Vergleich·Beschriftungsgeräte

Ordnerrücken bedrucken: fünf Rollendrucker gegen 80 Millimeter Rückenbreite

Lena Moritz, Fachredaktion Möbel und Einrichtung

Von Lena MoritzFachredaktion Möbel und Einrichtung

Zuletzt geprüft am 25. September 2026

8 Min Lesezeit · Daten und Änderungsverlauf

Drei Maße entscheiden, und sie werden nie zusammen genannt: Der breite Ordner hat **80 Millimeter** Rückenbreite, das handelsübliche Rückenschild misst **59 bis 61 Millimeter**, und die Geräte bedrucken davon **56 bis 58 Millimeter**. Ein Rollendrucker mit 62-Millimeter-Medium deckt damit rund **73 Prozent** des Rückens — deutlich mehr als die 30 Prozent eines 24-Millimeter-Bandgeräts, aber eben nicht flächig. Empfohlen wird der **Brother QL-800**, weil er als einziges Gerät im Feld seine Druckbreite im eigenen Handbuch beziffert und die Etikettenlänge frei schneidet. Wer den Rücken wirklich ganz bedecken will, braucht ein Gerät mit **103-Millimeter-Medium**.

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Drei Maße bestimmen, wie ein Ordnerrücken am Ende aussieht. Sie stehen in drei verschiedenen Datenblättern und werden nie zusammen genannt: die Rückenbreite des Ordners, die Breite des Schildes und die Druckbreite des Geräts.

80 Millimeter Rücken, 58 Millimeter Druck

Das erste Maß liegt im Nachbarbereich belegt vor: Ein breiter Ordner misst rund 80 Millimeter am Rücken, ein schmaler rund 55 — nachzulesen unter Ordnerhöhen und Fachbodenlast, wo dieselbe Zahl gegen die Fachbodenlast gerechnet wird.

Das dritte Maß steht in den Handbüchern, und es ist nicht die Zahl, die im Angebot steht. Brother gibt für den QL-800 an: „Maximum printing width 2.3″ (58 mm)" — bei einer Rolle von 62 Millimetern. Dymo nennt für den LabelWriter 550 eine maximale Druckbreite von 56 Millimetern bei ebenfalls 62 Millimetern Etikettenbreite. Der Druckkopf ist also stets schmaler als das Material, damit die Kanten nicht überlaufen.

Gerät Medium Druckbreite Anteil am 80-mm-Rücken
Dymo LabelWriter 550 62 mm 56 mm 70 %
Brother QL-800 62 mm 58 mm 73 %
Brother QL-810Wc 62 mm nicht genannt —
Brother QL-1110NWBc 103 mm 101,6 mm vollständig
Dymo LabelWriter 5XL 115 mm 105,73 mm vollständig

Zum Vergleich die Bandgeräte aus dem Bürovergleich dieses Bereichs: Ein 24-Millimeter-Band deckt 30 Prozent des breiten Rückens, ein 12-Millimeter-Band 15 Prozent.

Das Normschild ist schmaler als der Rücken

Das zweite Maß ist das überraschende. Handelsübliche Rückenschilder sind gar nicht so breit wie der Rücken: Herma führt für breite Ordner 192 × 59 mm und 192 × 61 mm als kurze Ausführung, 297 × 59 mm und 297 × 61 mm als lange. Dymos Rollenetiketten für denselben Zweck messen 59 × 190 mm beim breiten und 38 × 190 mm beim schmalen Ordner.

Damit steht die Maßkette vollständig da, und sie schrumpft in jedem Glied:

80 mm Rücken → 61 mm Schild → 58 mm Druck

Das ist keine Schlamperei, sondern Absicht: Ein Schild, das exakt so breit wäre wie der Rücken, würde sich an den Kanten lösen. Trotzdem lohnt es, die Kette einmal auszurechnen, bevor man ein Gerät kauft — denn zwischen 56 und 58 Millimetern Druckbreite liegen zwei Millimeter, und genau die entscheiden darüber, ob ein 59-Millimeter-Etikett randlos bedruckt wird oder nicht.

Beim LabelWriter 550 schließt sich die Kette nicht: Das hauseigene breite Ordneretikett ist 59 Millimeter breit, die Druckbreite beträgt 56. Drei Millimeter des eigenen Etiketts bleiben weiß.

Beim schmalen Ordner kippt die Rechnung in die andere Richtung. Sein Rücken misst 55 Millimeter, und damit ist ein 62-Millimeter-Gerät bereits zu breit für das Material, das darauf passt. Das Normschild dafür ist 38 Millimeter breit — 69 Prozent des Rückens —, und ob ein Drucker 56 oder 58 Millimeter schafft, spielt dann keine Rolle mehr. Wer überwiegend schmale Ordner führt, kauft die Breite also für einen Fall, den er nicht hat.

Was auf ein Ordnerschild gehört, steht im Steuerrecht

Wie viel Text auf den Rücken muss, ist keine Geschmacksfrage. Wer Geschäftsunterlagen ablegt, braucht auf dem Schild drei Angaben: Inhalt, Zeitraum und das Jahr, ab dem vernichtet werden darf. Die Fristen dafür nennt das Steuerrecht, und eine davon hat sich gerade geändert:

Unterlagenart Frist
Bücher, Aufzeichnungen, Inventare, Lageberichte, Jahresabschlüsse 10 Jahre
Buchungsbelege, Rechnungen, Kostenbelege 8 Jahre
empfangene Handels- und Geschäftsbriefe 6 Jahre

Die Verkürzung für Buchungsbelege von zehn auf acht Jahre stammt aus dem Vierten Bürokratieentlastungsgesetz. Und die Frist beginnt nicht mit dem Beleg, sondern, wie die IHK es formuliert: „mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung in die Unterlage erfolgt ist."

Praktisch heißt das: Ein Schild trägt eine Zeile Inhalt, eine Zeile Zeitraum und eine Zeile Vernichtungsdatum — drei Zeilen. Auf 58 Millimetern Druckbreite sind das rund 19 Millimeter je Zeile, auf einem 24-Millimeter-Band mit 18 Millimetern Druckhöhe dagegen 6. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Bauformen, und er ist ablesbar, sobald man weiß, wie viel Text hinmuss.

Vergleich von 5 Modellen nach Ausstattung
ModellMediumMax. MedienbreiteMax. DruckbreiteAuflösungDruckgeschwindigkeitSchnittstelleSchneideeinheitSegment
Unsere EmpfehlungBrother QL-800Brother
DK-Rollen, Thermodirekt62 mm58 mm300 × 300 dpi, Hochauflösung 300 × 600 dpibis 148 mm/s einfarbig, 24 mm/s zweifarbigUSBautomatisch, freie EtikettenlängeMittelklasseAnsehen(Partnerlink, öffnet in neuem Tab)
AlternativeBrother QL-1110NWBcBrother
DK-Rollen, Thermodirekt103 mm101,6 mm300 × 600 dpibis 110 mm/s——PremiumAnsehen(Partnerlink, öffnet in neuem Tab)
Brother QL-810WcBrother
DK-Rollen, Thermodirekt62 mmvom Anbieter nicht genannt300 dpi, Hochauflösung 300 × 600 dpi———PremiumAnsehen(Partnerlink, öffnet in neuem Tab)
Dymo LabelWriter 550Dymo
LW-Etikettenrollen, Thermodirekt—56 mm300 dpi—USB—MittelklasseAnsehen(Partnerlink, öffnet in neuem Tab)
Dymo LabelWriter 5XLDymo
LW-Etikettenrollen, Thermodirekt—105,73 mm300 dpi———PremiumAnsehen(Partnerlink, öffnet in neuem Tab)

Die farbig unterlegte Zeile ist unsere Empfehlung, die Begründung steht im Beitrag. Angaben laut Hersteller. Kein Preis und keine eigene Note — warum, steht in der Methodik. Die Links zu Amazon sind Partnerlinks.

Fünf Rollendrucker, zwei Medienbreiten

Das Feld zerfällt sauber in zwei Gruppen: drei Geräte mit 62-Millimeter-Medium — QL-800, QL-810Wc und LabelWriter 550 — und zwei mit Übergröße, der QL-1110NWBc mit 103 und der LabelWriter 5XL mit 115 Millimetern. Zwischen beiden Gruppen liegt kein Zwischenschritt.

Unsere Empfehlung

1Mittelklasse

Brother QL-800 Etikettendrucker für DK-Rollen

Brother

Das einzige Gerät im Feld, dessen Hersteller die Druckbreite nennt statt nur die Medienbreite: 2,3 Zoll, also 58 Millimeter, bei einer 62 Millimeter breiten Rolle. Auf einem breiten Ordnerrücken sind das 73 Prozent, auf einem schmalen mehr als genug. Die Endlosrolle DK-22205 misst 62 Millimeter mal 30,48 Meter, und weil die Schneideeinheit jede Länge trennt, bestimmt der Text die Etikettenlänge — nicht die Stanzung.

Medium
DK-Rollen, Thermodirekt
Max. Medienbreite
62 mm
Max. Druckbreite
58 mm
Auflösung
300 × 300 dpi, Hochauflösung 300 × 600 dpi
Druckgeschwindigkeit
bis 148 mm/s einfarbig, 24 mm/s zweifarbig
Schnittstelle
USB
Schneideeinheit
automatisch, freie Etikettenlänge

Spricht dafür

  • Druckbreite mit 58 mm vom Hersteller beziffert
  • Endlosrolle, Etikettenlänge frei wählbar
  • Schnellster Einfarbdruck im Feld mit 148 mm/s

Spricht dagegen

  • Schmale Bewertungsbasis auf dieser Listung
  • Zweifarbdruck bricht auf 24 mm/s ein
  • Deckt den breiten Rücken nur zu 73 Prozent
Passt zu
Büros, die Ordner und Archivkartons in wechselnden Längen beschriften und den Rücken nicht flächig bedecken müssen.
Passt nicht zu
Vollflächige Rückenbeschriftung und alles, was breiter als 62 Millimeter Medium braucht.

4,8 von 5 bei 30 Bewertungen auf Amazon, Stand 25.09.2026 — fremde Bewertung, nicht unsere.

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2PremiumAlternative

Brother QL-1110NWBc Etikettendrucker mit WLAN, LAN und Bluetooth

Brother

Das einzige Gerät im Vergleich, dessen Druckbreite die Rückenbreite eines breiten Ordners überschreitet: 101,6 Millimeter gegen 80. Damit ist vollflächige Beschriftung möglich, und zwar in einem Durchgang. Der Angebotstext trägt den Widerspruch mit sich herum — die Überschrift nennt „DK-Rollen bis zu 101,6 mm", der Aufzählungspunkt darunter „bis zu 103,6 mm (4 Zoll)". Gemeint sind zwei verschiedene Maße: das Medium und der bedruckbare Streifen darauf.

Medium
DK-Rollen, Thermodirekt
Max. Medienbreite
103 mm
Max. Druckbreite
101,6 mm
Auflösung
300 × 600 dpi
Druckgeschwindigkeit
bis 110 mm/s
Schnittstellen
USB, LAN, WLAN, Bluetooth

Spricht dafür

  • Deckt mit 101,6 mm Druckbreite den breiten Ordnerrücken vollständig
  • Netzwerk und Bluetooth, mehrere Arbeitsplätze an einem Gerät
  • Automatischer Schneider für freie Etikettenlängen

Spricht dagegen

  • Angebotstext nennt zwei verschiedene Breitenangaben
  • Größtes und schwerstes Gerät im Feld
  • Schmale Bewertungsbasis
Passt zu
Archive und Lager, in denen der Rücken vollflächig bedruckt sein soll oder breite Kartonschilder gebraucht werden.
Passt nicht zu
Den Einzelschreibtisch, an dem 62 Millimeter ohnehin reichen.

4,6 von 5 bei 38 Bewertungen auf Amazon, Stand 25.09.2026 — fremde Bewertung, nicht unsere.

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3Premium

Brother QL-810Wc Etikettendrucker mit WLAN und Rot-Schwarz-Druck

Brother

Technisch der QL-800 mit Funk und ohne Kabelbindung, dazu Rot-Schwarz-Druck auf der dafür vorgesehenen Rolle. Für die Rechnung dieses Vergleichs ist er der typische Fall: Die Angebotsseite nennt 62 Millimeter Medienbreite und schweigt zur Druckbreite. Wer wissen will, wie viel vom Rücken bedruckt wird, muss das Handbuch des Schwestermodells heranziehen.

Medium
DK-Rollen, Thermodirekt
Max. Medienbreite
62 mm
Max. Druckbreite
vom Anbieter nicht genannt
Auflösung
300 dpi, Hochauflösung 300 × 600 dpi
Durchsatz
bis 110 Etiketten je Minute
Schnittstellen
USB, WLAN
Zweifarbdruck
Schwarz und Rot mit DK-22251

Spricht dafür

  • WLAN und AirPrint, kein Rechner nötig
  • Zweifarbdruck ohne Farbband
  • Bis zu 110 Etiketten je Minute

Spricht dagegen

  • Druckbreite steht nirgends im Angebot
  • Zweite Farbe nur mit einer bestimmten Rolle
Passt zu
Arbeitsplätze ohne Kabel und Anwendungen, in denen eine zweite Farbe etwas bedeutet.
Passt nicht zu
Beschaffung, die jedes Maß aus dem Angebotstext belegen will.

4,5 von 5 bei 74 Bewertungen auf Amazon, Stand 25.09.2026 — fremde Bewertung, nicht unsere.

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4Mittelklasse

DYMO LabelWriter 550 Etikettendrucker mit automatischer Etikettenerkennung

Dymo

Der Drucker mit der engsten Materialbindung im Feld und der schwächsten Bewertung: Die Bedienungsanleitung sagt unmissverständlich, dass die Geräte „nur mit Original-DYMO-LW-Etiketten" arbeiten. Dazu kommt eine Maßkette, die sich nicht schließt — das hauseigene breite Ordneretikett misst 59 Millimeter, die maximale Druckbreite beträgt 56. Drei Millimeter des eigenen Etiketts bleiben unbedruckt.

Medium
LW-Etikettenrollen, Thermodirekt
Max. Etikettenbreite
62 mm
Max. Druckbreite
56 mm
Auflösung
300 dpi
Etikettenbindung
nur Original-DYMO-LW-Etiketten
Schnittstelle
USB

Spricht dafür

  • Automatische Etikettenerkennung meldet Art, Größe und Restmenge
  • Breiteste Bewertungsbasis im Feld

Spricht dagegen

  • Nimmt nur Originaletiketten an
  • 56 mm Druckbreite auf 59 mm breitem Ordneretikett
  • Schwächste Bewertung unter den fünf Geräten
Passt zu
Arbeitsplätze, an denen ausschließlich Originalmaterial beschafft wird und die Etikettenerkennung den Ausschlag gibt.
Passt nicht zu
Jeden, der Verbrauchsmaterial frei einkaufen oder den Rücken randlos bedrucken will.

3,7 von 5 bei 712 Bewertungen auf Amazon, Stand 25.09.2026 — fremde Bewertung, nicht unsere.

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5Premium

DYMO LabelWriter 5XL Etikettendrucker für extrabreite Etiketten

Dymo

Das breiteste Gerät im Vergleich, gebaut für Versandetiketten im Format 10 × 15 Zentimeter. Mit 105,73 Millimetern Druckbreite deckt es den breiten Ordnerrücken vollständig ab — es ist nur nicht dafür gedacht, und die Materialbindung an Originaletiketten gilt auch hier. Die Bewertung von 3,0 bei 241 Rückmeldungen ist die niedrigste in beiden Vergleichen dieses Bereichs.

Medium
LW-Etikettenrollen, Thermodirekt
Max. Etikettenbreite
115 mm
Max. Druckbreite
105,73 mm
Auflösung
300 dpi
Etikettenbindung
nur Original-DYMO-LW-Etiketten
Schnittstellen
USB, LAN

Spricht dafür

  • Größte Druckbreite im Vergleich
  • USB und Netzwerk

Spricht dagegen

  • Niedrigste Bewertung im Feld
  • Nimmt nur Originaletiketten an
  • Für Ordnerrücken überdimensioniert
Passt zu
Versandetiketten, bei denen die Rückenbeschriftung nur ein Nebenzweck ist.
Passt nicht zu
Den reinen Ordner- und Archiveinsatz.

3 von 5 bei 241 Bewertungen auf Amazon, Stand 25.09.2026 — fremde Bewertung, nicht unsere.

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Der Drucker, der nur eigene Etiketten annimmt

Beim LabelWriter 550 steht die Materialfrage nicht im Kleingedruckten, sondern in der Bedienungsanleitung und im Angebotstext. Die Anleitung: „Die LabelWriter 550-Drucker funktionieren nur mit Original-DYMO-LW-Etiketten." Die Angebotsseite wiederholt es in Großbuchstaben.

Technisch steckt dahinter die automatische Etikettenerkennung, die Art, Größe und Restmenge meldet. Wirtschaftlich steckt dahinter eine Bindung an einen Lieferanten über die gesamte Nutzungsdauer. Für einen Cluster, der Verbrauchsmaterial in Millimetern rechnet, ist das die wichtigste Eigenschaft des Geräts — und die Bewertung von 3,7 bei 712 Rückmeldungen, der schwächste Wert im Feld, deutet an, dass die Käufer das ähnlich sehen.

Beim Brother-Lager gilt das Gegenteil: DK-Rollen gibt es von Fremdanbietern, und in der Ergebnisliste am Stichtag standen sie in großer Zahl neben den Originalrollen.

Endlosrolle gegen Stanzetikett: 102 gegen 110

Die zweite Trennlinie verläuft zwischen Endlosmaterial und vorgestanzten Etiketten, und sie lässt sich ausrechnen.

Die Brother-Endlosrolle DK-22205 misst 62 mm × 30,48 m. Geteilt durch die Länge eines langen Rückenschildes von 297 Millimetern ergibt das 102 Schilder je Rolle; bei kurzen Schildern von 192 Millimetern sind es 158. Dymos Ordnerrollen enthalten dagegen fest 110 Etiketten, gestanzt auf 190 Millimeter Länge.

Gerechnet auf die Bandlänge sieht dasselbe so aus: 110 gestanzte Etiketten zu 190 Millimetern sind 20,9 Meter Material je Rolle, die Brother-Endlosrolle bringt 30,48 Meter. Das sind rund 46 Prozent mehr Lauflänge in einer Rolle, bei nahezu gleicher Stückzahl — weil die Stückzahl beim Stanzetikett eben festgelegt ist und bei der Endlosrolle nur eine Folge der gewählten Länge.

Der Unterschied ist damit nicht die Stückzahl — die liegt nah beieinander —, sondern die Freiheit: Auf der Endlosrolle bestimmt der Text die Länge, beim Stanzetikett die Stanzung. Wer einen Archivkarton mit einer langen Signatur beschriften will, schneidet sich das Etikett beim einen Gerät selbst und klebt beim anderen zwei nebeneinander.

Ein Hinweis gehört zu allen fünf Geräten: Sie drucken thermodirekt, also ohne Farbband, auf wärmeempfindliches Material. Das macht sie im Betrieb günstig und beim Archivieren angreifbar — Wärme, Sonnenlicht und Reibung gehen auf denselben Aufdruck. Was das für ein Etikett bedeutet, das zehn Jahre im Regal stehen soll, ist eine eigene Frage, und dieser Bereich beantwortet sie an anderer Stelle.

Die Druckbreite steht in keinem Angebot

Von den fünf Angebotsseiten nennt keine einzige die Druckbreite. Genannt wird durchgängig die Medienbreite, also die Zahl, die zwei bis sechs Millimeter größer ist. Beim QL-810Wc endet die Recherche deshalb bei 62 Millimetern; die 58 Millimeter des baugleichen QL-800 stehen nur im Handbuch des Schwestermodells.

Beim QL-1110NWBc trägt dieselbe Seite die Verwirrung sogar in sich: Die Überschrift nennt „DK-Rollen bis zu 101,6 mm", der Aufzählungspunkt darunter „bis zu 103,6 mm (4 Zoll)". Beide Zahlen stimmen, sie meinen nur Verschiedenes — 103,6 ist das Medium, 101,6 der bedruckbare Streifen. Vier Zoll sind übrigens genau 101,6 Millimeter, die Klammer steht also an der falschen Zahl.

Und die Detailtabellen sind auch hier keine Hilfe: Für den QL-800 führen sie „Maximale unterstützte Papiergröße: A4" und „Papierformat: 210 × 297 millimeters" — für ein Gerät, das 62 Millimeter breite Rollen verarbeitet.

Nicht im Vergleich: zwei Geräte ohne neue Kaufbox

Zwei naheliegende Kandidaten sind am Stichtag an derselben Hürde gescheitert. Der Brother QL-600B wurde in der Kaufbox nur gebraucht angeboten — „Gebraucht: Wie neu", verkauft von einem Drittanbieter. Der QL-820NWBc hatte überhaupt keine Kaufbox, sondern nur die Sammelansicht aller Angebote.

Beides ist kein Urteil über die Geräte. Unsere Regel sagt nur, dass ein Produkt am Stichtag direkt kaufbar sein muss, um in einen Vergleich zu kommen; ein Gebrauchtangebot mit einer Einheit auf Lager ist das nicht.

Ebenfalls nicht im Feld: Bandgeräte mit Kassette, weil sie eine andere Bauform und eine andere Verbrauchsrechnung haben. Sie stehen im Vergleich der Bürogeräte. Und Etikettenbögen für den Laserdrucker, weil dabei nicht das Beschriftungsgerät entscheidet, sondern der vorhandene Bürodrucker.

Wenn der Rücken flächig bedeckt sein muss

Drei Situationen, in denen 58 Millimeter nicht genügen:

  1. Farbcodierte Archive. Wenn die Farbe des Rückens die Kategorie markiert, muss sie den Rücken auch ausfüllen. Das schafft im Feld nur die 103-Millimeter-Klasse.
  2. Alte Beschriftung überdecken. Ein Schild, das 58 von 80 Millimetern bedeckt, lässt links und rechts stehen, was vorher dort stand.
  3. Archivkartons statt Ordner. Deren Stirnseiten sind breiter als jeder Ordnerrücken; das Bundesarchiv verlangt in seinen Hinweisen zu Verpackungen, dass sie „klar lesbar beschriftet werden können".

Kurzfassung für das Archivregal

  • Die Maßkette lautet 80 → 61 → 58. Jedes Glied ist kleiner als das vorige, und nur das letzte steht im Handbuch statt im Angebot.
  • Druckbreite ist nicht Medienbreite. Der Unterschied beträgt im Feld zwei bis neun Millimeter.
  • Vollflächig heißt 103 Millimeter Medium. Alles darunter setzt einen Streifen auf den Rücken, keine Fläche.
  • Materialbindung vor dem Kauf prüfen. Ein Gerät, das nur Originaletiketten annimmt, legt die Bezugsquelle für seine gesamte Nutzungsdauer fest.

Wie dieses Portal prüft und was es ausdrücklich nicht prüft, steht in der Methodik.

Häufige Fragen

Wie breit ist ein Ordnerrücken?

Der breite Ordner misst rund 80 Millimeter am Rücken, der schmale rund 55. Genormt ist am Ordner nur, was darin steckt — das Papierformat A4. Die Rückenbreite ist eine Konvention des Handels, und sie schwankt um wenige Millimeter, je nach Hersteller.

Welche Maße haben handelsübliche Rückenschilder?

Für breite Ordner führt Herma 192 × 59 und 192 × 61 Millimeter als kurze sowie 297 × 59 und 297 × 61 Millimeter als lange Ausführung. Dymos Rollenetiketten für denselben Zweck messen 59 × 190 Millimeter beim breiten und 38 × 190 Millimeter beim schmalen Ordner, jeweils 110 Stück je Rolle.

Warum bleibt das Etikett unbedruckt, obwohl der Drucker es einzieht?

Weil Medienbreite und Druckbreite zwei verschiedene Maße sind. Der Druckkopf ist schmaler als die Rolle, damit die Kanten nicht über den Rand laufen. Bei Brother sind das 58 Millimeter auf 62 Millimeter Rolle, bei Dymo 56 Millimeter bei 62 Millimeter Etikettenbreite. Ein 59 Millimeter breites Ordneretikett bekommt bei Dymo also einen unbedruckten Streifen von drei Millimetern.

Was gehört auf ein Ordnerschild?

Inhalt, Zeitraum und das Jahr, ab dem vernichtet werden darf. Die Aufbewahrungsfristen stehen im Steuerrecht: zehn Jahre für Bücher, Inventare und Jahresabschlüsse, acht Jahre für Buchungsbelege — seit dem Vierten Bürokratieentlastungsgesetz verkürzt — und sechs Jahre für empfangene Handels- und Geschäftsbriefe. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres der letzten Eintragung.

Reicht ein Bandgerät für Ordnerrücken?

Zum Beschriften ja, zum Bedecken nein. Ein 24-Millimeter-Band deckt 30 Prozent eines breiten Rückens, ein 12-Millimeter-Band 15 Prozent. Der Unterschied zum Rollendrucker ist weniger die Lesbarkeit als die Optik der Regalreihe — und die Textmenge, die auf einem hohen Etikett Platz findet.

Was verlangen Archive von einer Beschriftung?

Das Bundesarchiv formuliert es in seinen Hinweisen zu Verpackungen knapp: Verpackungen müssen klar lesbar beschriftet werden können, und die Oberfläche muss beschreibbar sein oder Etiketten annehmen. Für die Alterungsbeständigkeit der Behälter selbst verweist es auf DIN EN ISO 9706 und ISO 16245. Zur Haltbarkeit des Aufdrucks sagt das Papier nichts — die hängt am Druckverfahren.

Wer diesen Beitrag verantwortet

Lena Moritz, Fachredaktion Möbel und Einrichtung

Lena Moritz

Fachredaktion Möbel und Einrichtung

Schreibt über Büromöbel, Ablagesysteme und Polstermöbel.

Redaktion mit Schwerpunkt Wohn- und Einrichtungsprodukte, Möbel und Stauraum

Wie wir einordnen

Wir ordnen kriterienweise ein und vergeben keine Gesamtnote. Diese fünf Kriterien liegen jedem Vergleich zugrunde:

Eignung für den Zweck
Ob das Modell die Anforderung erfüllt, um die es im Beitrag geht — Sitzhöhenspannweite, Traglastfenster, Kabinenvolumen, Kabinenmaß. Der Wert, an dem eine Kaufentscheidung tatsächlich scheitert.
Belegte Spezifikationen
Wie viele der kaufentscheidenden Werte der Hersteller überhaupt beziffert — und ob sie sich mit unabhängigen Quellen decken. Ein Anbieter, der schweigt, wird nicht bessergestellt als einer, der offenlegt.
Verarbeitung und Haltbarkeit
Was Material, Konstruktion, Ersatzteilversorgung und dokumentierte Ausfallmuster über die zu erwartende Lebensdauer sagen. Bei Gepäck und Büromöbeln der Punkt, an dem sich Preisklassen wirklich trennen.
Aufwand für Aufbau und Betrieb
Was ein Produkt vor der ersten Nutzung verlangt und was danach regelmäßig anfällt — Montage, Anschluss, Elektrofachkraft, Reinigung, Folgekosten je Verbrauchsmaterial.
Transparenz des Anbieters
Ob der Hersteller die Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt, selbst veröffentlicht — und ob seine Angaben mit den Händlerdatenblättern übereinstimmen. Wer schweigt oder sich widerspricht, verliert hier.

Vollständige Methodik, einschließlich dem, was wir nicht tun

Aktualisierung und Quellen
Veröffentlicht
25.09.2026
Geändert
25.09.2026
Geprüft
25.09.2026
Quellen
12

Belege

  1. [1]Benutzerhandbuch Brother QL-800 (PDF)Herstellerangabedownload.brother.comDie Produktspezifikation nennt „Maximum printing width 2.3\" (58 mm)", Standardauflösung 300 × 300 dpi und Hochauflösung 300 × 600 dpi, Geschwindigkeit „Max. 5.8\"/sec. (148 mm/sec.)" einfarbig und 24 mm/s im Zweifarbdruck. Abgerufen am 25.09.2026.
  2. [2]Bedienungsanleitung DYMO LabelWriter 550, 550 Turbo und 5XL (PDF)Herstellerangabedownload.dymo.comMaximale Druckbreite 56 mm beim 550 und 105,73 mm beim 5XL, maximale Etikettenbreite 62 beziehungsweise 115 mm, Auflösung 300 dpi. Dazu der Satz, der die Materialfrage entscheidet: „Die LabelWriter 550-Drucker funktionieren nur mit Original-DYMO-LW-Etiketten." Abgerufen am 25.09.2026.
  3. [3]DYMO Ordneretiketten 99018, Produktseite des HerstellersHerstellerangabedymo.euSchmales Ordneretikett mit 190 × 38 mm, 110 Etiketten je Rolle, Artikelnummer S0722470, ausgewiesen für die LabelWriter-Reihen 400 bis 550 sowie 4XL und 5XL. Abgerufen am 25.09.2026.
  4. [4]HERMA Ordnerrücken-Etiketten für breite OrdnerHerstellerangabeherma.comFormatübersicht des Herstellers für breite Ordner: 192 × 59 mm und 192 × 61 mm als kurze, 297 × 59 mm und 297 × 61 mm als lange Ausführung. Maßstab für die Frage, welche Druckbreite ein Gerät überhaupt braucht. Abgerufen am 25.09.2026.
  5. [5]DYMO Ordneretiketten 99019 beim FachhändlerHändler- oder Marktdatensoldan.deBreites Ordneretikett mit 59 × 190 mm, 110 Stück je Rolle. Das Gegenstück zum schmalen 99018 und die Gegenprobe zur Druckbreite von 56 mm. Abgerufen am 25.09.2026.
  6. [6]Brother DK-22205 Endlosetiketten, Angebotsseite mit HerstellerangabenHändler- oder Marktdatenamazon.deDie Endlosrolle, auf die sich die Ausbeuterechnung stützt: 62 mm Breite, 30,48 m Länge, Thermodirekt, schwarz auf weiß. Verfügbarkeit am 25.09.2026 geprüft.
  7. [7]Steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen, IHK BerlinInstitution oder Normihk.deZehn Jahre für Bücher, Aufzeichnungen, Inventare und Lageberichte, acht Jahre für Buchungsbelege — durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz von zehn auf acht verkürzt — und sechs Jahre für empfangene Handels- und Geschäftsbriefe. „Die Aufbewahrungspflicht beginnt immer mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung in die Unterlage erfolgt ist." Abgerufen am 25.09.2026.
  8. [8]Verpackungen für Archivgut, Bundesarchiv (PDF)Institution oder Normbundesarchiv.deAnforderung an die Beschriftbarkeit: „Verpackungen müssen klar lesbar beschriftet werden können" und „Verpackungsmaterialien müssen daher eine beschreibbare Oberfläche … aufweisen bzw. mit Etiketten beklebt werden können." Für die Alterungsbeständigkeit verweist das Papier auf DIN EN ISO 9706 und ISO 16245. Abgerufen am 25.09.2026.
  9. [9]Datenblatt Brother QL-1110NWB beim TechnikhändlerHändler- oder Marktdatende.rs-online.comUnabhängige Gegenprobe zur Breitenangabe: maximale Etikettenbreite 101,6 mm, Auflösung 300 × 300 dpi, Druckgeschwindigkeit 110 mm/s, Schnittstellen USB, LAN, WLAN und Bluetooth. Abgerufen am 25.09.2026.
  10. [10]Angebotsseite Brother QL-1110NWBc mit HerstellerangabenHändler- oder Marktdatenamazon.deFundstelle des Breitenwiderspruchs: Der Titel nennt „DK-Rollen bis zu 101,6 mm", der Aufzählungspunkt „Etiketten mit einer Breite von bis zu 103,6 mm (4 Zoll)". Verfügbarkeit und Bewertungsstand am 25.09.2026 geprüft.
  11. [11]Angebotsseite DYMO LabelWriter 550 mit HerstellerangabenHändler- oder Marktdatenamazon.deDie Materialbindung steht schon im Angebot: „NUR MIT ORIGINAL DYMO-ETIKETTEN KOMPATIBEL: Unterstützt nur qualitativ hochwertige, BPA-freie original DYMO LabelWriter-Etiketten". Verfügbarkeit und Bewertungsstand am 25.09.2026 geprüft.
  12. [12]Angebotsseite Brother QL-800 mit HerstellerangabenHändler- oder Marktdatenamazon.deEtikettenbreite 62 mm, USB, Thermodirekt. Die Detailtabelle derselben Seite führt für ein Rollengerät „Maximale unterstützte Papiergröße: A4" und „Papierformat: 210 x 297 millimeters". Verfügbarkeit und Bewertungsstand am 25.09.2026 geprüft.

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