkstätten mit leichtem Betrieb | 5,0 | 4,0 |
| E1.2 | Allgemeine Lagerflächen einschließlich Bibliotheken | 6,0 | 7,0 |
| E2.1 | Werkstätten mit mittlerem oder schwerem Betrieb | 7,5 | 10,0 |
Drei Fußnoten verändern die Lesart. Die Werte für E1.2 und E2.1 sind Mindestwerte: Wo höhere Lasten vorherrschen, sind die höheren anzusetzen. Bei A3 darf der Wert für die Weiterleitung der Lasten auf stützende Bauteile um 0,5 kN/m² abgemindert werden. Und die Einzellast Qk wird für den örtlichen Nachweis ohne die Flächenlast angesetzt, auf einer Aufstandsfläche von 50 × 50 Millimetern.
Für leichte Trennwände kennt der Anhang einen Zuschlag: mindestens 0,8 kN/m² bei Wänden bis 3 kN je Meter Wandlänge, 1,2 kN/m² bis 5 kN je Meter. Bei Nutzlasten ab 5 kN/m² entfällt er. Für die Frage, ob ein Raum eine bestimmte Regallast trägt, ist das wichtig, weil eine Bürodecke mit Trennwandzuschlag bemessen sein kann — ohne dass dieser Zuschlag für Regale frei wäre, wenn die Wände stehen bleiben.
Zwei Regeln aus dem Umfeld der Tabelle betreffen Lagerflächen besonders. Werden Decken durch mehrere Nutzungskategorien genutzt, ist die jeweils ungünstigste für die Bemessung zugrunde zu legen. Ein Büro mit einem Aktenraum ist also für den Aktenraum zu bemessen, nicht für den Durchschnitt. Und wo für Stützen und Wände die Nutzlasten mehrerer Geschosse zusammenkommen, dürfen sie bei Wohnungen, Büros, Versammlungs- und Verkaufsflächen abgemindert werden, bei Lagerflächen der Kategorie E nicht: Dort ist der Faktor 1,0. Die Stützen unter einem Archiv über mehreren Etagen tragen die Lasten aller Archivetagen ohne Abschlag.
Die Spanne der Tabelle reicht von 1,5 für eine Wohnung bis 6,0 für eine Bibliothek. Dazwischen liegt der Faktor 4. Jede Umnutzung eines Raums zu einem Archiv oder einer Bibliothek bewegt sich in dieser Spanne nach oben, und die Frage ist nur, wie weit.
Gewicht je laufendem Meter: fünf Quellen, fünf Werte
Die zweite Zutat ist das Gewicht je Fachmeter. Für Bücher, Ordner und Archivgut gibt es belegte Werte, die sich allerdings deutlich unterscheiden:
| Lagergut | Gewicht je Fachmeter | Herkunft |
|---|---|---|
| Bücher, Rückenhöhe unter 35 cm | 26 kg | DIN 67700, Tab. 45, Mittelwert |
| Bücher, Rückenhöhe 35 bis 45 cm | 53 kg | DIN 67700, Tab. 45 |
| Bücher, Rückenhöhe über 45 cm | 83 kg | DIN 67700, Tab. 45 |
| breite Ordner, voll | 43,6 kg | Leitz 1080: 0,53 kg leer, 600 Blatt zu 5 g, 81 mm Rücken |
| Ordner, Durchschnitt eines Aktenlagers | 26,4 kg | 12 Ordner zu 2,2 kg |
| Archivschachteln | 20–30 kg | 10–12 Schachteln zu 2,0–2,5 kg |
| kartoniertes Archivgut, dicht | 77 kg | 26 × 35 × 100 cm mal 850 kg/m³ |
Die DIN-Werte für Bücher stammen aus der Bibliotheksbaunorm DIN 67700 von 2017, abgedruckt in einer Checkliste des Berufsverbands Information Bibliothek. Die Ordnerwerte sind Rechnungen aus Herstellerangaben, die Aktenlagerwerte Durchschnitte eines Dienstleisters. Der höchste Wert für Archivgut ist eine Obergrenze: Er setzt voraus, dass ein laufender Meter nach der Definition des Bundesarchivs vollständig aus Papier besteht.
Zwei Bemessungswerte aus der Bibliotheks- und Archivpraxis rahmen diese Zahlen ein. Die Handreichung für Öffentliche Bibliotheken empfiehlt für Buchregale die Belastungsgruppe L 125 nach DIN 68874-1 und gibt dazu bei 100 Zentimetern Fachlänge rund 31 Kilogramm bei 0,25 Meter Fachtiefe und rund 37 Kilogramm bei 0,30 Meter an; in Bibliotheksregalen könne eine Papierlast von höchstens 125 Kilogramm je Quadratmeter Fachboden angenommen werden. Das LWL-Archivamt nennt für Archivregalböden von 0,40 Meter Tiefe 62 Kilogramm je laufendem Meter.
Der DIN-Mittelwert für Bücher, 26 Kilogramm, liegt knapp unter dem L-125-Wert für 0,25 Meter Tiefe. Ein Meter voller Ordner liegt mit 43,6 Kilogramm darüber, ein Meter dichtes Archivgut mit 77 Kilogramm auch über dem LWL-Wert. Ein Regal, das für Bücher bemessen ist, ist also nicht automatisch für Ordner bemessen, und eines für Ordner nicht für Kartons.
Für die folgenden Rechnungen gilt: Wo das Lagergut bekannt ist, wird mit dem passenden Wert gerechnet. Wo es nicht bekannt ist, ist die Spanne die ehrliche Antwort, nicht der Mittelwert.
Die bessere Antwort ist eine Stichprobe. Zehn Ordner oder Schachteln aus verschiedenen Regalen, auf einer gewöhnlichen Personenwaage gewogen und durch ihre Rückenbreite geteilt, ergeben das Gewicht je Meter des eigenen Bestands. Diese eine Zahl ersetzt jede Annahme in den folgenden Tabellen, und sie ist das Erste, wonach ein Statiker fragen wird.
Wichten: 6,0 oder 8,5 kN/m³
Die Norm spricht von Wichten, also Gewicht je Volumen. Zwei Werte sind im Umlauf. Die Handreichung für Öffentliche Bibliotheken setzt für Bücher nach DIN EN 1991-1-1 eine Wichte von 6,0 kN/m³ an, rund 612 Kilogramm je Kubikmeter. Die Brandenburger Checkliste für Archivmagazine von 2005 nennt für geschichtete Bücher oder Akten nach der älteren DIN 1055 einen Wert von 8,5 kN/m³, also 850 Kilogramm je Kubikmeter.
Der Unterschied ist erheblich, 42 Prozent. Die beiden Quellen benennen das Material unterschiedlich: Bücher die eine, geschichtete Bücher oder Akten die andere. Für einen laufenden Meter Archivgut nach der Definition des Bundesarchivs, 26 × 35 × 100 Zentimeter oder 0,091 Kubikmeter, ergibt die erste Wichte 56 Kilogramm, die zweite 77.
Ob ein Archiv näher an der einen oder der anderen Zahl liegt, hängt an der Packdichte. Archivschachteln mit Hängetaschen und Zwischenblättern liegen nach den Durchschnittswerten eines Aktenlagers bei 20 bis 30 Kilogramm je Meter, also weit unter beiden Wichten. Dicht gepackte Amtsbücher können darüber liegen; das Steiermärkische Landesarchiv verstärkte für Amtsbuchreihen die Fachböden auf 150 und 190 Kilogramm je Fach.
Für eine Einschätzung genügt diese Logik: Die Wichte ist eine Obergrenze für Volumen, das wirklich voll ist. Wer sie auf das ganze Regalvolumen anwendet, rechnet die Luft zwischen den Fachböden als Papier und landet weit zu hoch. Wer sie auf das Volumen des Lagerguts anwendet, also Fachmeter mal Querschnitt eines Kartons, landet bei einer brauchbaren Obergrenze. Wer gewogen hat, braucht sie nicht.
Ein Kontrollwert macht die Größenordnung greifbar. Ein Gesangbuch im Format 170 × 120 × 44 Millimeter, wie es ein Bibliotheksausstatter für seinen Gesangbuchwagen angibt, wiegt nach der Wichte von 6,0 kN/m³ 0,55 Kilogramm. Ein Meter solcher Bücher käme auf 12,5 Kilogramm, knapp die Hälfte des DIN-Mittelwerts für Bücher unter 35 Zentimetern — plausibel für ein kleines Format.
Drei Bezugsflächen für dieselbe Last
Die dritte Zutat entscheidet am meisten. Dieselbe Regallast ergibt eine völlig andere Flächenlast, je nachdem, auf welche Fläche man sie bezieht:
- Die Stellfläche: nur die Grundfläche des Regals. Das ist die Last, die unmittelbar unter dem Regal ankommt.
- Die Achsfläche: Regal plus anteiliger Bediengang, also Regaltiefe plus Gangbreite mal Regallänge. Das ist die Last einer Fläche, die regelmäßig mit Regalen bestellt ist.
- Die Raumfläche: alles, einschließlich Haupt- und Nebengängen, Wand- und Türbereichen. Das ist die Last, mit der Faustwerte je Quadratmeter Raum arbeiten.
Die allgemeine Formel lautet:
Flächenlast = Fachmeter × Gewicht je Fachmeter ÷ Bezugsfläche
Ein Beispiel mit denselben Zahlen: ein Archivregal von 0,40 Meter Tiefe mit sechs Fachböden, gefüllt mit dichtem Archivgut zu 77 Kilogramm je Meter. Je Meter Regallänge sind das 464 Kilogramm.
- Auf die Stellfläche von 0,40 Quadratmetern bezogen: 11,4 kN/m².
- Als Doppelregal mit 0,80 Meter Bediengang, Achsabstand 1,60 Meter, zwölf Fachmeter: 5,7 kN/m².
- Mit dem Faustwert von 5 laufenden Metern je Quadratmeter Raum: 3,8 kN/m².
Zwischen der ersten und der dritten Zahl liegt der Faktor 3. Welche die richtige ist, hängt an der Frage. Die Raumzahl beschreibt, was die Decke im Mittel trägt. Die Stellflächenzahl beschreibt, was lokal ankommt, und ob die Decke das verteilen kann, ist eine Frage ihrer Konstruktion. Die Tabelle 6.1DE des Eurocode unterscheidet Decken mit und ohne „ausreichende Querverteilung der Lasten".
Für Vergleiche mit den Nutzlastwerten der Tabelle 6.1DE ist die Raum- oder Achsfläche die passende Bezugsgröße, weil die Werte als gleichmäßig verteilte Lasten über die Fläche definiert sind. Für den örtlichen Nachweis gilt die Einzellast Qk, um die es weiter unten geht. Die Stellflächenzahl zeigt vor allem, warum eine Decke ohne Querverteilung schnell an Grenzen kommt.
Unter dem Regal: 11,4 kN/m² auf 0,40 Quadratmetern
Die Last unmittelbar unter einem Regal ist die höchste Zahl in jeder Rechnung. Für ein 0,40 Meter tiefes Archivregal mit sechs Fachböden, je Meter Länge:
| Lagergut | Last je Meter Regal | auf 0,40 m² Stellfläche | Vielfaches von B1 |
|---|---|---|---|
| Archivgut dicht, 77 kg/m | 464 kg | 11,4 kN/m² | 5,7 |
| Fachbodenwert LWL, 62 kg/m | 372 kg | 9,1 kN/m² | 4,6 |
| breite Ordner, 43,6 kg/m | 262 kg | 6,4 kN/m² | 3,2 |
| Ordner Aktenlager, 26,4 kg/m | 158 kg | 3,9 kN/m² | 1,9 |
| Bücher DIN, 26 kg/m | 156 kg | 3,8 kN/m² | 1,9 |
| Archivschachteln, 20–30 kg/m | 120–180 kg | 2,9–4,4 kN/m² | 1,5–2,2 |
Hinzu kommt das Eigengewicht des Regals, das je nach Bauart und Material sehr verschieden ist und das kein Ansatz pauschal ersetzt.
Für Bücher in einem Bibliotheksregal mit sieben Böden, wie sie die Handreichung für wissenschaftliche Bibliotheken als üblich nennt, und 0,30 Meter Fachtiefe ergibt sich ein ähnlicher Wert: 182 Kilogramm je Meter auf 0,30 Quadratmetern, 6,0 kN/m². Er entspricht zufällig genau dem Mindestwert für Bibliotheken, ist aber nicht dasselbe: Der Eurocode-Wert gilt für die Fläche, nicht für den Streifen unter dem Regal.
Was diese Zahlen zeigen, ist die Bedeutung der Lastverteilung. Ein einzelnes Regal an einer Wand bringt auf seiner Stellfläche ein Vielfaches der Büronutzlast, ohne dass die Decke in Gefahr wäre, solange sie die Last in die Umgebung verteilt. Eine Decke ohne diese Fähigkeit — die Norm spricht von „Decken ohne ausreichende Querverteilung" — muss den Streifen unter dem Regal selbst tragen. Welche Decke welche ist, ist eine Frage an die Tragwerksplanung, nicht an die Raumhöhe oder das Baujahr.
Eine zweite Folge betrifft den Boden selbst, nicht die Decke. Die DGUV Information 208-043 beschreibt unter dem Prüfpunkt „Wie ist der Zustand des Gebäudebodens?", dass Stützen auf einem Untergrund ohne ausreichende Festigkeit einsinken und das Regal schief stellen. Abhilfe sei eine bessere Druckverteilung, etwa durch Fundamentierung oder Druckverteilungsbleche. Was für Palettenregale in Hallen geschrieben ist, gilt sinngemäß für jedes schwere Regal auf einem weichen Bodenbelag.
Über die Achse: Standregal gegen Rollregalanlage
Die Achsfläche ist die Bezugsgröße, mit der sich Aufstellungen vergleichen lassen. Für Archivregale von 0,40 Meter Tiefe, sechs Fachböden je Seite und Bediengängen nach DIN 67700:
- Standregale: Doppelregal 0,80 Meter, Bediengang 0,80 Meter, Achsabstand 1,60 Meter, zwölf Fachmeter je Meter Länge.
- Rollregalanlage: sechs Doppelregale an einem Bediengang von 0,95 Metern, zusammen 5,75 Quadratmeter je Meter Länge für 72 Fachmeter.
| Lagergut | Standregale | Rollregalanlage | Verhältnis |
|---|---|---|---|
| Archivgut dicht, 77 kg/m | 5,7 kN/m² | 9,5 kN/m² | 1,67 |
| Fachbodenwert LWL, 62 kg/m | 4,6 kN/m² | 7,6 kN/m² | 1,67 |
| breite Ordner, 43,6 kg/m | 3,2 kN/m² | 5,4 kN/m² | 1,67 |
| Bücher DIN, 26 kg/m | 1,9 kN/m² | 3,2 kN/m² | 1,67 |
| Archivschachteln, 20–30 kg/m | 1,5–2,2 kN/m² | 2,5–3,7 kN/m² | 1,67 |
Das Verhältnis ist in jeder Zeile dasselbe, weil es nur von der Geometrie abhängt: Die Rollregalanlage bringt auf derselben Fläche 67 Prozent mehr Fachmeter unter, und genau um diesen Faktor steigt die Flächenlast. Mehr Lagerplatz auf derselben Fläche ist immer auch mehr Last auf derselben Fläche. Wie viel Fläche die Anlage gewinnt und warum das von der Zahl der Regale an einem Gang abhängt, rechnet der Ratgeber über Platzgewinn und Antrieb von Rollregalanlagen vor.
Die Zahlen für Rollregale liegen ohne Regaleigengewicht und ohne Hauptgänge zwischen 2,5 und 9,5 kN/m². Mit dichtem Archivgut überschreiten sie den Mindestwert für Bibliotheken von 6,0 deutlich, mit Ordnern knapp nicht, mit Büchern weit nicht. Die pauschale Aussage „eine Rollregalanlage braucht 12,5 kN/m²" ist also nicht falsch, aber sie gilt für schweres Archivgut. Für eine Anlage mit Büchern kann eine niedrigere Bemessung ausreichen — das zu zeigen, ist der Zweck eines Einzelnachweises.
Die Standregale liegen mit Ordnern bei 3,2 kN/m², mit dichtem Archivgut bei 5,7 kN/m². Beide Werte überschreiten die 2,0 kN/m² einer Bürodecke. Die Rechnung über die Achse ist damit die strengere Variante der Raumrechnung; sie zeigt, was eine Fläche trägt, die vollständig mit Regalen bestellt ist.
Die Faustwerte der Archivberatungen nachgerechnet
Die Archivberatungen der Länder arbeiten mit laufenden Metern je Quadratmeter Raum. Das Hessische Landesarchiv rechnet mit 5 für Standregale und 9 für Rollregale, das LWL-Archivamt mit 5 und 8⅓, die DIN 67700 nach einer Darstellung von Mario Glauert mit 4,2 und 8,8. Multipliziert mit den Gewichten je Meter ergibt sich die Flächenlast, die das Lagergut allein erzeugt:
| Lagergut | Standregal, 5 lfm/m² | Rollregal, 9 lfm/m² |
|---|---|---|
| Archivgut dicht, 77 kg/m | 387 kg/m², 3,8 kN/m² | 696 kg/m², 6,8 kN/m² |
| Fachbodenwert LWL, 62 kg/m | 310 kg/m², 3,0 kN/m² | 558 kg/m², 5,5 kN/m² |
| breite Ordner, 43,6 kg/m | 218 kg/m², 2,1 kN/m² | 392 kg/m², 3,8 kN/m² |
| Bücher DIN, 26 kg/m | 130 kg/m², 1,3 kN/m² | 234 kg/m², 2,3 kN/m² |
| Archivschachteln, 20–30 kg/m | 100–150 kg/m², 1,0–1,5 kN/m² | 180–270 kg/m², 1,8–2,6 kN/m² |
Die Planungswerte, die dieselben Stellen für Decken ansetzen, liegen deutlich darüber:
| Quelle | Standregale | Rollregale |
|---|---|---|
| LWL-Archivamt | 500 kg/m² | 1.000 kg/m² |
| Hessisches Landesarchiv 2022 | 750–1.250 kg/m² | 1.250–1.560 kg/m² |
| Brandenburg 2005, LVR 2022 | 7,5–12,5 kN/m² | 12,5–15 kN/m² |
| Glauert 2019, DIN-67700-Kontext | 6,0 kN/m² | mindestens 9,0–12,5 kN/m² |
Selbst gegen die schwerste Zeile, dichtes Archivgut, haben die Planungswerte eine Reserve. Das Lagergut allein erreicht bei Standregalen 387 Kilogramm, die Planungswerte beginnen bei 500; bei Rollregalen 696 gegen 1.000 bis 1.560. Welche Anteile darin für Regaleigengewicht, Personen, ungleichmäßige Belegung und Sicherheit stecken, schlüsseln die Quellen nicht auf. Die Werte sind Richtwerte; Hessen und Brandenburg schreiben ausdrücklich dazu, dass die Berechnung dem Statiker vorbehalten bleibt.
Rückwärts gelesen, erlauben die Planungswerte je laufendem Meter Lagergut eine bestimmte Last, Regal und Reserve eingeschlossen. Beim LWL sind es 500 Kilogramm für 5 laufende Meter, also 100 Kilogramm je Meter, bei Rollregalen 1.000 Kilogramm für 9 Meter, 111 Kilogramm je Meter. Hessen kommt bei Standregalen auf 150 bis 250, bei Rollregalen auf 139 bis 173 Kilogramm je Meter. Gegen 77 Kilogramm für dicht gepacktes Archivgut bleiben damit in jedem Fall mindestens 23 Kilogramm je Meter für Regal, Personen und Unvorhergesehenes.
Bemerkenswert ist die Spanne zwischen den Stellen. Für Standregale nennt das LWL-Archivamt 500 Kilogramm, Hessen bis 1.250 — das Zweieinhalbfache. Wer sich auf eine einzelne Zahl beruft, sollte sagen, von wem sie stammt.
Warum die Bibliothekswerte Reserve haben
Die Handreichung für Öffentliche Bibliotheken gibt zu ihren Mindestwerten zwei Erfahrungshinweise, ausdrücklich „ohne Gewähr". 6,0 kN/m² reichten bei einem Achsabstand von 1,30 Metern und Regalen von 2,20 Metern Höhe mit sieben Böden, den üblichen Werten wissenschaftlicher Bibliotheken. Bei Achsabständen von 1,60 Metern und freistehenden Regalen von 1,85 Metern mit fünf Böden, wie in Öffentlichen Bibliotheken üblich, würden in der Regel 5 kN/m² ausreichen — das sei bis 2006 der gültige Mindestwert für Freihandbereiche nach DIN gewesen.
Mit Doppelregalen und den Buchgewichten aus diesem Ratgeber lassen sich beide Fälle nachrechnen:
| Aufstellung | Fachmeter je m² Achse | Bücher DIN, 26 kg/m | L 125, 0,30 m tief |
|---|---|---|---|
| wissenschaftliche Bibliothek: 1,30 m, 7 Böden | 10,8 | 2,7 kN/m² | 3,9 kN/m² |
| Öffentliche Bibliothek: 1,60 m, 5 Böden | 6,25 | 1,6 kN/m² | 2,3 kN/m² |
Die Bücher allein nutzen von den 6,0 und 5,0 kN/m² nicht einmal die Hälfte. Selbst mit dem Bemessungswert der Fachböden, 37 Kilogramm je Meter, bleibt eine Reserve vom Faktor 1,5 bis 2,2. Die Handreichung erklärt nicht, woraus sie besteht. Plausibel sind Regaleigengewicht, Personen im Gang und ungleichmäßige Belegung; belegt ist davon in den Quellen nichts.
Für die Praxis zählt das Verhältnis. Ein Raum, der für 6,0 kN/m² bemessen ist, trägt eine Bibliothek in wissenschaftlicher Aufstellung mit Reserve. Ein Raum, der für 2,0 kN/m² bemessen ist, ist für dieselbe Aufstellung nicht bemessen: Schon die Bücher allein bringen 2,7 kN/m², und die Reserve, die im Mindestwert steckt, fehlt ganz.
Die Handreichung zeigt für diesen Fall einen Ausweg, der im nächsten Teil wichtig wird: Bei Unterschreitung der Mindestwerte komme neben einer Ertüchtigung der Decke ein statischer Einzelnachweis in Frage, der für bestimmte einschränkende Bedingungen eine Bibliotheksnutzung ermöglichen könne.
Wie viele laufende Meter eine Decke rechnerisch trägt
Die Rechnung lässt sich umdrehen. Statt zu fragen, welche Flächenlast ein Bestand erzeugt, fragt man, wie viele laufende Meter eines Lagerguts je Quadratmeter die Nutzlast einer Kategorie rechnerisch aufnimmt. Die Formel ist dieselbe, nur umgestellt:
laufende Meter je m² = Nutzlast in kN/m² × 102 ÷ Gewicht je Meter in kg
| Kategorie | Nutzlast | Bücher, 26 kg/m | volle Ordner, 43,6 kg/m | Archivgut dicht, 77 kg/m |
|---|---|---|---|---|
| A1 Spitzboden | 1,0 kN/m² | 3,9 | 2,3 | 1,3 |
| A2 Wohnraum | 1,5 kN/m² | 5,9 | 3,5 | 2,0 |
| B1 Büro | 2,0 kN/m² | 7,8 | 4,7 | 2,6 |
| C1 Schule, B2 Wohnungskeller | 3,0 kN/m² | 11,8 | 7,0 | 4,0 |
| E1.1 leichte Werkstatt | 5,0 kN/m² | 19,6 | 11,7 | 6,6 |
| E1.2 Bibliothek, Lager | 6,0 kN/m² | 23,5 | 14,0 | 7,9 |
Die Werte sind Obergrenzen ohne jede Reserve: kein Regaleigengewicht, keine Personen, keine ungleichmäßige Belegung. Sie taugen deshalb nicht als Planungswert, sondern als Warnschwelle. Wer in ihre Nähe kommt, braucht den Statiker.
Neben die Faustwerte der Archivberatungen gelegt, erklärt die Tabelle die Befunde dieses Ratgebers in einer Zeile. Standregale stellen nach dem hessischen Faustwert 5 laufende Meter auf den Quadratmeter. Eine Bürodecke nimmt rechnerisch 4,7 Meter volle Ordner auf — weniger als 5. Rollregalanlagen stellen 9 Meter auf den Quadratmeter; eine Bibliotheksdecke nimmt rechnerisch 7,9 Meter dichtes Archivgut auf — weniger als 9. In beiden Fällen ist die Grenze überschritten, bevor ein einziges Regal mitgerechnet ist.
Für Bücher sieht es freundlicher aus. Eine Bürodecke trägt rechnerisch 7,8 laufende Meter Bücher je Quadratmeter, mehr als jede Standregalaufstellung. Eine Wohnungsdecke mit Querverteilung trägt 5,9 — genug für eine Privatbibliothek mit Standregalen nach Archiv-Faustwert, aber ohne Reserve.
Die Tabelle zeigt auch, warum das Lagergut wichtiger ist als die Raumart. Der Unterschied zwischen Büchern und dichtem Archivgut ist ein Faktor 3, der zwischen einer Büro- und einer Schuldecke ein Faktor 1,5. Wer das Gewicht seines Bestands nicht kennt, kennt die wichtigste Zahl der Rechnung nicht.
Das Büro als Archiv: wann 2,0 kN/m² nicht mehr reichen
Der häufigste Fall in der Praxis ist kein Neubau, sondern eine Umnutzung: Ein Büroraum wird zum Aktenraum, weil die Ordner aus den Arbeitszimmern verschwinden sollen. Die Decke ist für Büroflächen bemessen, nach Tabelle 6.1DE mit 2,0 kN/m². Die Handreichung für Öffentliche Bibliotheken nennt denselben Wert für Büroräume und merkt an, höhere Lastannahmen ermöglichten eine flexiblere Nutzung.
Wie schnell die 2,0 kN/m² erreicht sind, hängt an der Aufstellung:
| Aufstellung im Büroraum | Ordner, 43,6 kg/m | Ordner Aktenlager, 26,4 kg/m | Archivgut dicht, 77 kg/m |
|---|---|---|---|
| ein Regal an der Wand, 1 m, 5 Böden, Raumtiefe 4 m | 0,5 kN/m² | 0,3 kN/m² | 0,9 kN/m² |
| Standregale nach Archiv-Faustwert, 5 lfm/m² | 2,1 kN/m² | 1,3 kN/m² | 3,8 kN/m² |
| Doppelregale dicht an dicht, Achsabstand 1,60 m | 3,2 kN/m² | 1,9 kN/m² | 5,7 kN/m² |
Die erste Zeile ist die Entwarnung. Ein Regal an der Wand eines Büros, voll mit Ordnern, verteilt seine 218 Kilogramm Ordner rechnerisch auf einen Streifen Raum und erreicht ein Viertel der Büronutzlast. Einzelne Regale, auch schwere, sind in einem Büro kein Deckenproblem.
Die zweite und dritte Zeile sind der eigentliche Befund. Ein Raum, der nach dem Faustwert der Archivberatungen mit Standregalen bestellt wird, erreicht mit vollen breiten Ordnern 2,1 kN/m² — allein aus Papier und Ordnerkorpus, ohne Regale, ohne Personen. Das ist mehr als die Nutzlast, für die die Decke bemessen ist. Mit dichtem Archivgut sind es fast das Doppelte, in dichter Aufstellung fast das Dreifache.
Die mittlere Spalte zeigt, wie viel das Lagergut ausmacht. Mit den Durchschnittswerten eines Aktenlagers, 2,2 Kilogramm je Ordner, bleibt dieselbe Aufstellung bei 1,3 kN/m². Der Unterschied zwischen einem voll gefüllten Ordner und einem durchschnittlich gefüllten entscheidet hier darüber, ob die Grenze erreicht ist. Wer es genau wissen will, wiegt zehn Ordner aus dem eigenen Bestand.
Für Lehrerzimmer und Schulräume setzt die Tabelle 6.1DE 3,0 kN/m² an, Kategorie C1. Ein Aktenraum in einer Schule hat damit etwas mehr Reserve als einer in einem Bürogebäude, aber nicht genug für dichte Standregale mit Kartons.
Die Konsequenz ist kein Verbot, sondern eine Reihenfolge. Wer einen Büroraum mit mehr als ein paar Regalen zum Archiv macht, rechnet zuerst die Flächenlast aus, vergleicht sie mit der Nutzlast der Decke und holt bei mehr als 2,0 kN/m² einen Statiker dazu, bevor die Regale geliefert werden. Die DGUV Information 208-061 verlangt für Lagereinrichtungen ohnehin den Nachweis der Aufstellfläche vor dem Aufstellen.
Bücherwand und Privatbibliothek in der Wohnung
„Bodenbelastbarkeit wohnung" gehört zu den Suchanfragen, die kein Regalhändler beantwortet. Die Tabelle 6.1DE setzt für Wohnräume 1,5 kN/m² an, wenn die Decke die Lasten ausreichend querverteilt (A2), und 2,0 kN/m², wenn nicht (A3), dort mit einer Einzellast von 1,0 Kilonewton. Für die Weiterleitung der Lasten auf stützende Bauteile darf der A3-Wert um 0,5 abgemindert werden.
Für die typischen Fälle ergibt sich:
- Bücherwand an einer Wand, sechs Böden, ein Meter breit, 156 Kilogramm Bücher nach DIN-Mittelwert. Auf einen Raumstreifen von vier Metern Tiefe verteilt: 0,4 kN/m², ein Viertel der Wohnungsnutzlast.
- Privatbibliothek mit Regalreihen wie in einer Öffentlichen Bibliothek, Doppelregale mit fünf Böden im Achsabstand von 1,60 Metern: 1,6 kN/m² allein aus Büchern. Das liegt über den 1,5 kN/m² der Kategorie A2.
- Akten auf dem Dachboden: Für Spitzböden, also zugängliche, nicht zu Wohnzwecken geeignete Dachräume bis 1,80 Meter lichter Höhe, nennt die Tabelle 1,0 kN/m². Ein einziges Regal mit fünf Böden voller Ordner, 218 Kilogramm, auf zwei Quadratmeter Boden verteilt, liegt mit 1,07 kN/m² schon darüber.
- Akten im Keller: Kellerräume in Wohngebäuden stehen in Kategorie B2 mit 3,0 kN/m², doppelt so viel wie Wohnräume.
Die Bücherwand, die eine Wohnung prägt, ist also kein Problem. Die Privatbibliothek, die einen Raum mit Regalreihen füllt, ist es möglicherweise, und der Dachboden als Aktenlager ist es schnell. Der Keller hat nach der Tabelle die meiste Reserve.
Was „ausreichende Querverteilung" für eine bestimmte Decke bedeutet, definiert dieser Ratgeber nicht. Die Tabelle nennt die Unterscheidung, ohne Bauarten aufzuzählen, und die Einordnung einer bestehenden Decke ist eine Aufgabe der Tragwerksplanung. Wer eine Privatbibliothek plant, fragt deshalb nicht „hält der Boden das?", sondern „für welche Nutzlast ist diese Decke bemessen, und verteilt sie quer?".
Für Altbauten gilt das umso mehr. Die Werte der Tabelle 6.1DE beschreiben, wofür eine Decke heute bemessen wird. Ob eine Decke aus einer anderen Zeit dieselbe Last trägt, sagt die Tabelle nicht.
Einzellasten: Füße, Rollen und das 50-Millimeter-Quadrat
Neben der Flächenlast kennt der Eurocode eine zweite Größe: die Einzellast Qk. Sie wird für den örtlichen Nachweis „ohne Überlagerung mit der Flächenlast" angesetzt, auf einem Quadrat von 50 Millimetern Seitenlänge. Für Büroflächen beträgt sie 2,0 Kilonewton, für Bibliotheken und allgemeine Lagerflächen 7,0, für Wohnräume ohne ausreichende Querverteilung 1,0.
Regale stehen auf Füßen oder Rollen, also auf Einzellasten. Die Rechnung für einige Fälle aus dem Vergleich von sieben Regalen auf Lenkrollen:
| Fall | Last je Fuß oder Rolle | gegen B1, 2,0 kN | gegen E1.2, 7,0 kN |
|---|---|---|---|
| Lagerregal mit 680 kg Titellast, voll, vier Füße tragend | 1,7 kN | darunter | darunter |
| dasselbe, nur drei Füße tragend | 2,3 kN | darüber | darunter |
| dasselbe auf Rollen, 200 kg rollend, drei Rollen tragend | 0,7 kN | darunter | darunter |
| Regal mit 1.700 kg Titelangabe, auf Rollen, drei tragend | 5,6 kN | darüber | darunter |
| Rollregalanlage, Laufrolle bei voller Tragfähigkeit von 1.000 kg | 9,8 kN | darüber | darüber |
Die Annahme, dass nur drei von vier Stützen tragen, stammt aus der Praxis der Rollenhersteller: Schwalb empfiehlt, bei vier Rollen die Gesamtbelastung durch drei zu teilen, weil durch unebene Böden oder ungleiche Lastverteilung nicht immer alle vier gleichmäßig tragen. Für Füße auf einem ebenen Boden ist sie streng, für Rollen realistisch.
Die Zahlen zeigen zwei Dinge. Ein voll beladenes Lagerregal kann mit einem einzelnen Fuß die Einzellast einer Bürodecke erreichen, wenn es auf drei Beinen steht — und ein Regal steht auf drei Beinen, sobald der Boden uneben ist und niemand die Füße nachgestellt hat. Und die Laufrolle einer Rollregalanlage, die ein Hersteller 2007 mit 1.000 Kilogramm Tragfähigkeit angab, läge bei voller Ausnutzung selbst über der Einzellast einer Bibliotheksdecke. Solche Lasten gehören nicht auf eine Decke, sondern auf eine Schiene, die sie verteilt.
Für den Boden selbst setzt der DGUV Grundsatz 315-410 für Büromöbel eine Grenze: Die tragenden Elemente dürfen keinen höheren Flächendruck auf den Fußboden ausüben als 4 Newton je Quadratmillimeter. Die Einzellast des Eurocode, 2,0 Kilonewton auf 2.500 Quadratmillimetern, entspricht 0,8 Newton je Quadratmillimeter. Der Möbelwert schützt den Bodenbelag, der Deckenwert die Konstruktion — zwei verschiedene Fragen mit zwei verschiedenen Zahlen. Wie groß ein Fuß oder eine Rolle nach der 4-N/mm²-Grenze sein muss, rechnet der Vergleich der Metallregale mit Rollen im Einzelnen vor.
Regale auf Rollen: die Last wandert mit
Ein Regal auf Rollen hat für den Boden eine Eigenschaft, die ein festes Regal nicht hat: Seine Last bleibt nicht an einer Stelle. Die Einzellast der Rollen wandert über den Boden, und auf einem weichen Belag bleibt sie als Spur zurück.
Die Handreichung für Öffentliche Bibliotheken empfiehlt für rollbare Doppelregale weiche Rollen für harte Böden und harte Rollen für weiche Böden. Sie rät außerdem, möglichst höchstens ein Anbauregal mit einem Grundregal zu verbinden, weil die Verbindung mit mehr Anbauregalen das Bewegen bei Regalhöhen über 1,50 Metern erheblich erschwere.
Für Büromöbel auf Rollen nimmt der DGUV Grundsatz 315-410 die Pflicht zum Bodenausgleich von 10 Millimetern ausdrücklich aus — ein Möbel auf Rollen lässt sich nicht nivellieren. Die Rollen nehmen die Unebenheit auf, und genau dann trägt eine Rolle weniger und eine andere mehr. Daher die Regel der Rollenhersteller, die Last nicht durch vier, sondern durch drei zu teilen.
Die Tragkraft eines Regals auf Rollen ist meist deutlich kleiner als die auf Füßen. Im meistbewerteten Amazon-Angebot sind es 200 Kilogramm rollend gegen 680 auf Füßen. Für den Boden ist das eine gute Nachricht: Wer sich an die rollende Grenze hält, bringt mit jeder Rolle nur rund 0,7 Kilonewton auf den Boden, ein Drittel der Einzellast einer Bürodecke.
Wo die Grenze liegt, an der ein Regal auf Rollen für die Decke relevant wird, zeigt die Tabelle im vorigen Abschnitt: dort, wo jemand die Titelzahl eines Regals auf Füßen auf Rollen überträgt. Ein Regal, das auf Rollen 1.700 Kilogramm tragen würde, bräuchte Schwerlastrollen und brächte 5,6 Kilonewton je Rolle auf den Boden.
Rollregalanlagen: Lasten über Schienen
Eine Rollregalanlage konzentriert ihre Last zweifach: auf eine Fläche, die doppelt so viele Fachmeter trägt wie bei Standregalen, und auf wenige Schienen, über die diese Last in den Boden geht. Ein Hersteller beschreibt das nüchtern: „Der Boden muss ausreichend tragfähig und eben sein, da die Lasten konzentriert über Schienen abgeführt werden."
Die Gütebestimmung RAL-RG 614 regelt, wie diese Last nachgewiesen wird. Für Fahrwerke, Radlasten und Bodenschienenlasten ist eine Systemberechnung unter „Voll-Last" mit den zugehörigen Lastbildern zu führen, Radlastnachweise bei ungünstiger Lastverteilung. Für die Fläche unter den Schienen ist die mittragende Breite zu berücksichtigen; bei Vollmaterialschienen darf eine Lastverteilung unter 45 Grad angenommen werden. Im Angebot müssen die Radlasten, ihre Abstände und die Spurweite stehen.
Damit liefert der Hersteller einer Anlage genau die Zahlen, die ein Statiker für den Nachweis braucht. Die Handreichung für Öffentliche Bibliotheken verlangt für Kompaktmagazine einen Einzelnachweis, ohne Pauschalwert. Mario Glauert nennt im Kontext der DIN 67700 als Erfahrungswert für die erste Planung mindestens 9,0 bis 12,5 kN/m². Er gibt außerdem die Europäische Norm DIN EN 16893 wieder, deren Anhang F für Regale von 2,3 Meter Höhe 12 bei Standregalen und 15 bei Rollregalen empfehle — in der Quelle als „kN" abgedruckt, ohne Flächenbezug.
In Lexika und Planungsdokumenten ist ein weiterer Wert verbreitet: rund 12,5 kN/m² für Rollregale gegenüber rund 7,2 kN/m² für herkömmliche Bibliotheksregale. Für diesen Satz ließ sich keine Primärquelle finden; er steht wortgleich in der Wikipedia und in einem Fachplaner-Dokument von 2013. Er wird deshalb hier nicht als belegter Wert verwendet.
Die Rechnung über die Achse aus dem ersten Teil kommt für eine Anlage mit sechs Doppelregalen auf 9,5 kN/m² für dichtes Archivgut, 5,4 für Ordner und 3,2 für Bücher, jeweils ohne Regaleigengewicht. Die Erfahrungswerte decken den schweren Fall. Für leichtere Bestände kann ein Einzelnachweis zu einer niedrigeren Anforderung kommen. Was sonst bei Planung und Betrieb einer Anlage gilt, steht im Ratgeber zur Rollregalanlage.
Estrich, Risse, Ebenheit: der Boden als Bauteil
Die Decke ist nicht das Einzige, was unter einem Regal arbeitet. Darüber liegen Estrich und Belag, und beide können versagen, bevor die Decke es tut.
Die DGUV Information 208-043 beschreibt unter dem Prüfpunkt „Wie ist der Zustand des Gebäudebodens?" den typischen Schaden: Auf einem Untergrund ohne ausreichende Festigkeit sinken die Stützen ein, das Regal steht schief. Die Abhilfe sei, das Regal neu auszurichten und für eine bessere Druckverteilung zu sorgen, etwa durch Fundamentierung oder Druckverteilungsbleche. Unter einem Fuß von wenigen Quadratzentimetern wird jeder weiche Belag zur Frage.
Ein Beispiel aus einem Archiv zeigt, was ein schwacher Estrich bei einer Rollregalanlage bedeutet. In einem Sammelband zum Archivmagazin von 2019 schildert ein Beitrag den Fall des Staatsarchivs Landshut: Der Estrich hatte breite Risse und musste herausgestemmt werden, die Schienen der Rollregalanlage wurden neu verlegt.
Für die Ebenheit nennen die Quellen Werte, die sich auf Möbel und Schienen beziehen, nicht auf den Estrich selbst. Büromöbel müssen nach dem DGUV Grundsatz 315-410 Unebenheiten von 10 Millimetern ausgleichen können, Möbel auf Rollen ausgenommen. Die Handreichung für Bibliotheken empfiehlt für Regalfüße mindestens einen Zentimeter Ausgleich. Für Rollregalanlagen setzt die RAL-Gütebestimmung eine Schienenneigung von höchstens einem Millimeter je Meter fest. Die Brandenburger Checkliste für Archivmagazine verlangt einen ebenen, hoch belastbaren Fußbodenbelag ohne Abrieb.
Eine Ebenheitstoleranz für den Fußboden nach DIN 18202 nennt keiner der Hersteller und keine der Archivberatungen, die für diesen Ratgeber gelesen wurden. Das ist eine Lücke, die in einer Planung über den Estrichleger und den Regalhersteller geschlossen werden muss, nicht über eine Annahme.
Für ein einzelnes Büroregal folgt daraus nur ein Handgriff: die Füße nachstellen, bis alle vier tragen. Für ein Archiv folgt mehr: Der Estrich ist ein Bauteil mit eigener Tragfähigkeit, und bei schweren Anlagen gehört er in den Nachweis.
Was in den Unterlagen eines Gebäudes stehen sollte
Für einen Teil der Gebäude schreibt die Norm vor, die Nutzlast sichtbar zu machen. Nach NA.5 des Nationalen Anhangs ist in Gebäuden der Kategorien E1.1, E1.2 und E2.1 bis E2.5 in jedem Raum die angenommene Nutzlast anzugeben. Für Lager, Werkstätten und Bibliotheken gibt es also in jedem Raum eine Zahl, auf die man sich beziehen kann.
Für Büro- und Wohngebäude gilt diese Pflicht nicht. Die Nutzlast, mit der eine Decke bemessen wurde, steht dort, wenn überhaupt, in den Bauunterlagen. Die Kategorien der Tabelle 6.1DE geben einen Anhaltspunkt — Büro 2,0, Wohnung 1,5 oder 2,0 —, ersetzen aber nicht die Auskunft über die konkrete Decke. Eine Decke kann für mehr bemessen sein, etwa wenn bei der Planung eine flexible Nutzung vorgesehen war, wie es die Handreichung für Bibliotheken empfiehlt.
Für Lagereinrichtungen kommt eine zweite Kennzeichnung hinzu: das Belastungsschild am Regal mit zulässigen Fach- und Feldlasten nach der DGUV Information 208-061. Die Deckenangabe und das Regalschild beantworten zusammen die Frage, ob eine Aufstellung zulässig ist. Fehlt eine von beiden, fehlt die Grundlage.
Die praktische Frage an den Eigentümer oder die Hausverwaltung lautet deshalb nicht „hält die Decke ein Archiv aus?", sondern konkret: Für welche Nutzlast in kN/m² ist die Decke dieses Raums bemessen, und gibt es eine Angabe zur Querverteilung? Wer diese Zahl hat, kann mit der Rechnung aus diesem Ratgeber selbst einschätzen, wie weit die geplante Aufstellung davon entfernt ist.
Gibt es keine Unterlagen, bleibt der Weg über einen Tragwerksplaner. Die Kosten dafür stehen in keinem Verhältnis zu einer Decke, die sich unter einem Archiv durchbiegt, und der Nachweis der Aufstellfläche ist nach der DGUV-Information ohnehin vor dem Aufstellen zu führen.
Ertüchtigen oder anders aufstellen
Reicht die Decke nicht, gibt es zwei Wege. Die Handreichung für Öffentliche Bibliotheken nennt beide: neben einer Ertüchtigung der Decke einen statischen Einzelnachweis, „der für bestimmte einschränkende Bedingungen" eine Bibliotheksnutzung ermöglichen könne. Als Beispiele für solche Bedingungen zählt sie auf: Achsabstände, die Zahl der Regalböden übereinander, eine Aufstellung quer zu Unterzügen oder nur entlang tragender Wände.
Jede dieser Bedingungen verändert eine Zahl aus der Rechnung dieses Ratgebers:
- Größerer Achsabstand verteilt dieselben Fachmeter auf mehr Fläche. Von 1,60 auf 2,00 Meter sinkt die Flächenlast um ein Fünftel.
- Weniger Böden verringern die Fachmeter je Meter Regal. Fünf statt sechs Böden sind ein Sechstel weniger.
- Aufstellung quer zu Unterzügen oder entlang tragender Wände bringt die Last dorthin, wo die Decke sie aufnehmen kann.
Die Handreichung warnt vor einem Fehler bei diesem Weg: Der Einzelnachweis sollte nicht nur für einen fixierten Einrichtungsplan erfolgen, weil sonst bei jeder Umstellung eines Möbelstücks ein neuer statischer Nachweis nötig werde. Ein Nachweis für Bedingungen — maximaler Achsabstand, maximale Bodenzahl, zulässige Richtung — hält länger als einer für eine Zeichnung.
Für ein Büroarchiv lässt sich derselbe Gedanke ohne Statiker anwenden, solange die Rechnung unter der Nutzlast bleibt. Wer statt dichter Doppelregale mit 1,60 Metern Achsabstand Regale an den Wänden aufstellt, bleibt mit Ordnern weit unter 2,0 kN/m²; wer statt Kartons zu 77 Kilogramm Archivschachteln mit 20 bis 30 Kilogramm je Meter nutzt, ebenfalls. Erst die Kombination aus dichter Aufstellung und schwerem Lagergut braucht den Nachweis.
Regalboden: Fachlast, Feldlast, Punktlast
Zur ersten Lesart, der Belastung des Regalbodens, liefert die DGUV Information 208-043 „Sicherheit von Regalen" eine Regel, die in fast keiner Händlerangabe steht. Die zulässige Fachlast eines Regals gilt für eine Streckenlast, also eine über das ganze Fach verteilte Last. Liegt dieselbe Last als Punktlast in der Mitte des Fachs, verdoppelt sich die Biegespannung in der Trägermitte; es dürfe dann „nur noch die halbe Fachlast" eingelagert werden. Die Information stützt sich dabei auf die Trägerlastbeiwerte der Norm DIN EN 15512.
Für ein Archiv heißt das: Ein einzelner schwerer Karton in der Mitte eines Fachs beansprucht den Fachboden doppelt so stark wie dieselbe Masse verteilt. Ordnerreihen und Archivschachteln, die das Fach füllen, sind Streckenlasten; ein Stapel Amtsbücher in der Mitte ist eine Punktlast.
Für die Größe der Fachlast gibt es zwei Bezugswerte. Die Norm für Behältnismöbel im Nicht-Wohnbereich, EN 16121, setzt nach Angaben des Prüfinstituts Catas für Regale in Büro und Bibliothek 1,0 Kilogramm je Quadratdezimeter an. Der DGUV Grundsatz 315-410 rechnet in einem Beispiel mit 1,5 Kilogramm je Quadratdezimeter. Auf einem Fachboden von 80 × 40 Zentimetern sind das 32 und 48 Kilogramm. Neun breite Ordner, die auf 80 Zentimeter passen, wiegen 31,8 Kilogramm — fast genau der EN-16121-Wert.
Die Handreichung für Bibliotheken empfiehlt für Buchregale die Belastungsgruppe L 125, entsprechend einer Papierlast von 125 Kilogramm je Quadratmeter Fachboden, und gibt eine Probe an: alle Fachböden eines Regals mit der doppelten maximalen Nutzlast belasten; die Durchbiegung dürfe auch nach 28 Tagen bei einem Meter langen Böden zehn Millimeter nicht überschreiten. Sie rät, sich im Zweifel vom Anbieter einen Prüfbericht zu Belastbarkeit und Durchbiegung geben zu lassen.
Was ein Fachboden trägt und wie das mit der Ordnerhöhe zusammenhängt, behandelt der Ratgeber zu Ordnermaß und Fachlast im Aktenschrank. Für die Frage nach dem Fußboden ist der Fachboden nur der Anfang der Kette: Was er trägt, trägt am Ende die Decke.
Rechenweg in fünf Zeilen
Die Rechnung aus diesem Ratgeber passt auf einen Zettel:
- Fachmeter zählen: Böden je Regal mal Regallänge, bei Doppelregalen mal zwei.
- Gewicht je Fachmeter wählen: 26 kg für Bücher, 43,6 kg für volle breite Ordner, 20 bis 30 kg für Archivschachteln, bis 77 kg für dicht gepacktes Archivgut — oder selbst wiegen.
- Bezugsfläche festlegen: Raumfläche für den Vergleich mit der Nutzlast der Decke, Achsfläche für dichte Aufstellung, Stellfläche nur für die Frage nach dem Boden unmittelbar unter dem Regal.
- Teilen und umrechnen: Kilogramm je Quadratmeter durch 102 ergibt kN/m².
- Vergleichen: mit 1,5 bis 2,0 für Wohnräume, 2,0 für Büros, 3,0 für Schulräume, 6,0 für Bibliotheken als Mindestwert — und bei Annäherung den Statiker fragen.
Ein Beispiel: Ein Büroraum von 20 Quadratmetern soll 100 laufende Meter Ordner aufnehmen, nach dem Faustwert von 5 laufenden Metern je Quadratmeter. 100 Meter mal 43,6 Kilogramm sind 4.360 Kilogramm, auf 20 Quadratmeter 218 Kilogramm je Quadratmeter, 2,1 kN/m². Die Decke ist für 2,0 bemessen. Mit dem Aktenlager-Durchschnitt von 26,4 Kilogramm je Meter wären es 1,3 kN/m². Die Antwort lautet also: wiegen, und bei vollen Ordnern nicht ohne Nachweis.
Ein zweites Beispiel aus der Wohnung: Ein Raum soll eine Privatbibliothek mit Doppelregalen aufnehmen, fünf Böden, Achsabstand 1,60 Meter, wie in einer Öffentlichen Bibliothek. Je Meter Regalreihe sind das zehn Fachmeter Bücher, 260 Kilogramm, auf 1,60 Quadratmeter Achsfläche 1,6 kN/m². Die Wohnungsdecke mit Querverteilung ist für 1,5 bemessen. Hier hilft schon ein größerer Achsabstand: Bei 2,00 Metern sinkt die Last auf 1,3 kN/m².
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Bodenbelastung eines Regals?
Fachmeter mal Gewicht je Fachmeter, geteilt durch die Bezugsfläche. Für den Vergleich mit der Nutzlast einer Decke ist das die Raum- oder Achsfläche, nicht nur die Stellfläche des Regals. Kilogramm je Quadratmeter geteilt durch rund 102 ergibt kN/m². Der Eurocode verlangt für Lagerflächen mit Büchern oder Akten genau diesen Weg: Lasten aus Stellflächen, Regalhöhen und Wichten ermitteln.
Wie viel Gewicht hält eine Bürodecke aus?
Büroflächen werden nach DIN EN 1991-1-1/NA, Tabelle 6.1DE, mit einer Nutzlast von 2,0 kN/m² bemessen, rund 204 kg je Quadratmeter, dazu eine Einzellast von 2,0 kN auf 50 × 50 mm. Ein einzelnes Regal an der Wand liegt weit darunter. Ein Raum mit Standregalen im Abstand eines Archivs erreicht mit vollen breiten Ordnern schon 2,1 kN/m².
Wie viel Gewicht hält ein Boden in der Wohnung aus?
Wohnräume werden mit 1,5 kN/m² bemessen, wenn die Decke die Lasten ausreichend querverteilt, sonst mit 2,0 kN/m². Eine Bücherwand an einer Wand bringt auf einen vier Meter tiefen Raum verteilt etwa 0,4 kN/m². Eine Privatbibliothek mit Regalreihen im Abstand einer Öffentlichen Bibliothek kommt allein an Büchern auf 1,6 kN/m². Spitzböden sind nur für 1,0 kN/m² bemessen, Kellerräume in Wohngebäuden für 3,0.
Wie schwer ist ein laufender Meter Akten?
Das hängt am Lagergut: Ein Meter voller breiter Ordner wiegt rund 43,6 kg, nach dem Durchschnitt eines Aktenlagers mit 2,2 kg je Ordner 26,4 kg. Archivschachteln kommen auf 20 bis 30 kg je Meter. Ein Meter kartoniertes Archivgut nach der Definition des Bundesarchivs, 26 × 35 × 100 cm, wöge mit der Papierwichte von 850 kg/m³ höchstens 77 kg. Bücher wiegen nach DIN 67700 im Mittel 26 kg je Meter.
Welche Bodenbelastung braucht ein Archiv?
Die Archivberatungen setzen für Standregale 500 kg/m² (LWL) bis 750–1.250 kg/m² (Hessen) an, für Rollregalanlagen 1.000 bis 1.560 kg/m². Das Lagergut allein erzeugt bei 5 laufenden Metern je Quadratmeter 1,0 bis 3,8 kN/m², bei 9 laufenden Metern in einer Rollregalanlage 1,8 bis 6,8 kN/m². Für Bibliotheken nennt der Eurocode mindestens 6,0 kN/m²; Kompaktmagazine brauchen einen Einzelnachweis.
Halbiert eine Punktlast die zulässige Fachlast?
Ja, nach DGUV Information 208-043: Die zulässige Fachlast gilt für eine über das Fach verteilte Last. Liegt dieselbe Last als Punktlast in der Mitte des Fachs, verdoppelt sich die Biegespannung in der Trägermitte; es dürfte dann nur noch die halbe Fachlast eingelagert werden. Ordnerreihen, die das Fach füllen, gelten als verteilte Last.
Was tun, wenn die Decke nicht reicht?
Die Handreichung für Öffentliche Bibliotheken nennt zwei Wege: die Decke ertüchtigen oder einen statischen Einzelnachweis für einschränkende Bedingungen führen, etwa Achsabstände, Zahl der Regalböden, Aufstellung quer zu Unterzügen oder nur entlang tragender Wände. Der Nachweis sollte für Bedingungen gelten, nicht für einen festen Einrichtungsplan, damit nicht jede Umstellung einen neuen braucht.
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Fachredaktion Möbel und Einrichtung
Schreibt über Büromöbel, Ablagesysteme und Polstermöbel.
Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Einrichtungsprodukte, Möbel und Stauraum
Wie wir einordnen
Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:
- Eignung für den Zweck
- Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Beitrag geht — Sitzhöhenspannweite, Traglastfenster, Kabinenvolumen, Kabinenmaß. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
- Belegte Spezifikationen
- Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
- Verarbeitung und Haltbarkeit
- Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen. Bei Gepäck und Büromöbeln der Punkt, an dem sich Preisklassen wirklich trennen.
- Aufwand für Aufbau und Betrieb
- Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Elektrofachkraft, Reinigung, Folgekosten je Verbrauchsmaterial.
- Transparenz des Anbieters
- Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit den Händlerdatenblättern übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.
Vollständige Methodik, einschließlich dem, was wir nicht tun
Aktualisierung und Quellen
- Veröffentlicht
- 05.10.2026
- Geändert
- 05.10.2026
- Geprüft
- 05.10.2026
- Quellen
- 22
Änderungsverlauf
- 05.10.2026 — Erstveröffentlichung.
Belege
- [1]DIN-Handbuch Eurocode 1, Band 1, Leseprobe: DIN EN 1991-1-1 mit Nationalem AnhangInstitution oder Normapi.pageplace.deTabelle 6.1DE: A1 1,0/1,0; A2 1,5; A3 2,0/1,0; B1 2,0/2,0; B2 3,0/3,0; B3 5,0/4,0; C1 3,0/4,0; D3 5,0/7,0; E1.1 5,0/4,0; E1.2 6,0/7,0 (Mindestwert); E2.1 7,5/10,0 (qk in kN/m², Qk in kN); Fußnote e: Qk auf 50 × 50 mm ohne Überlagerung; NA.5: Nutzlast in Räumen der Kategorien E in jedem Raum anzugeben; 6.3.2.2 (5): Lasten auf Lagerflächen für Bücher oder Akten anhand der Stellflächen und Regalhöhen mit geeigneten Wichten; Trennwandzuschlag 0,8 bzw. 1,2 kN/m². Abgerufen am 05.10.2026.
- [2]Handreichung zu Bau und Ausstattung Öffentlicher Bibliotheken, Komplettversion 2024Institution oder Normbibliotheksportal.deAbschnitt 5.2: Bücher 6,0 kN/m³; Einzelnachweis in allen Fällen; Kompaktmagazin Einzelnachweis, Magazin und Freihand 6,0 kN/m², Erfahrungshinweise 1,30 m / 2,20 m / 7 Böden und 1,60 m / 1,85 m / 5 Böden mit 5 kN/m²; Büroräume 2,0, Nutzerplätze 3,0; Ertüchtigung oder Einzelnachweis mit einschränkenden Bedingungen. Kap. 10.4: Belastungsgruppe L 125, 31 bzw. 37 kg je Meter, Papierlast 125 kg/m², Durchbiegungsprobe; Rollen und Anbauregale. Abgerufen am 05.10.2026.
- [3]BIB-Checkliste 35: Bauplanung von Firmenbibliotheken in Zahlen, 2. AuflageQuellebib-info.deTabelle 2 nach DIN 67700:2017, Tab. 45: Buchgewicht je Meter Fachboden 26, 53 und 83 kg nach Rückenhöhe. Tabelle als Bild im PDF. Abgerufen am 05.10.2026.
- [4]DGUV Information 208-061: Lagereinrichtungen und LadungsträgerInstitution oder Normpublikationen.dguv.deAbschnitt 4.1.2.6: Belastbarkeit der Aufstellfläche vor dem Aufstellen nachgewiesen; 4.2.7.1: Belastungsschild mit Fach- und Feldlasten. Abgerufen am 05.10.2026.
- [5]DGUV Information 208-043: Sicherheit von Regalen, Juni 2020Institution oder Normpublikationen.dguv.deAbschnitt 4.8: Stützen sinken auf zu weichem Untergrund ein, Abhilfe Druckverteilung; 4.12: Punktlast in Fachmitte verdoppelt die Biegespannung, dann nur halbe Fachlast; Trägerlastbeiwerte nach DIN EN 15512. Abgerufen am 05.10.2026.
- [6]DGUV Grundsatz 315-410, Ausgabe Juli 2026Institution oder Normpublikationen.dguv.deAbschnitt 2.10: Bodenausgleich 10 mm, ausgenommen Möbel auf Rollen; Flächendruck auf den Fußboden höchstens 4 N/mm²; Rechenbeispiel mit 1,5 kg/dm². Abgerufen am 05.10.2026.
- [7]RAL-RG 614, Ausgabe November 2021, Teil 614/4Institution oder Normral-rg614.deBeschaffenheit der Aufstellfläche vom Betreiber bestätigen lassen; Systemberechnung der Radlasten unter Volllast und ungünstiger Lastverteilung; mittragende Breite, Lastverteilung unter 45° bei Vollmaterialschienen; Schienenneigung höchstens 1 mm je Meter. Abgerufen am 05.10.2026.
- [8]Hessisches Landesarchiv: Handreichung zur Aufbewahrung von Archivgut (2022)Institution oder Normarchivberatung.hessen.de5 bzw. 9 lfm je m²; Last Standregale ca. 750 bis 1.250 kg/m², Rollregale ca. 1.250 bis 1.560 kg/m², nur Richtwerte, Statiker prüfen lassen. Abgerufen am 05.10.2026.
- [9]LWL-Archivamt: Anforderungen an archivgerechte Regalanlagen, Stand 02.07.2018Institution oder Normlwl-archivamt.deStatik über 500 kg/m² Standregale, über 1.000 kg/m² Rollregale; 5 bzw. 8 1/3 lfdm/m²; Regalböden 62 kg/lfdm. Abgerufen am 05.10.2026.
- [10]LVR-AFZ: Allgemeine Anforderungen an Archivbauten und -räumlichkeiten, November 2022Institution oder Normafz.lvr.deStatik: Standregale ca. 7,5 bis 12,5 kN/m² (750 bis 1.250 kg/m²), Rollregale ca. 12,5 bis 15 kN/m² (1.250 bis 1.500 kg/m²). Abgerufen am 05.10.2026.
- [11]Glauert: Anforderungen an ein Archivmagazin. Eine Checkliste (Potsdam 2005)Institution oder Normfh-potsdam.dePapierwichte 8,5 kN/m³ nach DIN 1055; Decken Standregale 7,5 bis 12,5, Rollregale 12,5 bis 15 kN/m², Berechnung dem Statiker vorbehalten; 5 bzw. 9 lfm/m²; ebener, hoch belastbarer Fußboden. Abgerufen am 05.10.2026.
- [12]Das Archivmagazin, Vorträge des 78. Südwestdeutschen Archivtags (Kohlhammer 2019)Institution oder Normlandesarchiv-bw.deGlauert: DIN 67700 Standregale 6,0 kN/m², Rollregalanlagen mindestens 9,0 bis 12,5 kN/m²; DIN EN 16893 Anhang F 12 bzw. 15 „kN" bei 2,3 m Regalhöhe. Kruse: Estrich im Staatsarchiv Landshut herausgestemmt, Schienen neu verlegt. Abgerufen am 05.10.2026.
- [13]Glauert: Neue Normen für die Planung von Archivmagazinen, Folien Augsburg 2018Institution oder Normlandesarchiv-bw.deNach DIN 67700: 4,2 bzw. 8,8 lfm/m²; Bediengang Rollregal Fachtiefe + 0,55 m. Abgerufen am 05.10.2026.
- [14]Bundesarchiv, invenio-Glossar: Laufender MeterInstitution oder Norminvenio.bundesarchiv.de1 lfm kartoniertes Archivgut DIN A4: 26 × 35 × 100 cm. Abgerufen am 05.10.2026.
- [15]Steiermärkisches Landesarchiv: Riegler, Optimierung der Lagerkapazität eines Archivdepots (1998)Institution oder Normverwaltung.steiermark.atFachböden 90 kg je Fach bis 1.200 mm Feldlänge, für Amtsbuchreihen verstärkt auf 150 und 190 kg. Abgerufen am 05.10.2026.
- [16]Catas: Neuerungen der EN 16121 für Behältnismöbel im Nicht-WohnbereichInstitution oder Normcatas.comFlächenlast für Regale in Büro und Bibliothek: 1,0 kg/dm². Abgerufen am 05.10.2026.
- [17]Akten-Archiv Rhein-Ruhr: DurchschnittswerteQuelleaktenarchiv-rheinruhr.de12 breite Ordner oder 10 bis 12 Archivschachteln je Aktenmeter; Ordner ca. 2,2 kg, Schachtel 2,0 bis 2,5 kg. Abgerufen am 05.10.2026.
- [18]Leitz Qualitäts-Ordner 180° 1080, HerstellerseiteHerstellerangabeleitz.com81 × 318 × 285 mm, 600 Blatt bei 80 g/m², 0,53 kg; voll 3,53 kg, 43,6 kg je Meter. Abgerufen am 05.10.2026.
- [19]Schwalb Räder und Rollen: TragfähigkeitHerstellerangabeschwalb-rollen.deBei vier Rollen die Gesamtbelastung durch drei teilen, da durch unebene Böden oder ungleiche Lastverteilung nicht immer alle vier gleichmäßig tragen. Abgerufen am 05.10.2026.
- [20]BERGER Group: Verschieberegale für Archiv und BüroHerstellerangabeberger-group.de„Der Boden muss ausreichend tragfähig und eben sein, da die Lasten konzentriert über Schienen abgeführt werden." Abgerufen am 05.10.2026.
- [21]mauser: Katalog Rollregale RR 409 und BRR, 08/2007 (beim Händler gehostet)Herstellerangabecubus.itLauf- und Spurrollen für eine Tragfähigkeit von 1.000 kg je Rolle ausgelegt. Abgerufen am 05.10.2026.
- [22]Rollregal, LexikonartikelQuellede.wikipedia.orgNennt rund 12,5 kN/m² für Rollregale gegenüber circa 7,2 kN/m² für herkömmliche Bibliotheksregale, ohne Einzelnachweis; im Ratgeber nur als verbreitete, unbelegte Angabe erwähnt. Abgerufen am 05.10.2026.
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